Hahn Air bietet nicht nur exklusive Mallorca-Flüge

04.04.2018 - 16:23 0 Kommentare

Die weltweit kleinste Iata-Airline nimmt im Sommer eine Verbindung für anspruchsvolle Mallorca-Urlauber auf. Auch der Charter-Verkehr wächst. Das Kerngeschäft von Hahn Air liegt aber in einem ganz anderen Bereich.

Eine Cessna Citation Sovereign von Hahn Air. - © © Hahn Air -

Eine Cessna Citation Sovereign von Hahn Air. © Hahn Air

Die Rennstrecke von Düsseldorf nach Palma de Mallorca wird im Sommer von einer weiteren Airline bedient: Hahn Air Lines verkehrt ab 4. Mai wöchentlich auf der Route, freitags geht es nach Mallorca, sonntags zurück.

Die Verbindung ist zunächst bis 19. August im Flugplan. "Wir schauen, wie es läuft und ob wir dann bis September oder Oktober verlängern", sagt Daniel Rudas, Geschäftsführer des Hahn-Air-Flugbetriebs, im Gespräch mit airliners.de.

Die zweite Linienverbindung von Hahn Air

Die Gesellschaft ist alles andere als ein klassischer Ferienflieger. Mit ihren drei Business Jets fliegt sie vor allem Privat-Charter. Bisher einzige Linienverbindung sind zwei wöchentliche Flüge von Düsseldorf nach Luxemburg, die Hahn Air laut Rudas bereits seit zehn Jahren anbietet.

Dass nun auch Mallorca als Linie geflogen wird, liege zum einen an der starken Nachfrage, so Rudas: "Palma ist ohnehin schon eine Charter-Rennstrecke."

Zum anderen seien viele anspruchsvolle Kunden vom unbeständigen Produkt der Ferienflieger frustriert, meint der Manager. "Ich selbst habe in der vergangenen Zeit dreimal Eurowings-Flüge gebucht, und ich bin dreimal mit allem Möglichen geflogen - außer mit Eurowings."

Daniel Rudas ist bei Hahn Air Geschäftsführer des Flugbetriebs. Foto: © Hahn Air

Hahn Air will auf gehobenem Niveau fliegen - acht Passagiere finden in der Cessna Citation Sovereign Platz, die nach Mallorca eingesetzt wird. Dafür ist bei entsprechender Vorausbuchung ein Oneway-Preis von 990 Euro fällig, inklusive Executive Check-in und Priority Lane bei der Sicherheitskontrolle. Wer die höchste Buchungsklasse wählt, zahlt 2450 Euro und erhält einen VIP-Service am Flughafen.

Charter-Nachfrage wächst

Ganz überwiegend werden die drei Hahn-Air-Flugzeuge mit Privat-Chartern gefüllt. "Das Geschäft ist enorm gewachsen", berichtet Rudas, "allein im vergangenen Jahr hatten wir einen Anstieg von 60 Prozent bei den Flugstunden."

Seiner Einschätzung nach liegt das nicht nur am Wunsch nach mehr Komfort. "Es geht auch um das Thema Sicherheit. Viele sagen: Wir sitzen nicht gern mit Fremden in einem Flugzeug." Die Charter-Kunden seien gut verteilt über Deutschland und die Nachbarländer, insbesondere die Niederlande.

Weitere Expansionspläne habe Hahn Air trotz der guten Nachfrage nicht. Denn der Schwerpunkt des Unternehmens liegt gar nicht auf dem Flugverkehr.

Unser Kerngeschäft ist der Ticketing-Vertrieb.

Daniel Rudas, Geschäftsführer Flugbetrieb bei Hahn Air

Das Geschäftsmodell ist weltweit einzigartig: Hahn Air nutzt ihren Status als Iata-Vollmitglied, um kleinen Carriern Präsenz in ausländischen Flugmärkten zu verschaffen. An das System sind mittlerweile 369 Airlines und sogar einige Bahnunternehmen angeschlossen. Hahn Air ermöglicht entweder die Ausstellung von Tickets oder gleich die gesamte Buchung über globale Reservierungssysteme.

Hahn Air

Die Gesellschaft ging 1994 am Flughafen Hahn mit innerdeutschen Flügen an den Start. Zeitweise bot sie auch in Friedrichshafen Inlandsflüge an. Seit 1999 spezialisierte sich das Unternehmen zunehmend als weltweiter Dienstleister für Ticketing- und Vertriebsdienstleistungen. 2003 wurde der Sitz nach Dreieich bei Frankfurt verlegt. Basis des Flugbetriebs ist der Flughafen Düsseldorf sowie seit 2016 Egelsbach bei Frankfurt. Geschäftszahlen nennt das Unternehmen nicht. Nach eigenen Angaben vertreibt es jedoch Flüge im Wert von jährlich rund einer Milliarde US-Dollar.

"Das Modell würde ohne aktive Fluggesellschaft nicht funktionieren", betont Rudas. Um die zahlreichen Partner-Airlines im Interlining anzuschließen und in 190 Märkten Tickets zu vertreiben, muss Hahn Air dem Airline-Verband Iata angehören. "Wir sind die kleinste Airline als Iata-Vollmitglied."

Lange Zeit erfüllte Hahn Air lediglich die Minimalanforderungen, die für eine Iosa-Registrierung der Airline durch die Iata gestellt wurden: ein Flugzeug und eine Linienverbindung. Seit 2012 fliegt sie mit zwei Maschinen, seit 2016 mit drei, darunter zwei Citation Sovereign und eine Citation CJ4.

Dass Hahn Air längst mehr als das unbedingt notwendige Flugprogramm absolviert, deutet darauf hin, dass die Business-Jets zumindest keinen Verlust einfliegen. "Der Flugbetrieb ist kein Profit Center, aber das Geschäft ist ausgeglichen", bestätigt Rudas.

Von: pra
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