Hahn: Aufsichtsratschef entzieht Geschäftsführer Befugnis

02.09.2013 - 14:22 0 Kommentare

Beim defizitären Flughafen Hahn hat der Aufsichtsratschef einem der beiden Geschäftsführer die Flügel gestutzt. Der Manager darf nicht mehr die Vorwürfe angeblicher Vetternwirtschaft beleuchten.

Heinz Rethage, Geschäftsführer des Flughafens Frankfurt-Hahn - © dpa - Thomas Frey

Heinz Rethage, Geschäftsführer des Flughafens Frankfurt-Hahn dpa /Thomas Frey

Der Aufsichtsratschef des angeschlagenen Hunsrück-Flughafens Hahn, Hans Endler, hat überraschend die Zuständigkeiten von Geschäftsführer Heinz Rethage beschnitten. Endler habe den Airport-Manager von der Leitung einer Arbeitsgruppe entbunden, die mögliche frühere Unregelmäßigkeiten am Flughafen unter die Lupe nimmt, bestätigte Hahn-Sprecherin Bianca Waters am Montag einen Bericht der «Rhein-Zeitung». Auf die Frage nach dem Motiv antwortete sie: «Dazu liegt mir keine Begründung vor.» Joachim Winkler, Sprecher des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums, sagte nur: «In dieser Angelegenheit sind wir im Gespräch mit der Geschäftsführung und dem Aufsichtsratsvorsitzenden.»

Laut «Rhein-Zeitung» war die Arbeitsgruppe auf einen Fall von früherer möglicher Günstlingswirtschaft bei einer Firma für Passagierabfertigung gestoßen. Der Vertrag mit ihr sei 2009 ohne Ausschreibung vorzeitig verlängert worden - angeblich mit Zustimmung der damaligen Geschäftsführung der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH (FFHG). Kurz danach soll die Ehefrau eines leitenden Angestellten der FFHG alle Anteile der Firma übernommen und damit heftige Debatten im Aufsichtsratsrat ausgelöst haben. Die Anteile seien wieder zurückgegeben worden, die Ehefrau sei aber in der Firma an verantwortlicher Stelle geblieben. Auch ihr Mann sei bis heute bei der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH im Amt.

Rethage ist erst seit Februar Hahn-Geschäftsführer. Er legte kürzlich dem Kontrollgremium ein Rettungskonzept für den hoch verschuldeten Flughafen vor. Erwartet wird, dass sich der Aufsichtsrat in seiner nächsten Sitzung Ende September auch mit dem Wirbel um die angebliche Vetternwirtschaft befasst. Zugleich sorgt auch ein Sponsoringvertrag zwischen dem Flughafen Hahn und einem Handballverein im Hunsrück für Wirbel.

Von: dpa
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