Großrazzia gegen Schwarzarbeit bei Fracht und Gepäckabfertigung

07.10.2015 - 14:32 0 Kommentare

Hunderte Beamte von Zoll und Polizei haben Firmen in sieben Bundesländern durchsucht. Es geht um Schwarzarbeit bei Gepäckabfertigung und Fracht. Der Schaden geht in die Millionen. Schwerpunkt der Razzien waren Firmen am Flughafen Frankfurt.

Luftfracht-Handling am Flughafen Frankfurt - © © Fraport - Fraport-Fototeam

Luftfracht-Handling am Flughafen Frankfurt © Fraport /Fraport-Fototeam

Schlag gegen Schwarzarbeit in großem Stil: Etwa 1200 Beamte von Zoll und Polizei haben am frühen Mittwochmorgen in einer großangelegten Aktion 170 Objekte in sieben Bundesländern durchsucht. Sechs Männer im Alter von 26 bis 54 Jahren wurden in Hessen verhaftet, wie die Sonderkommission "Cumulus" beim Hauptzollamt Frankfurt mitteilte. Schwerpunkt der Razzien waren Firmen am Frankfurter Flughafen sowie im Großraum Frankfurt.

Den sechs Männern und weiteren 23 Beschuldigten wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Sie sollen über ein Firmengeflecht Dienstleistungen im Bereich Gepäckabfertigung und Fracht angeboten, die dabei eingesetzten Beschäftigten aber nicht oder nicht vorschriftsgemäß sozialversichert haben. Auch Lohn- und Umsatzsteuer sollen nicht ordnungsgemäß gezahlt worden sein. Den Schaden bezifferte der Zoll auf mindesten 17,6 Millionen Euro.

Generalunternehmen sollen getäuscht worden sein

Große Generalunternehmen, die mit den Beschuldigten zusammenarbeiteten, und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport sollen getäuscht worden seien. Ihnen wurde nach den Erkenntnissen der Ermittler vorgegaukelt, die Arbeitnehmer würden ordnungsgemäß beschäftigt.

Ein Fraport-Sprecher betonte, das Unternehmen arbeite eng mit den Behörden zusammen und unterstütze die Ermittlungsarbeit. Auch Räume einer Tochter von Lufthansa Cargo wurden durchsucht. Das Unternehmen ist nicht beschuldigt, sondern Zeuge, wie ein Firmen-Sprecher sagte. Man kooperiere mit den Behörden und habe Informationen zur Verfügung gestellt. Den Angaben zufolge gab es in der Vergangenheit Geschäftsbeziehungen zu einem der verdächtigen Unternehmen. Die Zusammenarbeit sei 2013 beendet worden, sagte der Sprecher.

Behörden hatten jahrelang ermittelt

Durchsuchungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt gab es zudem an den Flughäfen in Düsseldorf und München sowie in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Nähere Details zu den einzelnen Bundesländern wurden nicht genannt. Vorausgegangenen waren jahrelange Ermittlungen.

Von: dpa
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