Hahn-Chef rechnet mit leichtem Rückgang bei den Passagierzahlen

16.09.2016 - 15:05 0 Kommentare

Der Airport Hahn wird in diesem Jahr ein Minus bei den Fluggastzahlen verzeichnen - davon geht Airport-Chef Markus Bunk aus. Er glaubt, dass Ryanair sein Angebot am Hunsrück wohl verringern wird.

Markus Bunk ist Geschäftsführer des Flughafens Hahn. - © © dpa - Thomas Frey

Markus Bunk ist Geschäftsführer des Flughafens Hahn. © dpa /Thomas Frey

Der Chef des Hunsrück-Flughafens Hahn, Markus Bunk, ewartet in diesem Jahr ein leichtes Minus bei der Zahl der Passagiere. "Von 2015 auf 2016 wird es einen kleinen Rückgang geben", sagte er. "Wichtig ist, dass wir nicht um zehn Prozent abstürzen. Das ist im Moment nicht ersichtlich." Zuvor war der Trend leicht positiv gewesen: Auf 2,45 Millionen Passagiere im Jahr 2014 folgten 2,67 Millionen im vergangenen Jahr.

Die größte Kundin am Platz, Ryanair, will von Ende Oktober an auch erstmals den nur 100 Kilometer entfernten Flughafen Luxemburg in ihr Programm aufnehmen. Im Gegenzug verringern die Iren am Airport Hahn nach Bunks Aussage wohl geringfügig ihr Angebot: "Das belastet uns natürlich." Zudem baue die Fluglinie ihren Standort Köln/Bonn massiv aus - werde dort aber auch sehr viele Neukunden anlocken.

Auch Wizz Air ist eine wichtige Kundin

Ryanair hatte den Vertrag mit dem Airport um fünf Jahre verlängert. Dem irischen Low-Cost-Carrier war auch ein einjähriger Vertrag oder eine Ausstiegsoption angeboten worden, die Fluggesellschaft hatte diese Alternativen aber abgelehnt.

Zugleich treibe jedoch die ungarische Airline Wizz Air mit Routen vorrangig gen Osten die Passagierzahlen nach oben, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau, so Bunk. "Der Anteil von Ryanair an unserem Passagiergeschäft beträgt nicht mehr wie vor einigen Jahren 95 Prozent, sondern mittlerweile nur noch 83 Prozent", erklärt Bunk. Deutlich eingebrochen ist währenddessen das Frachtgeschäft im Hunsrück.

dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Flughafen Hahn: Aufsichtsrats-Chef verbreitet Optimismus

Der defizitäre Flughafen Hahn gehört zum Großteil dem Land Rheinland-Pfalz und zum kleinen Teil Hessen. Er soll verkauft werden. Ein erster Versuch platzte im Juli wegen mutmaßlichen Betrugs eines chinesischen Investors. Nun gibt es einen zweiten Anlauf mit 13 Bietern. Von nächster Woche an sollen Gespräche mit ihnen laufen, bis es um verbindliche Angebote der Interessenten geht.

Von: ch, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Firmenschild des deutsch-chinesischen Unternehemens ADC. ADC will hessischen Hahn-Anteil nicht mehr kaufen

    Hintergrund Die kleine Firma ADC besitzt Immobilien am Airport Hahn. Sie hat sich auch für den hessischen Anteil am Flughafen interessiert. Doch dieser Deal ist geplatzt. Was macht das überwiegend chinesische Unternehmen heute?

    Vom 30.08.2017
  • Nicoley Baublies Ufo kritisiert Fraport-Strategie

    Airport-Betreiber Fraport setzt auf mehr Billigflieger am Flughafen Frankfurt. Außerdem soll ein Rabattprogramm neue Kunden anlocken. Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo kritisiert: Das vernichtet Arbeitsplätze.

    Vom 02.08.2017
  • Maschinen am Flughafen Hahn Flughafen Hahn will mit Roadshow neue Frachtkunden gewinnen

    Der Flughafen Hahn will sich mit einer Roadshow bei internationalen Frachtairlines präsentieren. Dabei solle unter anderem mit dem 24-Stunden-Betrieb, der zentralen Lage und den schlanken Abfertigungsprozessen geworben werden, teilte der Flughafen mit. Der Hahn sei eine Alternative zu überlasteten Groß-Flughäfen wie beispielsweise Amsterdam.

    Vom 18.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus