Michael O'Leary, CEO Ryanair © dpa /Felipe Trueba
Hohe Treibstoffpreise haben der irischen Fluggesellschaft Ryanair im ersten Geschäftsquartal einen Gewinneinbruch eingebrockt. Unter dem Strich stand für die Monate April bis Juni ein Überschuss von 99 Millionen Euro und damit 29 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie Europas größter Billigflieger am Montag in Dublin mitteilte. Damit verdiente das Unternehmen weniger als von Analysten erwartet. Der um elf Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gestiegene Umsatz konnte die höheren Belastungen nur teilweise ausgleichen.
Die Aktie des Easyjet-Konkurrenten reagierte mit einem Kursverlust auf die Nachrichten. An der Londoner Börse ging es für das Papier bis zum späten Vormittag um 2,20 Prozent auf 3,821 Euro nach unten.
Nach Einschätzung von Ryanair-Chef Michael O'Leary werden die Aussichten für die kommenden Monate angesichts der schwachen Wirtschaftsentwicklung in Europa nicht besser. "Unser Ausblick für das laufende Jahr bleibt verhalten", sagte er. Der Manager rechnet weiterhin damit, dass der um Sondereinflüsse bereinigte Überschuss im Geschäftsjahr 2012/2013 auf 400 bis 440 Millionen Euro sinkt. Die schwache Wirtschaftsentwicklung in der Europäischen Union dürfte eine Anhebung der Ticketpreise erschweren.
Im Geschäftsjahr 2011/2012 hatte die Gesellschaft ihren Gewinn dank eines Sondererlöses um die Hälfte auf 560 Millionen Euro gesteigert. Auch ohne Sondereffekte war der Überschuss noch um ein Viertel auf 503 Millionen Euro gestiegen.
Fehlspekulation beim Fuel Hedging
Für den Gewinnrückgang im zweiten Quartal machte O'Leary vor allem die stark gestiegenen Kerosinpreise verantwortlich. Insgesamt stieg die Treibstoffrechnung für Ryanair um mehr als ein Viertel auf 544 Millionen Euro. Zwar hat sich Ryanair für dieses Jahr schon den Großteil seines Kerosinbedarfs zu festen Preisen gesichert. Das Preisniveau liegt allerdings um gut ein Fünftel höher als ein Jahr zuvor.
Außerdem drückten laut Ryanair die Sparmaßnahmen in vielen europäischen Staaten auf die Ticketnachfrage. Preiserhöhungen seien dadurch schwierig. Zudem versuchte der Billigflieger Fluggäste an neu eröffneten Standorten unter anderem in Dänemark, Spanien und Polen mit Kampfpreisen anzulocken. Während hier weniger Geld hereinkam, musste Ryanair auf Flügen nach und aus dem Euro-Krisenland Spanien höhere Flughafengebühren schultern. Von April bis Juni waren insgesamt 22,5 Millionen Fluggäste mit Ryanair unterwegs, sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Konkurrent Easyjet konnte den Umsatz im Geschäftsquartal bis Ende Juni um 10,5 Prozent auf über eine Milliarde britische Pfund steigern. Der Vorsteuergewinn im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September dürfte damit 280 bis 300 Millionen britische Pfund (360 bis 386 Mio. Euro) erreichen. Für den wichtigsten Absatzmonat August seien zudem bereits 75 Prozent der Tickets verkauft, wie Easyjet in der vergangenen Woche mitteilte.
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