Hahn-Chef: Pleite wäre nicht mit Airport Zweibrücken vergleichbar

19.09.2016 - 09:45 0 Kommentare

Sollte der Airport Hahn pleite gehen, wäre das laut Flughafen-Chef Markus Bunk nicht mit der Insolvenz des Airports Zweibrücken vergleichbar. Der rheinland-pfälzische Landtagspräsident äußert sich derweil positiv zum Hahn-Verkauf.

Markus Bunk, Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH. - © © dpa - Thomas Frey

Markus Bunk, Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH. © dpa /Thomas Frey

Eine Pleite des Hunsrück-Flughafens Hahn wäre laut seinem Chef nicht zu vergleichen mit der früheren Insolvenz des Airports Zweibrücken. "In Zweibrücken hat die EU-Kommission eine ganz andere Rolle gespielt", sagte jetzt Geschäftsführer Markus Bunk.

Der pfälzische Flughafen ging 2014 insolvent, weil die EU-Kommission verlangte, dass 47 Millionen Euro an illegalen Staatsbeihilfen zurückzahlt werden - was nicht möglich war. Brüssel habe den ebenfalls kriselnden Flughafen Hahn hingegen nicht zu Rückzahlungen von Subventionen aufgefordert, sagte Bunk.

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Dennoch gibt es eine Parallele: Die Triwo AG hat 2014 den Airport Zweibrücken für vier Millionen Euro gekauft - und gehört nun auch zu den 13 Bietern für den Flughafen Hahn. Branchenkenner vermuten, dass das Trierer Immobilienunternehmen hier ebenfalls bis zu einer Insolvenz pokern könnte, um den Airport billiger zu bekommen. Dann könnte Hahn wie der Flughafen Zweibrücken in einen Gewerbepark ohne ständigen Flugbetrieb verwandeln werden. Triwo äußerte sich nicht dazu.

Landtagspräsident glaubt an Hahn-Verkauf

Der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) sieht derweil grundsätzlich Chancen beim geplanten Verkauf für den verschuldeten Flughafen Hahn. "Ich glaube, dass der Hahn vernünftig betreibbar ist, wenn jemand ein strategisches Interesse daran und ein Konzept hat", sagte jetzt der frühere Verkehrsminister der in Mainz.

"Es ist erfreulich, dass die Liquidität länger hält als ursprünglich gedacht und dass eine positive Geschäftsprognose ausgestellt werden kann, weil Interessenten für einen Verkaufsabschluss da sind." Die Wirtschaftsprüfer des Flughafens sähen durchaus Chancen dafür, so der SPD-Politiker.

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Der Ex-Minister verteidigte den Ausstieg des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport vor sieben Jahren. "Fraport hatte das Interesse am Airport Hahn verloren, nachdem ihr Flughafen Frankfurt am Main die Ausbaugenehmigung erhalten hatte", sagte Hering. "Das gemeinsame Flughafensystem mit Frankfurt und dem Hahn konnte wegen geänderter EU-Vorgaben nicht mehr realisiert werden. Fraport durfte als Aktiengesellschaft auch keine Strukturpolitik machen. Somit war Fraport kein Partner für rheinland-pfälzische Strukturpolitik."

Hering hebt positive Hahn-Effekte hervor

Der Landtagspräsident warb dafür, nicht nur die Verschuldung des Flughafens in den Mittelpunkt zu rücken. "Man darf den Flughafen Hahn nicht nur unter dem Aspekt sehen, dass dort die Betriebsgesellschaft defizitär ist", sagte Hering. "Es hat auch Gutachten gegeben, dass durch die unmittelbaren und mittelbaren Aktivitäten des Flughafens Hahn zusätzliche Steuern von etwa 70 bis 90 Millionen Euro pro Jahr an Bund, Land und Kommunen generiert werden. Bei mehreren tausend Beschäftigten in der Region muss man immer auch die strukturpolitischen Effekte sehen."

Die öffentliche Hand habe insgesamt volkswirtschaftlich immer vom Hahn profitiert. Nach dem Ausstieg von Fraport hätten aber die Flugverkehrssteuer und der Umsatzeinbruch bei der Fracht den Airport belastet.

Derzeit läuft der zweite Verkaufsversuch

Der Hunsrück-Flughafen liegt rund 100 Kilometer von Frankfurt entfernt. Er gehört bisher zu 82,5 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz, zu 17,5 Prozent dem Land Hessen. Ein erster Verkaufsversuch von Rheinland-Pfalz an die chinesische Firma Shanghai Yiqian Trading war gescheitert, nachdem eine Zahlung ausstand und der Verdacht bestand, dass ein Bankbeleg gefälscht ist.

Eine Boeing 737 der Ryanair steht am Flughafen Hahn. Die irische Airline ist größte Kundin am Platz.Foto: © Flughafen Frankfurt-Hahn, Michael Reuter

Innenminister Roger Lewentz (SPD) sucht nun mit der Beratergesellschaft KPMG nach einem neuen Käufer, 13 Interessenten sind bisher in der engeren Wahl. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) überstand im Juli einen Misstrauensantrag der CDU-Opposition, die ihr Verletzung der Sorgfaltspflicht vorwirft. CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner hatte der SPD vorgeworfen, sie habe Fraport damals aus dem Flughafen Hahn herausgedrängt.

Von: ch, dpa, dpa-AFX
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