Kleinere Nachfolge-Airline geplant

Griechische Regierung will Olympic Airlines abwickeln

06.12.2007 - 12:29 0 Kommentare

Die griechische Olympic Airlines steht vor der Liquidierung. Der konservative Athener Verkehrsminister Kostis Chadzidakis will die chronisch defizitäre Fluggesellschaft schließen und durch eine "neue, gesündere" Airline ersetzen, "die dem Wettbewerb standhalten kann, ohne eine Bürde für die Steuerzahler zu sein", zitiert ihn das "Handelsblatt" (HB/Donnerstagausgabe).

Über Weihnachten und Neujahr solle aber Olympic auf alle Fälle noch weiterfliegen, sagte Chadzidakis. Nach "Handelsblatt"-Informationen aus Ministeriumskreisen plant die Regierung, Olympic 2008 zu liquidieren und anschließend unter neuem Namen und in erheblich verkleinertem Umfang neu zu gründen. Dafür wolle die Regierung auch private Investoren gewinnen, schreibt die Zeitung. Die künftige Fluggesellschaft solle statt bisher 42 nur etwa 20 Maschinen haben. Die meisten Auslandsstrecken würden gestrichen. Die neue Airline soll sich demnach auf den innergriechischen Verkehr und auf Verbindungen zu den südosteuropäischen Nachbarländern konzentrieren. Der Flugverkehr soll nach Angaben des Ministers während des Wechsels ununterbrochen weitergehen.

Mindestens die Hälfte der jetzigen Arbeitsplätze würde bei der Umsetzung der Pläne wegfallen, resümiert das "Handelsblatt". In Branchenkreisen werde vermutet, dass die Regierung den Betroffenen Vorruhestandsregelungen oder Arbeitsplätze in anderen Staatsunternehmen anbieten könnte. Chadzidakis betonte, keiner der rund 8.500 Olympic-Beschäftigten werde arbeitslos. Die Mitarbeiter planen allerdings bereits Proteste bis hin zu Flughafenbesetzungen.

Bereits 2003 wurde die damalige "Olympic Airways"-Gruppe grundlegend umstrukturiert. Damals wurde die Tochterfirma "Macedonian Airlines" in "Olympic Airlines" umbenannt und übernahm sowohl die internationalen Verbindungen der "Olympic Airways", als auch die Inlandsflüge, die bis dahin von der "Olympic Aviation" durchgeführt wurden.

Bereits 2004 versuchte Griechenland, die so umstrukturierte staatliche Airline zu veräußern, doch die Verkaufsverhandlungen scheiterten an den hohen staatlichen Subventionen, die bereits mehrfach zuvor einen Bankrott der Gruppe verhindert hatten. Nach jahrelangem Tauziehen verklagte die EU-Kommission Griechenland Anfang 2006 zudem wegen millionenschwerer Beihilfen für die nationale Fluggesellschaft Olympic vor dem Europäischen Gerichtshof.

Von: dpa, airliners.de
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