Grüne fordern höhere Flughafen-Gebühren in Berlin

18.03.2016 - 10:05 0 Kommentare

Die Passagierzahlen auf den Flughäfen Berlins wachsen rasant, denn die Hauptstadt ist ein Touristenmagnet. Dennoch fährt die Flughafengesellschaft seit Jahren Millionenverluste ein. Das muss sich ändern, fordern die Brandenburger Grünen.

Der Flughafen Tegel in Berlin - © © airliners.de - Christian Höb

Der Flughafen Tegel in Berlin © airliners.de /Christian Höb

Die Grünen-Fraktion im Brandenburger Landtag fordert höhere Gebühren für die Fluggesellschaften an den Berliner Airports. "Die Flughafengesellschaft hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 166 Millionen Euro eingefahren, im Jahr 2013 waren es 177 Millionen Euro", sagte Grünen-Fraktionschef Axel Vogel. "Wenn keine kostendeckende Preise genommen werden, wird das Wachstum der Berliner Flughäfen vom Steuerzahler subventioniert." Das rasante Ansteigen der Passagierzahlen sei in erster Linie ein Wachstum der Billigflieger, sagte Vogel. "Es ist aber nicht in unserem Interesse, dass dieser Markt unbegrenzt wächst."

Die Grünen hatten daher bei der Technischen Universität Chemnitz eine Studie zu den Flughafen-Gebühren in Auftrag gegeben. Demnach liegen die Gebühren pro Passagier in Berlin bei sieben Euro, während in Frankfurt/Main 14 Euro und in München 16 Euro genommen werden. "Daher müsste es auch in Berlin einen marktgerechten Preis von elf bis zwölf Euro geben", sagte Professor Friedrich Thießen, der die Studie erstellte.

Die Flughafengebühren seien in Deutschland zwar reguliert und müssten von der Luftfahrtbehörde genehmigt werden, so Thießen weiter. Doch die Behörden sähen sich eher als Mittler zwischen Airlines und den Flughafengesellschaften und hätten vor allem das Wachstum ihrer Airports im Auge.

Die mit niedrigen Gebühren verbundene Subventionierung des Flugverkehrs sei ebenso ein umweltpolitischer Frevel, unterstrich Vogel. Auch der wachsenden finanziellen Schieflage der Flughafengesellschaft dürfe die Politik nicht ungerührt zusehen. "Denn am Ende sind es immer die Steuerzahler, die für den Ausgleich der unzureichenden Einnahmen herhalten müssen."

Von: ch, dpa
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