Großbritannien und USA schließen Luftverkehrsabkommen

29.11.2018 - 15:03 0 Kommentare

In 120 Tagen verlassen die Briten die EU. Für die Zeit danach ist nun ein "Open Skies"-Abkommen mit den USA vereinbart worden. Indes räumt London erstmals negative Folgen des Brexits auf die Wirtschaft ein.

 - © © PA Wire/dpa - Niall Carson

© PA Wire/dpa /Niall Carson

Großbritannien und die USA haben ein neues "Open Skies"-Abkommen geschlossen. Dies teilte der britische Verkehrsminister Chris Grayling am Donnerstag mit. Das bislang für Flüge zwischen beiden Staaten geltende Abkommen ist zwischen den USA sowie der EU abgeschlossen und damit nach dem Brexit am 29. März 2019 nicht mehr gültig.

Mit dem Abkommen wird laut Grayling die Zeit nach dem EU-Ausstieg vorbereitet. Hierbei geht es nicht nur darum, die "Weiterführung der lebenswichtigen Transatlantikrouten" zu gewährleisten. Damit sollen auch die Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und den USA mit einem jährlichen Volumen von rund 50 Milliarden Pfund geschützt werden - "denn die werden durch Flugreisen unterstützt".

Diese Vereinbarung ist ein Beweis dafür, dass Großbritannien nach dem Brexit weiterhin eine wichtige Rolle auf der Weltbühne spielen wird.

Chris Grayling, Verkehrsminister von Großbritannien

Konkret soll durch die Vereinbarung sichergestellt werden, dass Flugzeuge, die von Großbritannien aus fliegen, weiterhin ohne Einschränkungen die USA ansteuern dürfen - und umgekehrt. So wie es aktuell auch schon im "Open Skies"-Abkommen zwischen der EU und den USA geregelt ist.

Auch mit Kanada liefen derzeit Gespräche über ein solches Abkommen. Mit acht weiteren Ländern (Albanien, Georgien, Island, Israel, Kosovo, Montenegro, Montenegro. Marokko und Schweiz) seien bereits bilaterale Vereinbarungen getroffen worden.

Regierung warnt vor Brexit-Folgen

Indes hat die britische Regierung erstmals zugegeben, dass das Votum für den Brexit negative Effekten auf die Wirtschaft haben werde. In einer Simulation möglicher Austrittsszenarien schrumpfe das Wirtschaftswachstum Großbritanniens in den kommenden 15 Jahren um bis zu vier Prozent, heißt es aus London.

Sollte das Land hingegen komplett ohne Scheidungsabkommen aus der EU ausscheiden, wird ein Rückgang der Wirtschaft um elf Prozent erwartet. Der britische Finanzminister Philip Hammond räumt ein: "Ein Verbleib in der EU wäre für die britische Wirtschaft besser."

Beobachter überrascht zwar die Deutlichkeit, mit der die Regierung erstmals nach fast zwei Jahren Finanzeinbußen durch den EU-Ausstieg offen anspricht; den Zeitpunkt halten sie hingegen für geschickt gewählt. Denn Premierministerin Theresa May muss Mitte Dezember den vom europäischen Rat schon abgesegneten Brexit-Kompromiss durchs House of Commons bringen. Dass sie dort eine Mehrheit hinter sich vereinen kann, ist keineswegs sicher:

© Fotolia/Delphotostock, Lesen Sie auch: Konzerne warnen vor zu viel Brexit-Optimismus

Von: cs
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