Hahn-Aufsichtsrat beschließt abgespecktes Sanierungskonzept

23.09.2013 - 16:58 0 Kommentare

Hahn-Geschäftsführer Rethage hatte ein ambitioniertes Sanierungskonzept für den Flughafen vorgelegt. Nun wurde es vom Aufsichtsrat auch an zentralen Stellen etwas gestutzt. Die angepeilte schwarze Null im Jahr 2017 ist vom Tisch.

Der künftige Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, Salvatore Barbaro (l) , spricht mit dem scheidenden stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Mertes.

Der künftige Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, Salvatore Barbaro (l) , spricht mit dem scheidenden stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Mertes.
dpa - Thomas Frey

Heinz Rethage, Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH

Heinz Rethage, Geschäftsführer der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH
dpa - Thomas Frey

Salvatore Barbaro

Salvatore Barbaro
dpa - Thomas Frey

Ein Fahrzeug des Rettungsdienstes steht auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn

Ein Fahrzeug des Rettungsdienstes steht auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn
© dpa - Thomas Frey

Flugzeuge der Ryanair stehen auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn

Flugzeuge der Ryanair stehen auf dem Vorfeld des Flughafens Hahn
© dpa - Thomas Frey

Der Aufsichtsrat des Flughafens Hahn hat ein abgespecktes Sanierungskonzept für den krisengeschüttelten Hunsrück-Airport beschlossen. Vorgesehen sei, das Ergebnis in einigen Jahren mit Kosteneinsparungen und steigenden Einnahmen um mindestens 7,5 Millionen Euro zu verbessern, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Mertes (SPD) am Montag nach der Sitzung des Gremiums. Bis wann genau dies erreicht werde, ließen er und Hahn-Geschäftsführer Heinz Rethage offen. Co-Geschäftsführer Wolfgang Pollety wurde von der Gesellschafterversammlung freigestellt. Er übernimmt ab November die Position des Geschäftsführers der Flughafen Hamburg GmbH.

Rethage hatte in seinem Konzept ursprünglich Einsparungen von maximal zwölf Millionen Euro angepeilt. Damit wollte er bis 2017 die schwarze Null schaffen. Da nun aber mehrere Punkte des Konzepts vom Aufsichtsrat gestrichen wurden, sei dies nicht mehr zu erwarten, sagte Rethage. «Ziel muss es sein, nach den Flughafen-Leitlinien die schwarze Null 2023 zu erreichen.» Dann sollen Regionalflughäfen wie der Hahn nach Plänen der EU ohne Beihilfen auskommen.

Entgelte für Airlines werden «harmonisiert»

Die Einnahmen des Hunsrück-Flughafens sollen etwa durch zusätzliches Frachtgeschäft und steigende Parkgebühren gesteigert werden. Zudem werden die Entgelte für Airlines «harmonisiert». Diese seien historisch gewachsen und unterschieden sich von Kunde zu Kunde stark, sagte Rethage. Das werde angepasst. Die Ausgaben für Sponsoring sollen auf 60.000 Euro pro Jahr halbiert werden.

Zahlen zu einem möglichen Personalabbau wurden nicht genannt. Es sei nicht das erste Ziel, die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren, sondern diese effektiver einzusetzen, sagte Mertes. Bislang hieß es, dass 28 von 378 Jobs wegfallen sollen. Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) hatte bereits betriebsbedingte Kündigungen trotz eines langfristig geplanten Stellenabbaus ausgeschlossen: «Das ist mit mir nicht zu machen, das wird es nicht geben.»

Hinten angestellt werden zwei zentrale Bausteine des Rethage-Konzeptes: Die Pläne, die sogenannte luftseitige Infrastruktur an den Landesbetrieb Mobilität zu verkaufen, und die, Immobilien auf der Landseite - etwa Straßen oder Bürogebäude - auszugliedern. Letzteres soll den Airport attraktiver für einen möglichen Investor machen, den das Land sucht.

«Wir haben zu viele Kosten im Vergleich zu dem, was wir einnehmen»

Der Flughafen Hahn, der mehrheitlich dem Land Rheinland-Pfalz gehört, leidet unter rückläufigen Fracht- und Passagierzahlen und fährt seit Jahren rote Zahlen ein. «Wir haben zu viele Kosten im Vergleich zu dem, was wir einnehmen», sagte Mertes. Nun solle es mit dem in Abstimmung mit Arbeitnehmervertretern beschlossenen Konzept besser werden. «Ich glaube, wir haben unsere Arbeit ordentlich, gemeinschaftlich und am Ende auch freundschaftlich gemacht», sagte Mertes. Rethage sagte, mit den nun etwas verringerten Einsparzielen habe der Aufsichtsrat «etwas Spannung aus dem Bogen genommen».

Die Vorwürfe möglicher Misswirtschaft am Hahn wird eine Anwaltskanzlei prüfen, wie Mertes sagte. Dies soll nach Angaben von Finanzstaatssekretär Salvatore Barbaro (SPD) so schnell wie möglich geschehen. Barbaro wird Anfang Oktober Nachfolger des scheidenden Aufsichtsratschef Johannes Endler.

Von: dpa, airliners.de
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