Grüne fordern Einschreiten des Gesetzgebers wegen Luft in Flugzeugkabinen

07.03.2016 - 11:11 0 Kommentare

Gesundheitsschädliche Dämpfe in den Kabinen und Cockpits von Passagierflugzeugen sorgen seit längerem regelmäßig für Schlagzeilen. Die Grünen fordern nun den serienmäßigen Einsatz von Mess- und Warnsystemen in allen Maschinen.

 Messung der Sauerstoffaufnahmefähigkeit der Lunge am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin an der Universitätsmedizin in Göttingen - © © dpa - Swen Pförtner

Messung der Sauerstoffaufnahmefähigkeit der Lunge am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin an der Universitätsmedizin in Göttingen © dpa /Swen Pförtner

Die Grünen haben Konsequenzen aus den Beschwerden von Passagieren und Bordpersonal über möglicherweise gesundheitsschädliche Luft in Flugzeugkabinen gefordert. Die Bundesregierung solle den serienmäßigen Einsatz von Mess- und Warnsystemen in allen Maschinen durchsetzen, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Markus Tressel, der "Saarbrücker Zeitung". Flugzeuge, die noch mit der sogenannten Zapfluft arbeiteten, sollten nicht mehr zugelassen werden.

Tressel berief sich auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion, wonach im vergangenen Jahr bei der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung 147 Störungen "in Verbindung mit Kabinenluft" - sogenannte Fume Events - gemeldet wurden, ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vier Meldungen seien als "schwere" Störungen eingestuft worden.

© dpa, Swen Pförtner Lesen Sie auch: Göttinger Forscher finden Schadstoffe in Luft von Flugzeugkabinen

Tressel äußerte die Vermutung, dass die Dunkelziffer weit höher liege und verwies auf Zahlen der Berufsgenossenschaft Verkehr, die derzeit rund tausend Vorgänge bearbeite, bei denen Piloten oder Bordpersonal über die Auswirkungen klagen. "Die Gesundheit von Passagieren und Crewmitgliedern wird von Herstellern und Fluggesellschaften seit Jahren leichtfertig aufs Spiel gesetzt", sagte der Grünen-Politiker.

In den meisten Verkehrsflugzeugen wird die Kabinenluft aus den Triebwerken abgezapft. Diese Frischluft kann mit Giftstoffen aus Triebwerksölen verunreinigt sein oder Substanzen, die durch deren Verbrennung entstehen. Auch die Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit setzt sich bereits seit längerem dafür ein, dass das Risiko von Fume Events für Crew und Passagiere durch entsprechende Technik gesenkt wird.

© dpa, Fotomontage: airliners.de Lesen Sie auch: Giftiger Gestank? So ist die Rechtslage in Sachen "fume events"

Von: gk
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