Gewerkschaft will gesamte Luftverkehrsbranche an einen Tisch holen

15.12.2016 - 11:47 0 Kommentare

Die Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL) hat jetzt erneut zu einem Dialog der gesamten Luftverkehrsbranche aufgerufen. Anlass sind die jüngsten Sparankündigungen von Lufthansa Technik.

Nicoley Baublies - © © dpa - Boris Roessler

Nicoley Baublies © dpa /Boris Roessler

Die Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL) hat jetzt ihren Aufruf zu einem branchenweiten Dialog zum Luftverkehrsstandort Deutschland erneuert. Als Anlass nannte sie in einer Mitteilung die Ankündigung von Lufthansa Technik, im nächsten Jahr die Überholung von Verkehrsflugzeugen in Hamburg einzustellen. "Damit gehen ein weiterer wichtiger Teilbetrieb im deutschen Luftverkehr und gleichzeitig 400 Arbeitsplätze verloren. Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi führten zu keinem Ergebnis, um dies zu verhindern", so IGL-Chef Nicoley Baublies.

Das Klein-Klein für jeden Luftverkehrsbetrieb führe nicht zum ersten Mal zu Standortverlagerungen. Beispielsweise seien bei der Lufthansatochter LSG, zuständig für das Flugzeugcatering, Verlagerungen in das osteuropäische Ausland bereits angekündigt. Air Berlin scheine künftig keine Rolle mehr zu spielen und viele kleinere deutsche Flughäfen seien in ihrer Existenz bedroht, so Baublies weiter. "Wir müssen endlich das große Ganze betrachten, statt die Flickschusterei weiter zu betreiben."

© Fraport AG, Lesen Sie auch: Diskussion über Arbeitsbedingungen in der Luftfahrt

IGL-Sprecher Daniel Flohr verwies auf das erfolgreiche Agieren von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in anderen Branchen. Als Beispiele nannte er unter anderem den Umbau von BASF in Zusammenarbeit von Konzern und IG BCE. "Die Erfolgsstory der Kollegen in anderen Industrien sollten wir uns zum Vorbild nehmen", so Flohr mit Blick auf die Luftverkehrsbranche. Für die IGL wäre der Bund der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) eine gute Plattform für einen künftigen Branchendialog.

Von: gk
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