Tarifverhandlungen für Sicherheitskräfte an Berliner Airports gehen weiter

19.09.2016 - 16:24 0 Kommentare

Die nächste Verhandlungsrunde für die Sicherheitskräfte an den Berliner Flughäfen steht an. Die Gewerkschaft Verdi fordert mehr Geld, die Arbeitgeber sprechen von einem schon jetzt "sehr hohen Niveau".

Schild eines Kontrolleurs am Flughafen. - © © dpa - Caroline Seidel

Schild eines Kontrolleurs am Flughafen. © dpa /Caroline Seidel

Nach einer ergebnislosen zweiten Runde sollen am Dienstag (20. September) die Tarifverhandlungen für die rund 2500 Sicherheitskräfte an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld weitergehen. "Sollte es an diesem Tag nicht zu einem Ergebnis kommen, ob Interimslösung oder langfristigem Tarifvertrag, sind Streiks ab Oktober möglich", hatte Verdi-Verhandlungsführer Benjamin Roscher schon vor dem Treffen angekündigt.

Die Arbeitgeberseite glaubt, dies abwenden zu können. Man sei verhalten optimistisch, beim jetzt angesetzten Treffen einen Durchbruch erzielen zu können, sagte Rainer Friebertshäuser, der Verhandlungsführer des Fachverbandes Aviation im Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW).

Verdi will Gehaltserhöhung von mehr als 20 Prozent

Verdi fordert für die Luftsicherheitsassistenten, die Fluggäste und Gepäck kontrollieren, 19 Euro sowie höhere Zulagen. Das wären 21 Prozent mehr - bisher verdienen sie 15,64 Euro.

Aber auch die Sicherheitskräfte, die Personal- und Warenkontrollen durchführen, sollen mehr bekommen. Verdi will in diesem Bereich einen Stundenlohn von 16 Euro durchsetzen. Derzeit sind es noch 11,72 Euro, die Forderung entspricht einem Plus von 37 Prozent. Die Gewerkschaft argumentiert mit dem wachsenden Andrang und schwierigen Arbeitsbedingungen an den veralteten Flughäfen und gestiegenen Lebenshaltungskosten im Raum Berlin.

© dpa, Hannibal Hanschke Lesen Sie auch: Tarifverhandlungen für Kontrolleure in Berlin und Brandenburg vertagt

Die Arbeitgeber hatten empört auf diese Forderungen reagiert. "Das kann nicht ewig so weitergehen, zumal wir längst ein sehr hohes Niveau erreicht haben", sagte BDSW-Hauptgeschäftsführer Harald Olschok. Er verwies dabei auch auf die Gehaltssteigerungen in den vergangenen Jahren.

Löhne sind in den vergangenen Jahren gestiegen

So ist zum Beispiel laut BDSW-Angaben der Stundenlohn für die Passagier- und Gepäckkontrolleure in Berlin und Brandenburg zwischen 2011 und 2015 um fast 34 Prozent gestiegen. Der Verband bezieht sich dabei auf den Stundengrundlohn, Zuschläge für Nachtarbeit (15 Prozent), Sonntagsarbeit (40 Prozent) oder Feiertagsarbeit (100 Prozent) sind nicht mit eingerechnet.

Löhne der Luftsicherheitsassistenten der Passagier- und Gepäckkontrolle in Berlin-Brandenburg
Angaben in Euro
Januar 2011 11.70
Januar 2012 11.88
Januar 2013 12.25
Februar 2014 14.00
November 2014 14.85
August 2015 15.64

Diese Grafik zeigt, wie sich die Stundengrundlöhne seit 2011 für Luftsicherheitsassistenten der Passagier- und Gepäckkontrolle entwickelt haben. Quelle: BDSW

Laut Angaben des Flughafenverbands ADV und des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) sind die Stundengrundlöhne für die Beschäftigten im Bereich Luftsicherheit erheblich höher als im "normalen" Sicherheitsgewerbe. Gleichzeitig sei die Wirkung von Arbeitskämpfen der Sicherheitskräfte an Airports vergleichsweise hoch, da mit relativ wenigen Streikenden ein sehr großer Effekt erzielt werden könne.

Der bestehende Tarifvertrag für Sicherheitsleute im Luftverkehr in Berlin-Brandenburg läuft bereits Ende September aus, die übrigen Länder folgen zum Jahresende. Laut Verdi steht der Vorschlag im Raum, eine Interimslösung für Berlin-Brandenburg abzuschließen. Diese würde drei Monate beziehungsweise bis zum Ende des Jahres gelten, um dann mit den anderen Bundesländern zeitgleich verhandeln zu können.

Von: ch, dpa
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