Einer der ranghöchsten moslemischen Polizisten in Großbritannien, Ali Dizaei, äußerte im Sender BBC seine Bedenken gegenüber dem Vorhaben. Seiner Ansicht nach gebe es kein besonderes "Profil", an dem ein Terrorist zu erkennen sei, sagte er am Vorabend. Zwar könne es für die Sicherheitsdienste interessant sein, welche Reisen ein Fluggast in der Vergangenheit gemacht habe und wie er sein Flugticket bezahle, sagte Dizaei. Aber besondere Kontrollen würden "hochproblematisch", wenn es um die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe oder einer Religion oder um das Herkunftsland von Reisenden gehe.
Anscheinend solle eine neue Art von Verbrechen in Großbritannien eingeführt werden, "nämlich 'Reisen, obwohl man Asiatisch ist'", kritisierte Dizaei. Der Moslemische Rat in Großbritannien wurde am Dienstag im "Guardian" mit den Worten zitiert, dass bei Sicherheitskontrollen nicht das Aussehen entscheiden dürfe. In Großbritannien leben rund eineinhalb Millionen Moslems.
Der frühere Chef von Scotland Yard, Lord John Stevens, hatte am Sonntag vorgeschlagen, sich bei den Sicherheitskontrollen auf "junge Moslems" zu konzentrieren. "Der islamische Terrorismus im Westen ist bislang von jungen moslemischen Männern verübt worden, (...) die fast immer alleine oder in kleinen Gruppen reisen", schrieb er in "News of the World".
British Airways (BA) prüft mögliche rechtliche Schritte gegen die britische Flughafenbehörde wegen der Störungen im Luftverkehr seit dem Terroralarm. Die Fluggesellschaft ziehe es "ernsthaft in Betracht", von der BAA eine Entschädigung für die Ausfälle von Flügen zu verlangen, sagte eine Sprecherin der britischen Fluglinie am Montagabend in London.
Seit Aufdeckung der geplanten Anschläge musste die BA wegen der verschärften Sicherheitsvorkehrungen dutzende Flüge streichen. Im "Guardian" hieß es, der Verlust für die Fluglinie belaufe sich auf 50 Millionen Pfund (rund 74 Millionen Euro). Die Firmensprecherin wollte diese Zahl nicht bestätigen.
Pakistan schloss nicht aus, einen der Hauptverdächtigen der mutmaßlichen Terrorgruppe an Großbritannien auszuliefern. Rashid Rauf habe die britische Staatsbürgerschaft und könne deshalb ausgeliefert werden, auch wenn es zwischen den beiden Ländern kein Abkommen dafür gebe, sagte der pakistanische Außenamtssprecher Tasnim Aslam in der Hauptstadt Islamabad. Pakistan habe aber bislang keinen Auslieferungsantrag aus London erhalten. Rauf soll die entscheidenden Hinweise zur Aufdeckung der geplanten Anschläge geliefert haben; er wurde dem Sprecher zufolge in Pakistan verhört.
Am Mittwoch wollte der britische Innenminister John Reid seine europäischen Kollegen über den derzeitigen Anti-Terror-Einsatz informieren. Neben Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wurden auch die Innenminister von Frankreich, Finnland und Portugal in London erwartet.
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