Diskussion um Hamburger A380-Flüge

07.12.2018 - 14:34 0 Kommentare

Emirates schickt die A380 seit fünf Wochen täglich nach Hamburg. Die Bürgerinitiative gegen Fluglärm will massive Verspätungen und Sicherheitsrisiken festgestellt haben. Der Flughafen dementiert.

Die erste A380 von Emirates am Flughafen Hamburg. - © © Flughafen Hamburg -

Die erste A380 von Emirates am Flughafen Hamburg. © Flughafen Hamburg

Die täglichen A380-Hamburg-Flüge von Emirates sorgen für eine Diskussion. Die Bürgerinitiative gegen Fluglärm (BAW) attestiert dem abendlichen Umlauf eine "Verspätungsquote von 100 Prozent". Planmäßig soll der Flug um 21 Uhr in Fuhlsbüttel abheben, "doch an keinem Tag seit der Aufnahme des Flugbetriebs in Hamburg vor einem Monat konnte der A380 diese Vorgabe einhalten", heißt es in einer Pressenotiz.

Nach deren Rechnung summiert sich die Verspätung der A380 zwischen Ende Oktober und Ende November auf 15 Stunden. Genaue Daten stellt die BAW auf Anfrage nicht zur Verfügung.

Neben den Verspätungen mahnt die Initiative auch eine "katastrophale Sicherheitslage" an. So sei die Startbahn Richtung Niendorf (05/23) für die A380 gesperrt worden. Grund seien erhebliche Erosionen und "herausgerissene Steine". Als Ausgleich würden die Flüge vermehrt über die zweite Piste abgewickelt werden, was zu einer weiteren Lärmbelastung in Langenhorn und Norderstedt führe.

Wenn Hamburg nicht in der Lage sei, einen "uneingeschränkt sicheren und störungsfreien Betrieb des Flugzeugs zu gewährleisten", müsse die Operations mit diesem Großgerät unverzüglich eingestellt werden.

A380-Schub wirbelt Erdreich auf

Der Flughafen weist die Kritik zurück. "Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung", sagt eine Airport-Sprecherin zu airliners.de. Auch sei die Startbahn nicht gesperrt worden. Der Flughafen räumt aber ein, dass von beiden Pisten derzeit nur Starts in drei statt vier Richtungen möglich seien.

Grund sei, dass auf der Piste 05/23 an dem Punkt, an dem die A380 Schub geben würde, im Sommer Vorfeldbauarbeiten stattfanden. Das neben der Piste befindliche Erdreich habe sich noch nicht gefestigt und werde durch den Schub aufgewirbelt.

© Hamburg Airport, Lesen Sie auch: So baut der Flughafen Hamburg um

Um wieder in alle Richtungen starten zu können, plant der Flughafen, den Startpunkt der A380 auf der Piste ein Stück nach vorn zu versetzen. Dazu habe man bereits die behördliche Zustimmung. Im nächsten Schritt müssen noch neue Markierungen gesetzt und die Airline über die Änderungen informiert werden, so die Sprecherin weiter. Am Airport rechnet man damit, den Prozess noch vor Weihnachten abzuschließen.

Kein Flug sei außerhalb der Betriebszeiten gestartet

Zu den angesprochenen Verspätungen sagt die Sprecherin, dass es sich dabei um Off-Block-Zeiten handelt - also den Zeitpunkt, an dem die Türen geschlossen werden und die Maschine zum Start rollt. Bei rund 25 Prozent aller Flüge sei dieser Punkt vor 21 Uhr erfolgt.

Bei weiteren 50 Prozent sei die Maschine bis 21.14 Uhr losgerollt. Die übrigen 25 Prozent seien jedoch erst später gestartet. Außerhalb der Betriebszeiten wären jedoch keine Flüge gestartet.

Seit dem 29. Oktober setzt Emirates auf ihrem abendlichen Hamburg-Umlauf den Doppeldecker nach Dubai ein. Bei der zweiten täglichen Verbindung ab der Hansestadt nutzt Emirates weiterhin eine Boeing 777-300ER. Auf der Strecke steigt die Kapazität damit nach Angaben der Airline um 22 Prozent.

Der Airport hat seine Infrastruktur für den Riesen-Airbus angepasst. Das Gate bekam eine dritte Fluggastbrücke für das Oberdeck des A380. Außerdem wurde der Wartebereich vergrößert, denn die Maschine fasst 516 Passagiere - das sind 156 mehr als in der bisherigen Boeing 777-300ER.

© Hamburg Airport, Lesen Sie auch: Emirates bringt A380 nach Hamburg

Von: br
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