Gewerkschaft macht Druck bei Austrian Airlines

19.04.2018 - 15:50 0 Kommentare

Im Tarifkonflikt bei Austrian Airlines gibt es offenbar nach wie vor kaum Fortschritte. So sieht es jedenfalls die Gewerkschaft Vida und will nur noch bis Ende April verhandeln.

Mitarbeiter von Austrian Airlines. - © © Austrian Airlines -

Mitarbeiter von Austrian Airlines. © Austrian Airlines

Bei Austrian Airlines zeichnet sich derzeit offenbar noch keine Lösung für den Tarifkonflikt ab - obwohl die Geschäftsführung und die Gewerkschaft Vida an den Verhandlungstisch zurückgekehrt sind. Die Verhandlungen seien sehr mühsam, erfuhr airliners.de aus Gewerkschaftskreisen. "Ein Abschluss ist noch nicht greifbar."

Nun hat die Gewerkschaft Vida der Fluggesellschaft ein Ultimatum gestellt. "Am 30. April entscheiden wir, ob es eine Grundsatzeinigung über alle wichtigen Eckpunkte gibt und damit ein Abschluss möglich ist oder ob auch der dritte Verhandlungsanlauf gescheitert ist", sagte Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Bereichs Luftfahrt bei der Vida laut Nachrichtenagentur APA.

Austrian will keinen Termindruck

Bei Austrian Airlines will man dagegen von einer Deadline für die Verhandlungen nichts wissen: "Es gibt keinen von außen gesetzten Termin", betonte ein Sprecher gegenüber airliners.de. "Wir verhandeln gut und konstruktiv. Unser Ziel ist es, am Verhandlungstisch zu einem Ergebnis zu kommen."

Anfang April haben beiden Seiten die Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag für die Austrian-Mitarbeiter wiederaufgenommen. Zuvor hatte die Vida bereits "die Zeichen auf Sturm" gesetzt: Im Februar wurden "weitere gewerkschaftliche Maßnahmen" beschlossen, um Druck auf die Airline-Geschäftsführung auszuüben. Das Spektrum reiche dabei von Dienst nach Vorschrift über wiederholte Betriebsversammlungen bis hin zu Arbeitsniederlegung, hieß es.

Ein Warnschuss war die Betriebsversammlung am Flughafen Wien, mit dem die Gewerkschaft am 22. März den Flugplan durcheinanderbrachte - 150 Flüge fielen aus.

© Austrian Airlines, Lesen Sie auch: Gewerkschaft droht Austrian mit Klage

Ob nach der Deadline am 30. April ein Arbeitskampf bei der österreichischen Lufthansa-Tochter droht, ließ die Gewerkschaft bislang offen. Sie würde allerdings gerne bis zum 15. Mai zu einem Abschluss kommen - dann feiert die Austrian ihr 60-jähriges Jubiläum. "Wir möchten gemeinsam mit der Chefetage des Unternehmens und allen Beschäftigten feiern. Mit einem guten und fairen Abschluss steht einer ausgelassenen Feier nichts im Weg", erklärte Schwarcz.

Im November hatte Austrian Airlines für den neuen Kollektivvertrag laut Vida eine Gehaltserhöhung von 2,1 Prozent angeboten. "Untragbar", befand der Bordbetriebsratsvorsitzende Rainer Stratberger. "Angesichts dessen, dass es seit 2012 so gut wie keine Erhöhungen gegeben hat, kann das nur ein Witz sein, über den niemand lachen kann."

Welche Angebote derzeit auf dem Tisch liegen, darüber haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Von: pra
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