Hamburg will eine halbe Million von Easyjet

02.03.2018 - 16:14 0 Kommentare

Wegen mehr als 20 verspäteten Starts und Landungen im vergangenen Jahr fordert die Fluglärmschutzbeauftragte von Hamburg nun fast eine halbe Million Euro von Easyjet. Die Airline will die Vorfälle prüfen.

Im Terminal am Flughafen Hamburg

Im Terminal am Flughafen Hamburg
© AirTeamImages.com - Mehrad Watson

Airbus A319 von Easyjet: 21-mal sollen die Briten im vergangenen Jahr zu spät in Hamburg gestartet sein.

Airbus A319 von Easyjet: 21-mal sollen die Briten im vergangenen Jahr zu spät in Hamburg gestartet sein.
© AirTeamImages.com - Paul Buchroeder

Die Hamburger Fluglärmschutzbeauftragte fordert von Billigflieger Easyjet 468.000 Euro wegen 21 verspäteter Starts nach London und Edinburgh im vergangenen Jahr. Dies geht aus einer Mitteilung hervor.

Die Summe werde als Gewinnabschöpfung (Tatertrag) eingezogen. Damit würden sowohl die gesparten Hotelübernachtungskosten als auch die fällige Entschädigung der Fluggäste bei einem Start am nächsten Morgen in Rechnung gestellt.

Kapazitäten am Airport Hamburg
0
Eurowings 29.7
Lufthansa 17.9
Ryanair 9.1
Condor 4.9
Easyjet 3.9
Restliche Airlines 34.5

Die Grafik zeigt die Verteilung der angebotenen Sitzplatzkapazitäten am Flughafen Hamburg im kommenden Sommerflugplan. "Restliche Airlines" sind jene mit einem Anteil von weniger als je drei Prozent. Angaben gerundet. Quelle: ch-aviation

Der Fluggesellschaft sollten sämtliche wirtschaftlichen Vorteile genommen werden, die sie durch den verspäteten Start nach 23 Uhr erzielt habe. Es sei das erste Mal, dass dieses Mittel in dieser Höhe angewendet werde.

Umweltsenator geht von "zu knapper Flugplanung" aus

Am Flughafen Hamburg können Airlines zwischen sechs Uhr morgens und 23 Uhr abends starten und landen. In Einzelfällen kann eine Airline gegen deutlich höhere Entgelte eine Erlaubnis bis Mitternacht bekommen. Danach gilt ein Nachtflugverbot.

Es könne zwar im Einzelfall immer wieder nachvollziehbare Gründe für verspätete Starts und Landungen geben. "Wenn aber immer wieder auf derselben Strecke die 23-Uhr-Marke gerissen wird, müssen wir davon ausgehen, dass die Verspätungsserie auf eine zu knappe Flugplanung zurückzuführen ist und damit absolut vermeidbar war", sagte Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).

Easyjet will die Vorfälle prüfen

Easyjet selbst weist den Vorwurf Kerstans auf Anfrage von airliners.de entschieden zurück: Man berücksichtige bei der Flugplanung sehr wohl das Nachtflugverbot in Hamburg und würde die Flüge mit zusätzlicher Pufferzeit planen, um späte Landungen zu vermeiden.

Easyjet wird weiterhin eng mit den Flughafenbehörden zusammenarbeiten, um die Auswirkungen von Verspätungen zu minimieren.

Statement von Easyjet

Man bedauere die Entscheidung der Hamburger Umweltbehörde, wolle die Strafe aber nicht einfach so bezahlen, so eine Sprecherin: "Easyjet wird die Entscheidung untersuchen und prüfen, welche Optionen zur Verfügung stehen."

Schon bekannt war, dass die Briten Ende März ihre bislang in Hamburg stationierten Flugzeuge abziehen und ihre Basis dort schließen. Den Airport werden sie aber weiterhin bedienen.

© dpa, Maja Hitij Lesen Sie auch: Easyjet schließt Basis am Hamburger Flughafen

Von: cs, br
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

  • Flugzeuge von Air Berlin. Der Luftverkehr in Deutschland braucht neue Impulse

    Apropos (25) Der Luftverkehr in Deutschland hinkt seit Jahren im europäischen Vergleich hinterher. Verkehrsexperte Manfred Kuhne befürchtet, dass sich das auch nach der aktuellen Konsolidierung nicht ändert - denn es fehlt an Grundlagen.

    Vom 14.02.2018
  • Andreas Mundt. "Verfahren nicht allein wegen Easyjet entbehrlich"

    Höhere Ticketpreise nach dem Air-Berlin-Aus: Das Bundeskartellamt nimmt Lufthansa ins Visier und beendet die Vorprüfung nun auch nicht, weil Easyjet auf einmal innerdeutsche Konkurrentin ist.

    Vom 29.01.2018
  • Plakate von CDU und SPD im Bundestagswahlkampf 2017 Das will die Groko im Luftverkehr

    Kein Wort zur Luftverkehrssteuer, aber eine Veränderung der Luftsicherheitszuständigkeiten: Das steht im neuen Koalitionsvertrag zur Luftfahrt - und so reagiert die Branche darauf.

    Vom 08.02.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus