Großaktionär Air France-KLM fordert harte Einschnitte bei Alitalia

18.10.2013 - 13:57 0 Kommentare

Air France-KLM will sich bei der geplanten Rettung des Partners Alitalia zwar beteiligen, doch eigenes Geld wird nicht investiert. Es sei denn, die Italiener bauen ihre Airline grundlegend um.

Leitwerke von Alitalia und Air France - © © dpa -

Leitwerke von Alitalia und Air France © dpa

Alitalia kann nur bei einem grundlegenden Umbau auf Hilfe von ihrem Großaktionär Air France-KLM hoffen. "Air France, KLM und Alitalia würden zusammen eine großartige europäische Fluggesellschaft bilden", sagte der Chef des französisch-niederländischen Unternehmens, Alexandre de Juniac, am Donnerstagabend dem französischen Fernsehsender LCI. Allerdings müsse die italienische Gesellschaft deutlich weiter gehen, als bislang zu erkennen sei, betonte der Manager.

Mit einem Anteil von 25 Prozent ist Air France-KLM der größte Aktionär von Alitalia. Der geplanten Rettung des italienischen Partners durch eine Kapitalerhöhung und neue Kredite haben die Franzosen zwar zugestimmt, aber bisher kein eigenes Geld zugesagt. Das Rettungspaket sieht 300 Millionen Euro frisches Kapital und neue Kredite von 200 Millionen Euro vor.

Allerdings fährt auch Air France-KLM einen harten Sparkurs und streicht tausende Arbeitsplätze vor allem im Frankreich-Geschäft. Ohne eine gründliche Umstrukturierung von Alitalia könne man daher kein Geld in die italienische Fluglinie stecken, sagte Konzernchef de Juniac.

Unterdessen droht Alitalia weiter das Geld auszugehen. Angesichts der Schieflage der Gesellschaft hielten sich die Kunden im September mit Buchungen zurück, der Umsatz brach ein. Alitalia war bereits vor fünf Jahren in die Insolvenz geschlittert. Unter dem alten Namen, aber befreit von den Schulden, fusionierte sie mit der früheren Konkurrentin Air One. Air France-KLM kam als größter Aktionär und wichtigster Partner ins Boot.

Ein anderer Alitalia-Partner, die arabische Fluglinie Etihad, hatte bereits im September abgelehnt, den Italienern frisches Geld zuzuschießen. Der Air Berlin war Etihad hingegen Anfang 2012 mit einer kräftigen Kapitalspritze beigesprungen und dort zum größten Aktionär aufgestiegen.

Von: dpa-AFX
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