Griechen protestieren gegen Flughafenübernahmen durch Fraport

07.01.2016 - 12:52 0 Kommentare

Die Übernahme von griechischen Regionalairports durch den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport sorgt im Mittermeerstaat für Proteste. Eine Gewerkschaft hat jetzt zum Streik aufgerufen.

Passagiere warten im Flughafen des griechischen Flughafens Thessaloniki. - © © EPA - Sotiris Barbarousis

Passagiere warten im Flughafen des griechischen Flughafens Thessaloniki. © EPA /Sotiris Barbarousis

Aus Protest gegen die Verpachtung von 14 griechischen Regionalflughäfen an ein deutsch-griechisches Konsortium unter der Führung der Fraport will die Gewerkschaft der griechischen Zivilen Luftfahrt (OSYPA) am Freitag die Arbeit für 24 Stunden niederlegen. Der Ausstand wird nach Angaben der griechischen Fluglinien keine Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr haben. Dagegen fallen die meisten Inlandflüge am Freitag aus, hieß es.

Fraport hatte vor knapp einem Monat einen Konzessionsvertrag über 40 Jahre für die Übernahme von 14 Regionalflughäfen im EU-Krisenstaat mit dem griechischen Privatisierungsfonds abgeschlossen. Gemeinsam mit dem griechischen Partner Copelouzos Group plant der Konzern die Flughäfen im Herbst übernehmen.

Furcht vor harten Einsparungen

Die griechische Luftfahrtgewerkschaft klagte beim obersten griechischen Verwaltungsgericht. Die Verhandlung beginnt an diesem Freitag. Die Gewerkschaft befürchtet harte Einsparungen seitens der neuen Betreiber. Juristen gingen jedoch davon aus, dass das Gericht die Verpachtung genehmigen werde.

© dpa, Armin Weigel Lesen Sie auch: Fraport unterzeichnet Vertrag für griechische Flughäfen

Für die 14 Flughäfen - unter anderem auf den Inseln Rhodos, Santorini und Mykonos - zahlt die Fraport-Konsortium einmalig 1,234 Milliarden Euro, verpflichtet sich zu Investitionen an den Flughäfen (330 Millionen Euro bis 2020) und führt eine jährliche Konzessionsabgabe von 22,9 Millionen Euro an den griechischen Staat ab.

Von: gk, dpa
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