Air-France-Chef tritt im Streit um Tariferhöhung zurück

04.05.2018 - 12:01 0 Kommentare

Trotz steigender Passagierzahlen und einem operativem Gewinnsprung bei KLM kommt der französisch-niederländische Konzern Air France-KLM nicht aus den roten Zahlen. Grund sind Streiks bei Air France. Chef Jean-Marc Janaillac gibt nun sein Amt ab.

Jean-Marc Janaillac. - © © airliners.de - David Haße

Jean-Marc Janaillac. © airliners.de /David Haße

Im Tarifkonflikt bei der französischen Fluggesellschaft Air France hat Unternehmenschef Jean-Marc Janaillac seinen Rücktritt angekündigt. Janaillac zog damit am Freitagabend die Konsequenz aus der Ablehnung eines Kompromissvorschlags der Geschäftsleitung durch die Mitarbeiter.

Die Mitarbeiter hatten mit 55,44 Prozent der Stimmen gegen den Kompromissvorschlag gestimmt, der zwei Prozent mehr Lohn in diesem Jahr und zusätzliche fünf Prozent für den Zeitraum von 2019 bis 2021 vorsah. Die Gewerkschaften fordern 5,1 Prozent mehr Lohn für dieses Jahr.

Auch am Freitag streikten Beschäftigte bei Air France wieder für höhere Gehälter, die Airline strich rund ein Viertel ihrer Verbindungen. Es war bereits der 13. Streiktag seit Ende Februar - die Schwester-Airline KLM ist davon nicht betroffen.

Streiks belasten Konzernergebnis

Die anhaltenden Streiks bei Air France zehren nun bei Air France-KLM deutlich am Gewinn. Im ersten Quartal hätten die Ausstände bereits 75 Millionen Euro gekostet, teilte der französisch-niederländische Konzern am Freitag in Paris mit. Im Gesamtjahr dürften die Streiks in Frankreich den operativen Gewinn um mindestens 300 Millionen Euro drücken.

Von Januar bis März verbuchte Air France-KLM einen operativen Verlust von 118 Millionen Euro nach einem Minus von 33 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Während Air France den Angaben nach einen operativen Verlust von 178 Millionen Euro erwirtschaftete, konnte die niederländische Partnerairline operativ 60 Millionen zum Gruppenergebnis beisteuern, ein Plus von über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Unterm Strich weist die Airlinegruppe einen Verlust von 269 Millionen Euro aus. Das sind 126 Millionen Euro weniger als im Vorjahresquartal, obwohl die Zahl der Fluggäste um 5,2 Prozent auf 22 Millionen anstieg.

Finanzchef Frederic Gagey sagte, es sei bedauerlich, dass Air France-KLM von der starken Nachfrage nach Flugtickets nicht profitiere. So haben die Durchschnittserlöse - ein Maß für die Ticketpreise - währungsbereinigt um 1,2 Prozent angezogen.

Von: dpa, AFP, dh
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