Mitglieder der Gesch © dpa /Thomas Frey
Manager des Flughafens Frankfurt-Hahn wollen für 25 Millionen Euro die Mehrheit an dem Rheinland-Pfalz und Hessen gehörenden Hunsrück-Airport übernehmen. Ein entsprechender Vorschlag sei der rheinland-pfälzischen Landesregierung vorgelegt worden, sagte der Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, Jörg Schumacher, am Donnerstag in Lautzenhausen. Finanziert werden solle das sogenannte «Management Buy Out» über internationale Investoren, deren Namen noch nicht bekanntgegeben werden könnten. «Wir halten sie für sehr seriös», sagte Schumacher. Bereits am Mittwoch war das Vorhaben bekannt geworden.
Es handele sich um «zwei unterschiedliche Personengruppen», die international bekannt seien. Die Manager seien auf sie zugegangen. Das Land Rheinland-Pfalz, das 82,5 Prozent der Airport-Anteile hält, müsse das Angebot nun prüfen. «Wir hoffen, dass die Verhandlungen bald beginnen können», sagte Schumacher. Seit Jahren läuft die Investorensuche für den defizitären Flughafen Hahn - die baldige Privatisierung ist ein erklärtes Ziel der Mainzer Regierung. Hessen ist an dem Airport mit 17,5 Prozent beteiligt.
Fünf von insgesamt zehn Mitgliedern des Flughafen-Managements hätten ihre Beteiligung an einer Management GmbH bereits zugesagt, sagte Schumacher. Er hoffe, möglichst viele mit ins Boot holen zu können. Ein «Management Buy Out» sei aus der Sicht des Managements «die angenehmste Form der Privatisierung eines Unternehmens», da Käufer und Verkäufer sich gut kennen. «Das ist anders als wenn man mit einem fremden Dritten verhandelt.» Das Ziel sei, «deutlich mehr als 50 Prozent» zu erwerben, sagte der Finanzchef der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, Bernd Müller.
«Wir glauben an das große Potenzial des Flughafens und seine Zukunft», sagte Schumacher. Dies hinge auch damit zusammen, dass es einen 24-Stunden-Flugbetrieb gebe. «Wir sind bei weitem noch nicht an der Kapazitätsgrenze», ergänzte Schumacher. Derzeit seien gerade mal etwa 30 Prozent erreicht. Ein neues Geschäftsmodell werde aber keinen Strategiewechsel bedeuten, hieß es.
Noch steckt der ehemalige US-Fliegerhorst Hahn in den roten Zahlen. Das Jahr 2010 schloss er mit einem Minus von knapp elf Millionen Euro ab. «Wir sind mit dem Mut angetreten, mit diesem Modell das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen zu führen», sagte Schumacher. Im ersten Halbjahr 2011 zählte der Flughafen knapp 1,4 Millionen Fluggäste, 13 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich wuchs das Frachtgeschäft um fast 70 Prozent auf fast 115 000 Tonnen Güter. Rund 3100 Menschen arbeiten auf dem Hahn.
Der Flughafen-Betriebsrat begrüßte die Übernahmepläne. «Eine Privatisierung aus den eigenen Reihen ist auf jeden Fall einem fremden Investor vorzuziehen», hieß es in einer Mitteilung.
Seit Jahren wird ein Privatinvestor für den Flughafen gesucht. Eigner sind mit 82,5 Prozent das Land Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent das Nachbarland Hessen.
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