Insolvenzverfahren eröffnet

Hamburg International am Boden

20.10.2010 - 15:54 0 Kommentare

Die Fluggesellschaft Hamburg International hat offiziell einen Insolvenzantrag gestellt. Bereits seit längerem wurde über finanzielle Schwierigkeiten der Airline spekuliert.

Airbus A319 der Hamburg International - © © AirTeamImages.com - HAMFive

Airbus A319 der Hamburg International © AirTeamImages.com /HAMFive

Die Fluggesellschaft Hamburg International hat beim Amtsgericht Hamburg offiziell Insolvenz beantragt. Das Verfahren wurde bereits am Dienstagmittag eröffnet. Laut einer jetzt veröffentlichten Mitteilung des Amtsgerichts ist der Rechtsanwalt Sven-Holger Undritz zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden.

Die Fluggesellschaft erklärte am Mittwoch, dem Insolvenzantrag sei "ein Investorenprozess, der leider nicht in der erforderlichen Schnelligkeit realisiert werden konnte", vorausgegangen. Die Gespräche mit den Interessenten sollen gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter weiter geführt werden. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien durch die Agentur für Arbeit für maximal drei Monate abgesichert, teilte das Unternehmen weiter mit.

Hamburg International hat den Flugbetrieb zwischenzeitlich komplett eingestellt. Der Reiseveranstalter TUI teilte mit, er habe betroffene Reisende umgebucht, sodass sie ihren Urlaub planmäßig antreten bzw. zurückreisen könnten. Da die Kapazitäten, die TUI bei Hamburg International pro Saison geordert hatte, weniger als zwei Prozent der gesamten Flüge betrugen, könnten problemlos Ersatzkapazitäten am Markt beschafft werden, hieß es.

Auch der Reiseveranstalter Thomas Cook gab Entwarnung. «Bis zum Ende der Sommersaison sind bereits alle Abflüge durch andere Airlines abgedeckt», hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. In der Regel sollen die Kunden von den geplanten Flughäfen starten, nur bei den Flugzeiten komme es möglicherweise zu Abweichungen. Betroffen seien bis Ende Oktober rund 50 Flugverbindungen Richtung Mallorca, Kanaren und Griechenland.

Die Flugzeuge der Hamburg International sind derzeit unter anderem an den Flughäfen Weeze, Paderborn, Sofia und Shannon geparkt und sollen an die Leasinggeber zurückgegeben werden. 

Bereits seit längerem kursierten Gerüchte über finanzielle Probleme der Ferienfluggesellschaft. Noch bis Dienstag war jedoch lediglich bestätigt, dass die Basis in Weeze aufgegeben werden sollte.

Die 1998 in Hamburg gegründete Charterfluggesellschaft beschäftigt rund 320 Mitarbeiter und betrieb zuletzt eine Flotte von acht Airbus A319 und einer Boeing 737. 2009 flogen 875.000 Passagiere mit der Airline.

Link: Insolvenzbekanntmachung des Amtsgerichts Hamburg

Von: airliners.de, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Mitarbeiter vor einer neu lackierten Lufthansa-Maschine. Darum steigt Lufthansa nicht aus dem Dax ab

    Am Mittwochabend gibt die Deutsche Börse die Neuordnung der ersten Börsenliga bekannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Lufthansa aus dem Dax fliegt, ist angesichts der Schwäche der Commerzbank gering. Analysten sehen auch darüber hinaus vorerst keine Gefahr.

    Vom 05.09.2018
  • Eine Maschine des irischen Billigfliegers Ryanair landet auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. Ryanair streitet über den Kurs

    Hauptversammlung des Billigfliegers: Die Aktie von Ryanair hat auf Jahressicht massiv verloren, die Tarifverhandlungen mit den Crews stocken und das Management des Low-Costers ist tief gespalten.

    Vom 18.09.2018
  • Streikende belgische Ryanair-Flugbegleiter. Ryanair-Streik trifft auch Deutschland

    Die Ryanair-Flugbegleiter in vier Ländern streiken am Mittwoch. Die Airline strich hunderte Flüge - das hat auch Auswirkungen auf Deutschland. Und es sind nicht die letzten Ausstände.

    Vom 25.07.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus