Gewerkschaftsbündnis will "konstruktiver Lufthansa-Partner" sein

08.04.2016 - 11:06 0 Kommentare

Lohn- und Sozialdumping verhindern, das ist das Ziel des neuen "DACH"-Verbands, dem mehrere Gewerkschaften des fliegenden Personals angehören. Das internationale Bündnis will dabei ein "konstruktiver Partner" des Lufthansa-Konzerns sein.

Michael Singscheidt (Kapers), Ingolf Schumacher (Vereinigung Cockpit), Johannes Schwarcz (Vida), Henning M. Hoffmann (Aeropers) und Uwe Hien (Ufo; von links). - © © Vida -

Michael Singscheidt (Kapers), Ingolf Schumacher (Vereinigung Cockpit), Johannes Schwarcz (Vida), Henning M. Hoffmann (Aeropers) und Uwe Hien (Ufo; von links). © Vida

In den deutschsprachigen Stammländern des Lufthansa-Konzerns haben sich die Gewerkschaften des fliegenden Personals zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um gegen Lohn- und Sozialdumping vorzugehen. Jetzt hat das "DACH"-Bündnis in Wien Details zu seiner Strategie und seiner Rolle bekannt gegeben. Man wolle ein konstruktiver Partner sein und den Abschluss wettbewerbsfähiger Tarifverträge anbieten, damit der Lufthansa-Konzern mit allen Marken erfolgreich sein und mit dem Markt wachsen könne, hieß es in einer Mitteilung.

"Wir werden Standards für künftige Tarifverträge festlegen, gemeinsame Strategien entwickeln und multinationale Verhandlungsteams stellen", sagte Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer des Schweizer Pilotenverbands Aeropers. "Wir wollen uns aktiv einbringen, bevor Manager und Beratungsfirmen neue Strukturen, Zuständigkeiten und Geschäftsfelder schaffen und zu Fakten machen."

Auch Gewerkschaft aus Belgien soll dazustoßen

Nicoley Baublies, Vorstand der Flugbegleiterorganisation Ufo, ergänzte, man wolle ein gegenseitiges Ausspielen der Arbeitsbedingungen in den verschiedenen Betrieben verhindern. "Das Teile-und-Herrsche-Prinzip, mit dem die Lufthansa-Konzernführung seit einiger Zeit nicht nur innerhalb Deutschlands agiert, macht unsere Zusammenarbeit unverzichtbar", sagte Ingolf Schumacher. Er ist Vorsitzender der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC).

Hintergrund ist die Eurowings-Billigstrategie der Lufthansa, die aktuell Flugzeuge von einer deutschen auf eine österreichische Gesellschaft verlagert. Über die Arbeitsbedingungen außerhalb des deutschen Tarifrechts wird mit der österreichischen Gewerkschaft Vida verhandelt.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Arbeitnehmervertreter kritisieren Sparkurs bei Eurowings Europe

Den Gewerkschaftlern zufolge soll ihre neue Allianz kein Vorzeichen für vermehrte Streiks sein. Unterstützungsarbeitskämpfe für Österreich seien nach deutschem Recht gar nicht erlaubt, sagte Schumacher von der VC.

Dem Bündnis "DACH" gehören neben den deutschen Verbände Ufo und Vereinigung Cockpit auch die österreichische Vida sowie die Schweizer Gewerkschaften Kapers (Kabinenpersonal) und Aeropers (Vereinigung des Cockpitpersonals der Swiss) an. Im vierten Lufthansa-Stammland Belgien ist bislang noch keine Gewerkschaft dem Bündnis beigetreten. Das wird aber angestrebt, genauso wie eine weitere Internationalisierung.

Von: ch, mit Material von dpa-AFX
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