Annahmefrist verlängert

Gewerkschaften stimmen Alitalia-Rettungsplan zu

25.09.2008 - 18:07 0 Kommentare

Die größte Alitalia-Gewerkschaft CGIL hat Ihren Widerstand gegen die geplante Umstrukturierung der insolventen italienischen Airline aufgegeben. Nun müssen aber noch die Gewerkschaften der Piloten und Flugbegleiter zustimmen. Die italienische Investorengruppe CAI hat nun ihr Übernahmeangebot für Teile der maroden Fluglinie um zwei Wochen verlängert. Nun könnte Alitalia auch sogar wieder mit Unterstützung von Air France/KLM rechnen.

Eine Alitalia-Maschine startet vor der italienischen Flagge. - © © dpa -

Eine Alitalia-Maschine startet vor der italienischen Flagge. © dpa

Für die insolvente italienische Airline Alitalia bahnt sich eine Rettung in letzter Minute an: Nach neuen Verhandlungen haben am Donnerstag die vier größten Gewerkschaften des Landes dem Plan der Investorengruppe CAI doch noch zugestimmt. Vor allem die größte Arbeitnehmervertretung CGIL, die bis zuletzt Widerstand geleistet hatte, gab jetzt nach. Der Rettungsplan sieht unter anderem den Abbau von mindestens 3000 der insgesamt 20 000 Stellen vor. Nun müssen noch die Gewerkschaften der Piloten und der Flugbegleiter ihre Einwilligung geben. «Jetzt werden wir weiterarbeiten, um diese auch noch an Bord zu holen», sagte CAI-Geschäftsführer Rocco Sabelli.

Die italienische Investorengruppe hatte nach der Bekanntgabe der Gewerkschafts-Zustimmung ihr Übernahmeangebot für Teile der maroden Fluglinie um zwei Wochen verlängert. Die Offerte gelte nun bis zum 15. Oktober, teilte Alitalia mit.

An dem Treffen im Regierungssitz von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, das von dessen engem Vertrauten Gianni Letta geleitet wurde, nahmen neben den Gewerkschaftsführern auch Regierungsvertreter und der Präsident der privaten Investmentgesellschaft CAI, Robert Colaninno, teil. Die Investorengruppe hatte vor einer Woche ihr Angebot zurückgezogen, weil es zu keiner Einigung mit den betroffenen Gewerkschaften gekommen war. Regierungsvertreter hatten am Mittwoch versucht, die Investoren davon zu überzeugen, noch einmal an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zudem könnte nach dem Wunsch von Berlusconi auch eine ausländische Gesellschaft eine Minderheitsbeteiligung bei Alitalia übernehmen.

Air France/KLM will weiterhin einsteigen

Unterdessen hat es aus Kreisen um die Fluggesellschaft Air France/KLM erneut Verlautbarungen gegeben, die Fluggesellschaft wolle sich im Falle einer Übernahme der Alitalia durch die italienische Investorengruppe CAI mit 10 bis 20 Prozent an der italienischen Airline beteiligen. Wie die französische Zeitung „Le Monde“ heute in ihrer Internetausgabe schreibt, habe der frühere Alitalia-Chef und heutige Air France/KLM-Berater Francesco Mengozzi gestern Abend der italienischen Regierung eine Interessensbekundung der Air France/KLM überbracht. Die französich-niederländische Airline hatte bereits Ende August eine mögliche Beteiligung an einer sanierten Alitalia in Aussicht gestellt.

Wegen der drohenden Pleite der noch staatlichen Airline sind jedoch die Ticket-Verkäufe in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. «Alitalia fliegt und wird weiterfliegen. Helft uns und kauft Alitalia-Tickets!», sagte der von der Regierung eingesetzte Alitalia-Verwalter Augusto Fantozzi vor Journalisten. Im September seien die Verkäufe um 100 Millionen Euro zurückgegangen, fügte er hinzu.

Von: airliners.de, dpa
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