Iren nennen Gespräche mit Ryanair "enttäuschend"

20.12.2017 - 14:18 0 Kommentare

Die irische Gewerkschaft Impact ist von den ersten Gespräche mit Ryanair "enttäuscht". Der Billigflieger hingegen bewertet das Treffen als "positiv". Die deutsche VC warnt nun.

Maschine von Ryanair: Gespräche mit verschiedenen Pilotengewerkschaften. Foto: © dpa

Das erste Treffen in der Geschichte des Billigfliegers Ryanair mit einer Pilotengewerkschaft hat keine Fortschritte gebracht. Die irische Gewerkschaft Impact Trade Union zeigte sich in Dublin enttäuscht. Ryanair hingegen bewertete das Treffen am Dienstagabend als "positiv".

Ryanair sei nicht bereit gewesen, die irische Gewerkschaft schriftlich anzuerkennen, kritisierte Pressesprecher Bernard Harbor. Man habe jetzt dem Unternehmen eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet und erwarte bis Donnerstagmittag eine Antwort. Mitglied der Gewerkschaft ist die irische Pilotenvereinigung IALPA. Ryanair sagte zu, bis Donnerstag schriftlich auf Vorschläge zu antworten.

Deutsche VC warnt

An diesem Mittwoch war auch ein Treffen zwischen Ryanair und Vertretern der Vereinigung Cockpit (VC) geplant. Man müsse herausbekommen, ob Ryanair wirklich Tarifverhandlungen anstrebe, sagte VC-Vorstand Markus Wahl. "Es kann auch sein, dass sie sich nur über die Weihnachtstage retten wollen."

Für diesen Fall müsse den Iren klar sein, dass auch Streiks vor Weihnachten noch durchaus möglich seien, betonte Wahl. Er persönlich rechne allerdings damit, dass man Fortschritte erzielen könne und einen weiteren Termin vereinbare. Die deutschen Ryanair-Piloten wollten eigentlich an diesem Mittwoch streiken.

Die Billig-Airline hatte es bislang grundsätzlich abgelehnt, Gewerkschaften als Vertreter ihrer Beschäftigten anzuerkennen. Nach koordinierten Streikdrohungen europäischen Pilotengewerkschaften in mehreren Ländern machte Ryanair eine Kehrtwende und bot Gespräche an. Bislang hatte sich die Fluggesellschaft stets nur mit lokalen Piloten-Komitees an europaweit verteilten Stationen gesprochen.

Im September hatte die Billigfluglinie den Ausfall tausender Flüge bis März bekanntgeben müssen - offiziell, weil das Unternehmen bei der Planung der Jahresurlaube der Piloten Fehler gemacht hatte, laut Gewerkschaftsangaben aber auch, weil viele Piloten das Unternehmen wegen schlechter Bezahlung und schlechter Arbeitsbedingungen verlassen haben.

© AirTeamImages.com, Simone Ciaralli Interview mit Tarifexperten: "Personalprobleme sind der Hauptgrund" Interview

Von: cs, dpa-AFX, AFP
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Leere Schalter von Ryanair. Ryanair wird großflächig bestreikt

    Seit drei Uhr in der Nacht halten die Piloten in fünf europäischen Ländern Ryanair am Boden. Die Airline strich wegen der Streiks hunderte Flüge, sagt aber auch, dass sich die Lage im Laufe des Tages beruhigen soll.

    Vom 10.08.2018
  • Eine Boeing 737 der Ryanair. Ryanair will keine Flugzeuge aus Deutschland abziehen

    Der Billigflieger ganz milde: Trotz vorheriger Ankündigung will Ryanair bei weiteren Pilotenstreiks keine Flugzeuge abziehen - zumindest aus Deutschland. Dem Low-Coster stehen die nächsten Streiks bevor.

    Vom 02.08.2018
  • Boeing 737 von Ryanair. Ryanair droht mit Stellenabbau in Deutschland

    In Deutschland legen die Piloten und Flugbegleiter von Ryanair am Mittwoch die Arbeit nieder. Es geht um mehr Geld sowie bessere Arbeitsbedingungen. Von der Airline kommt Kritik - und eine Drohung.

    Vom 11.09.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus