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Grundstein in Kassel-Calden gelegt

09.12.2011 - 14:42 0 Kommentare

Ein Dreivierteljahr nach dem ersten Spatenstich ist auf der Baustelle für den Flughafen Kassel-Calden der Grundstein für die künftige Flughafenfeuerwache gelegt worden. Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) sieht das Flughafenprojekt im Kosten- und Zeitplan.

Verlöten der Zeitkapsel bei der Grundsteinlegung am Flughafen Kassel-Calden (08.12.2011)

Verlöten der Zeitkapsel bei der Grundsteinlegung am Flughafen Kassel-Calden (08.12.2011)
© dpa - Heiko Meyer

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU, l-r); Gerhard Fenge, Seniorchef der Baufirma Hermanns; Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD); Stefan Stiegel (halb verdeckt), Geschäftsführender Gesellschafter der RSE Planungsgesellschaft, und Jörg Ries, Geschäftsführer der Flughafen GmbH Kassel, bei der Grundsteinlegung für den Flughafen Kassel-Calden

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU, l-r); Gerhard Fenge, Seniorchef der Baufirma Hermanns; Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD); Stefan Stiegel (halb verdeckt), Geschäftsführender Gesellschafter der RSE Planungsgesellschaft, und Jörg Ries, Geschäftsführer der Flughafen GmbH Kassel, bei der Grundsteinlegung für den Flughafen Kassel-Calden
© dpa - Heiko Meyer

Übersicht über die geplante Flughafenanlage in Kassel-Calden

Übersicht über die geplante Flughafenanlage in Kassel-Calden
© Flughafen GmbH Kassel

Ausblick von der Besucherterrasse auf die Baustelle des Flughafens Kassel-Calden (8.12.2011)

Ausblick von der Besucherterrasse auf die Baustelle des Flughafens Kassel-Calden (8.12.2011)
© dpa - Heiko Meyer

Grundsteinlegung am Flughafen Kassel-Calden (08.12.2011)

Grundsteinlegung am Flughafen Kassel-Calden (08.12.2011)
© dpa - Heiko Meyer

Neun Monate nach dem ersten Spatenstich hat auf der Großbaustelle für den umstrittenen Flughafen Kassel-Calden die Errichtung der Airportgebäude begonnen. Am Donnerstag erfolgte die feierliche Grundsteinlegung. Im Fundament der künftigen Flughafenfeuerwache versenkte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) eine Metallröhre mit Tageszeitungen, Bauplänen sowie 10,51 Euro in bar.

Die Grundsteinlegung erfolgte auch stellvertretend für die anderen Hochbauten auf der 220 Hektar großen Baustelle. Seit Anfang Oktober war der Boden für die Hochbauarbeiten vorbereitet worden. Anfang Dezember wurden die Erdarbeiten beendet, erste Fundamente gelegt und mit dem Rohbau begonnen. Bis Mitte Januar 2012 sollen nun laut Flughafenangaben die Rohbauten für das Passagierterminal, die Feuerwache, das Multifunktionsgebäude, das Gebäude der Allgemeinen Luftfahrt und den Tower entstehen.

"Das ist ein toller Tag für die ganze Region", sagte der Minister, der auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen-Betreibergesellschaft fungiert. "Wir sind sehr gut im Zeitplan und vor allem auch im Kostenplan." Erst im Sommer war die Kostenprognose für das nordhessische Vorzeigeprojekt von der Landesregierung erneut nach oben korrigiert worden. Nachdem jahrelang von 151 Millionen Euro die Rede gewesen war, wird nun mit maximal 271 Millionen Euro gerechnet. "Das ist sehr, sehr realistisch kalkuliert", sagte Schäfer.

Derzeit gibt es auf dem Verkehrslandeplatz Calden rund 35.000 Flugbewegungen im Jahr, überwiegend Sport- und Privatflüge, mit etwa 25.000 Passagieren. Nach dem Ausbau rechnen die Flughafenbetreiber mit 640.000 Fluggästen pro Jahr. Im Frühjahr 2013 soll der Regionalflughafen den Betrieb aufnehmen.

Seit Jahren Streit um den Flughafenausbau

Welche Fluggesellschaft dann in Calden starten und landen soll, ist allerdings nach wie vor offen, wie der Minister am Rande der Zeremonie einräumte. "Die Geschäftsführung führt vielversprechende Gespräche mit verschiedenen Fluglinien", sagte Schäfer. Zu Einzelheiten werde man sich vor Abschluss der Verhandlungen nicht äußern. Er rechne aber mit einer Entscheidung "im Laufe des nächsten Jahres".

Der Flughafen war jahrelang hart umkämpft. Gegner des Ausbaus, zu denen neben Naturschutzverbänden und örtlichen Bürgerinitiativen auch die hessischen Grünen und die Linkspartei gehören, halten das Projekt für ökologisch wie wirtschaftlich unvertretbar. Sie verweisen unter anderem auf die Nähe von Kassel-Calden zu anderen Regionalflughäfen und zweifeln an einem Bedarf für den Airport.

Anders als noch beim ersten Spatenstich im März blieben Protestaktionen bei der Grundsteinlegung zwar aus. Die Grünen-Landtagsfraktion nutzte jedoch die Gelegenheit, ihre Kritik an dem Vorhaben zu erneuern. "Das wird kein Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, sondern ein Grundstein für ein Millionengrab an Steuergeldern", erklärte die verkehrspolitische Sprecherin Karin Müller. Es gebe niemanden, der von diesem Flughafen fliegen wolle, und es gebe keinen Investor. "Aber die schwarz-gelbe Landesregierung will immer weiter Steuergeld hineinschaufeln."  

Von: dapd, airliners.de
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