Gewerkschaften kritisieren drohenden Airbus-Abzug bei LGW

23.08.2018 - 12:11 0 Kommentare

Bei der Eurowings-Gesellschaft LGW wird laut Gewerkschaften die Airbus-Flotte abgezogen. Ufo und Verdi fordern deshalb Job-Sicherheit für das Kabinenpersonal.

Flugbegleiterinnen der LGW in Eurowings-Uniformen. - © © LGW -

Flugbegleiterinnen der LGW in Eurowings-Uniformen. © LGW

Die Gewerkschaften Ufo und Verdi schlagen Alarm: Bei der Eurowings-Airline LGW (Luftfahrtgesellschaft Walter) wurden am Dienstag bei einer Mitarbeiterversammlung Umbaumaßnahmen angekündigt. Wie airliners.de aus Gewerkschaftskreisen erfuhr, soll die Airbus-Flotte bei der früheren Air-Berlin-Tochter bis Jahresende abgezogen und an andere Eurowings-Gesellschaften übertragen werden.

Eurowings wollte zu den Angaben nicht Stellung nehmen. "Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit den Sozialpartnern für das Cockpit- und Kabinenpersonal der LGW", sagte ein Sprecher gegenüber airliners.de. "Unser Interesse ist, zeitnah für die Mitarbeiter der LGW eine klare Perspektive zu schaffen." Zu den Inhalten der Gespräche äußere man sich nicht öffentlich.

Airbusse sind erst seit Dezember 2017 bei LGW

Die Flotte von LGW umfasst derzeit 13 Maschinen der A320-Familie und 20 Turboprops vom Typ Bombardier Dash 8. Die Airbus-Jets wurden erst seit Dezember 2017 bei der ehemaligen Air-Berlin-Tochter eingeflottet.

Nach Angaben der Ufo sind aber nur drei der Airbusse tatsächlich bei LGW im Einsatz, die restlichen konnten wegen Pilotenmangels nicht in Betrieb genommen werden. Da aber für die Maschinen bereits Flugbegleiter eingestellt worden seien, bestehe ein erheblicher Personalüberhang. Davon betroffen sei vor allem der Standort Berlin.

© Eurowings, Lesen Sie auch: LGW diskutiert Airbus-Ausflottung

Über die Abgabe der Airbus-Maschinen wurde bereits seit Juni spekuliert. Die Abberufung der bisherigen Geschäftsführer habe für zusätzliche Verunsicherung gesorgt, heißt es bei Ufo. In einem Mitarbeiterschreiben sprach die Tarifkomission von einem "Unfriendly Take-over".

Verdi-Tarifsekretär Volker Nüsse berichtet, dass in Tegel und Stuttgart die Flugbegleiter nur noch für wenige Flüge eingesetzt würden: "Seit Monaten leben die Beschäftigten in Unsicherheit und wissen nicht, wie es am nächsten Tag weitergeht."

Tarifvertrag und Zukunftsaussagen gefordert

Laut Gewerkschaft sind 400 Flugbegleiter bei LGW beschäftigt. Für sie fordern Verdi und Ufo nun Zukunftsperspektiven. Am 30. und 31. August treffen sich die konkurrierenden Gewerkschaften zu separaten Verhandlungen mit der Geschäftsleitung.

Ufo will für die Flugbegleiter einen Sozialtarifvertrag mit klaren Regeln für den Übergang in andere Flugbetriebe aushandeln. Zudem verlangt die Gewerkschaft klare Aussagen von Eurowings zur Zukunft der LGW, auch zum Verbleib der 20 Dash-Maschinen. Für das Kabinenpersonal bei LGW gibt es bislang noch keinen Tarifvertrag - Ufo und Verdi versuchen seit vergangenem das zu ändern und haben Tarifkommissionen gegründet.

Unsicherheit auch Piloten

Auch bei den Piloten sorgte die Eurowings-Politik der vergangenen Wochen für Irritationen. So wurde gezielt Cockpit-Personal von LGW für Eurowings abgeworben - dies heizte Diskussionen um die Zukunftsaussichten der ehemaligen Air-Berlin-Tochter an.

Von: pra
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