Tarifverhandlungen bei Austrian unterbrochen

11.07.2018 - 10:24 0 Kommentare

Die Gewerkschaft Vida unterbricht die Tarifverhandlungen bei Austrian Airlines und wirft dem Management der Lufthansa-Tochter vor, sich nicht an Absprachen zu halten. Die Airline reagiert überrascht.

Crew-Mitglieder von Austrian betreten am Flughafen Wien eine Embraer-Maschine ihrer Airline. - © © Austrian Airlines -

Crew-Mitglieder von Austrian betreten am Flughafen Wien eine Embraer-Maschine ihrer Airline. © Austrian Airlines

Zwischen der Gewerkschaft Vida beziehungsweise dem Betriebsrat Bord und dem Management ist ein Streit ausgebrochen. So wirft Vida-Luftfahrtchef Johannes Schwarcz dem Unternehmen vor, sich nicht an ein bereits im Mai unterschriebenes Eckpunktepapier zu halten. Austrian zeigt sich verwundert, ob der neuen Eskalationsstufe.

So hat Vida die Verhandlungen über einen Kollektivvertrag für die 4000 Kabinen- und Cockpit-Beschäftigten ausgesetzt und will Ende Juli Betriebsversammlungen einberufen. Danach könnten sogar Streiks drohen. Doch schon die Betriebsversammlungen Diese könnten zu "beachtlichen Beeinträchtigungen" im Austrian-Flugplan führen, so Experten. Schon im Frühjahr haben die Verhandlungen für Flugausfälle gesorgt.

Schwarcz sieht das Austrian-Jubiläum im Fokus

Das Unternehmen weigere sich, zu dem abgesegneten Eckpunktepapier zu stehen, so Schwarcz: "Wir haben uns vor über zwei Monaten nach einem 24-stündigen Verhandlungsmarathon auf den neuen Kollektivvertrag geeinigt", das jetzige Verhalten sei "zutiefst irritierend".

Die Einigung wurde von der österreichischen Lufthansa-Tochter unter großem Druck erzielt, vermutete Schwarcz zunächst: "Der Abschluss sollte Ruhe ins Unternehmen bringen." Doch nun hegt er einen anderen Verdacht: "Das Unternehmen wollte offenbar sicherstellen, dass die 60-Jahr-Feier ohne Störungen über die Bühne gehen kann."

Was Austrian hier abliefert, ist ein beispielloser Affront.

Johannes Schwarcz, Vorstand Luftfahrt von Vida

Auch Betriebsrat-Vize Andreas Geldner ist verwundet: "Das Unternehmen knüpft seine Unterschrift plötzlich an Punkte, die so nie ausgemacht waren." Unter anderem gehe es darum, dass Mütter und Teilzeitangestellte "benachteiligt" würden, so Geldner.

Lufthansa-Tochter ist verwundert

Die Airline zeigt sich auf Anfrage verwundert: "Wir verstehen nicht, warum Betriebsrat und Gewerkschaft riskieren wollen, die große Verhandlungslösung auf Grund eines Details scheitern zu lassen", so ein Sprecher. In der Sache gehe es darum, dass die Gewerkschaft eine bessere Bezahlung für Teilzeitarbeit wolle und die Airline im Gegenzug auf eine strengere Vergabe von Teilzeitarbeit für Piloten pocht.

Dennoch habe man jüngst angeboten, die Vergabe von Teilzeit ab Beantragung von derzeit zwölf Monaten auf maximal 24 Monaten anzuheben. " Der Verhandlungspartner hat hierzu leider nicht Stellung bezogen, sondern die Verhandlungen über die Presse für unterbrochen erklärt."

Man stehe weiterhin zu dem Eckpunktepapier. "Wir bleiben jederzeit bereit, den offenen Punkt zu lösen und den nahezu fertig ausformulierten Kollektivvertrag zu unterschreiben", so der Airline-Sprecher.

Austrian bot 2,1 Prozent mehr Gehalt

Der Tarifvertrag für das fliegende Personal bei Austrian wird üblicherweise alle zwei Jahre neuverhandelt. Aktuell laufen die Gespräche seit vergangenem Oktober. Im November hatte Austrian für den neuen Kollektivvertrag laut Vida eine Gehaltserhöhung von 2,1 Prozent angeboten.

"Untragbar", befand der Bordbetriebsratsvorsitzende Rainer Stratberger. "Angesichts dessen, dass es seit 2012 so gut wie keine Erhöhungen gegeben hat, kann das nur ein Witz sein, über den niemand lachen kann."

© Austrian Airlines, Lesen Sie auch: Austrian-Chef will Kollektivvertrag nachbessern

Von: cs
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »