Analyse Sommerflugplan teilt Flughäfen in Gewinner und Verlierer

Seit dieser Woche gilt der Sommerflugplan. Trotz etlicher Airline-Pleiten ist das Kapazitätsangebot an den Flughäfen in Deutschland insgesamt auf Vorjahresniveau. Unsere große Analyse zeigt aber: Nicht alle Airports konnten die Lücken schließen.

Gleich zwei Erstflüge feierte der Flughafen Nürnberg: Ryanair fliegt ab sofort mit Crotone und Neapel zwei weitere Italien-Ziele an. - © © Flughafen Nürnberg -

Gleich zwei Erstflüge feierte der Flughafen Nürnberg: Ryanair fliegt ab sofort mit Crotone und Neapel zwei weitere Italien-Ziele an. © Flughafen Nürnberg

Mit dem Wechsel vom Winter- zum Sommerflugplan ergeben sich etliche Neuerungen an den deutschen Flughäfen. Viele Veränderungen ergeben sich durch die Germania-Pleite. Im Vergleich zum Vorjahr wurden auch die Angebote von Small Planet Airlines und Azur Air neu verteilt.

airliners.de gibt einen Überblick über die wichtigsten Änderungen. Basis der Berechnungen sind die aus Flugplandaten gezogenen Sitzplatzkapazitäten des vergangenen Sommers verglichen mit der Sommerflugplanperiode 2019. Vergleichen wird jeweils das ausgehende Sitzplatzangebot ab den Standorten auf Basis von OAG und ch-aviation. Auch von den Airports bereitgestellte Informationen der einzelnen Airports fließen in die Berechnungen mit ein.

In diesem Sommer stellen insgesamt über 150 verschiedene Airlines ab den Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen mehr als 138 Millionen Sitzplätze zur Verfügung. Das entspricht einem prozentualen Wachstum von rund einem Prozent oder rund 1,5 Millionen zusätzlichen Sitzen.

Rund die Hälfte aller angebotenen Kapazitäten ab den deutschen Flughäfen entfallen im zweiten Sommerflugplan nach Air Berlin auf Lufthansa und ihre Billigtochter Eurowings. Ryanair folgt in Deutschland auf dem dritten Platz vor Easyjet und den Ferienfliegern Condor, Tuifly und Sun Express.

Top Ten Airlines in Deutschland nach Sitzplatzangebot im Sommerflugplan 2019
Fluggesellschaft Sitzplatzangebot
Lufthansa 34194085
Eurowings 14687670
Ryanair 7075971
Easyjet 6269370
Condor 3777499
Tuifly 2193901
Sun Express 2077911
Turkish Airlines 1948244
Wizz Air 1786660
Swiss 1529162
128 weitere Airlines 25424891

Die Grafik zeigt die Verteilung der angebotenen Sitzplatzkapazitäten ab deutschen Flughäfen im Zeitraum 31.03. bis 26.10.Quelle: ch-Aviation

Auf die deutschen Airports entfallen dabei knapp 101 Millionen Sitzplätze und damit nahezu genauso viele Kapazitäten wie im Sommer 2018. Die von den Airlines angebotene Kapazität den Schweizer Airports liegt bei knapp 23 Millionen Sitzplätzen ebenfalls auf Vorjahresniveau. Anders sieht die Entwicklung in Österreich aus. In der Alpenrepublik steigt das Kapazitätsangebot in diesem Sommer um zwölf Prozent - auf 14,3 Millionen Plätze.

Die beiden größten deutschen Drehkreuz ein Frankfurt und München wachsen derweil nicht. Die am Frankfurt angebotene Kapazität geht sogar um rund 370.000 Plätze auf 28,2 Millionen Sitze zurück. Dennoch bleibt Frankfurt mit über 300 Zielen und rund 90 agierenden Fluggesellschaften Deutschlands Tor zur Welt. Das Sitzplatzangebot der Airlines am Flughafen München stagniert derweil bei 19,3 Millionen.

Auch am Airport Zürich geht das Angebot um einen Prozentpunkt leicht zurück. Anders sieht es am größten Flughafen in Österreich aus. In diesem Sommer bieten vom Flughafen Wien-Schwechat rund 60 Airlines ein um insgesamt 15 Prozent gestiegenes Angebot. Das liegt einerseits am schnellen Ausbau von Lauda. Die Ryanair-Tochter fliegt in diesem Sommer 30 Ziele an und ist nur ein Jahr nach ihrer Gründung mit knapp 900.000 Plätzen bereits drittgrößte Airline in Wien. Zudem haben zahlreiche Fluggesellschaften Wien in ihr Langstrecken-Portfolio ausgebaut. Neu sind in diesem Sommer Toronto mit Air Canada, Guangzhou via Ürümqi mit China Southern und Montreal mit Austrian Airlines.

Region 2018 2019 Differenz
Gesamt Deutschland 101 101 +/-0
Gesamt Schweiz 23 23 +/-0
Gesamt Österreich 13 14 1,5
Gesamt DACH 137 138 1,5
Veränderungen im Sitzplatzangebot in Millionen ab Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Sommerflugplan 2018 und 2019, Quelle: OAG und ch-Aviation.com

Tegel, Stuttgart und Düsseldorf wachsen

Während in Deutschland die großen Lufthansa-Hubs nicht wachsen, gibt es ab den nächst-größten Flughäfen wie Berlin-Tegel, Stuttgart und Düsseldorf große Zuwächse im Sitzplatzangebot.

Betrachtet man Berlin als Ganzes, steigen die angebotenen Sitzplatzkapazitäten um ein Prozent oder rund 190.000 Plätze. Allein in Tegel steigt das Kapazitätsangebot der Airlines im Sommer um circa 850.000 Plätze auf rund 9,6 Millionen, während Schönefeld im Gegenzug viel Angebot verliert.

Neu ist in diesem Sommer mit American Airlines (Philadelphia) sogar eine zusätzliche Langstrecke am City-Airport der Hauptstadt. Zudem baut Easyjet, die im Vorjahr viele Strecken von Air Berlin übernommen hatten, in Tegel weiter aus. Gleichzeitig übernimmt Ryanair das Tegel-Engagement von Tochter Lauda, die sich aus Berlin zurückziehen und sich auf die vier Basen Wien, Mallorca, Düsseldorf und Stuttgart konzentrieren.

© Flughafen Köln/Bonn, Lesen Sie auch: Easyjet belebt den innerdeutschen Luftverkehr Apropos (26)

Das Angebot ab Stuttgart wächst derweil um 14 Prozent auf knapp 5,6 Millionen Plätze. Wachstumstreiber dieser Entwicklung ist Lauda. Die Österreicher betreiben mit Beginn des Sommerflugplans eine Basis an Baden-Württembergs größtem Airport und haben dazu drei Maschinen vom Typ Airbus A320 am Platz stationiert. Lauda bietet insgesamt 19 Zielen und 93 wöchentlichen Abflügen an.

In Düsseldorf wächst das Kapazitätsangebot um sechs Prozent auf 10,4 Millionen Sitzplätze. Eurowings bietet erstmals eine Vielzahl von Langstrecken ab Düsseldorf an, nachdem die Lufthansa-Billigairline ihre Langstrecken-Basis zu Beginn des vergangenen Winters von Köln/Bonn verlegt hatte.

Veränderung des Sitzplatzangebots an deutschen Flughäfen (Sommer 2018 zu Sommer 2019)
Flughafen Sitzplatzangebot
Berlin-Tegel 858294
Stuttgart 663210
Düsseldorf 629092
Berlin (gesamt) 191730
Paderborn 149608
Leipzig 115638
Dortmund 113874
München 84805
Hannover 17435
Karlsruhe/ Baden-Baden 12223
Saarbrücken -2491
Friedrichshafen -25139
Münster/Osnabrück -38699
Hamburg -67277
Erurt/Weimar -77588
Dresden -123842
Bremen -163160
Nürnberg -164058
Köln/Bonn -206994
Weeze -307575
Frankfurt/Main -369231
Hahn -418613
Berlin-Schönefeld -666564

Veränderungen im Sitzplatzangebot ab Flughäfen in Deutschland im Sommerflugplan 2018 und 2019.OAG und ch-Aviation.com

Kapazitäten an den Regional-Airports gehen stark zurück

Die Analyse der einzelnen Airports zeigt, dass vor allem viele kleinere und mittelgroße Flughäfen Angebotskapazitäten eingebüßt haben. Verantwortlich dafür ist bei einem Großteil dieser Airports das Ausscheiden der Germania, aber auch die Anpassungen von Billigflieger Ryanair führen an einigen Standorten zu weniger Angebot.

Besonders groß sind die Angebotsverluste an den maßgeblich von Ryanair abhängigen Flughäfen Hahn und Weeze – beide Airports verlieren rund 40 Prozent der angebotenen Kapazitäten. So reduziert sich das Sitzplatzangebot auf dem Hahn um rund 420.000 Plätze auf 490.000. Hatte Ryanair im vergangenen Sommer noch vier Flugzeuge am Platz stationiert, sind es in diesem Sommer wohl nur noch zwei.

Auch in Weeze setzte Ryanair bereits im Winter den Rotstift an und reduzierte die Zahl der stationierten Maschinen von fünf auf zwei. Durch diesen Schritt verliert Weeze im Angebot für den Sommer rund 300.000 Plätze. Das macht sich auch bei der Anzahl der Strecken bemerkbar. Der einen neuen Verbindung ins ukrainische Lwiw (Lemberg) stehen 13 Streckeneinstellungen gegenüber.

Auch Airports mit breitem Airline-Portfolio verlieren

Aber auch Flughäfen mit einem breiteren Produktportfolio müssen im Sommer Angebotsrückgänge verkraften, darunter beispielsweise auch größere Flughäfen wie Berlin-Schönefeld, Köln/Bonn oder Hamburg.

Schönefeld ist mit einem rund 14 Prozent geringeren Sitzplatzangebot oder rund 660.000 weniger Plätzen nach jahrelangem Wachstum der größte Verlierer. Dabei hat der Flughafen nicht an Destinationen verloren. Im Sommer 2018 wurden 118 Ziele angeflogen - im Sommer 2019 sind es 116. Das Minus im Angebot ergibt sich aus einem Rückgang der Frequenzen. So gibt es in Schönefeld in diesem Sommer rund 4300 Abflüge weniger als im vergangenen Sommer.

Für Flüge ab Köln/Bonn beträgt das Minus im Angebot vier Prozent beziehungsweise 200.000 Plätze. Eurowings hatte ihre Langstrecken-Oprations vom Flughafen Köln/Bonn mit Beginn des Winterflugplans 2018/19 von der Domstadt an den Flughafen der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf verlegt.

Ab Hamburg gehen die Kapazitäten mit einem Minus von rund 67.500 Plätzen ebenfalls leicht zurück. Von Fuhlsbüttel wird auch in diesem Sommer keine Maschine mehr nach Nordamerika starten, da United die saisonale Verbindung nach New York nicht mehr anbieten wird. Maßgeblich zum leichten Rückgang trägt allerdings das Aus des Ferienfliegers Germania bei. Die Berliner Airline bot im vergangen Sommer 61.500 Plätze ab Hamburg an.

Weitere Neuigkeiten im Sommerflugplan

Diese Auflistung zeigt die neuen und weggefallenen Destinationen im Flugplan (im Vergleich zum letzten Sommerflugplan), die die Flughäfen auf Anfrage kommuniziert haben bzw. die airliners.de in Flugplandaten identifiziert hat.

Berlin-Tegel*
Neue Destinationen: Aarhus, Bari, Basel, Burgas, Dalaman, Danzig, Dubai, Erbil, Granada, Ibiza, Innsbruck, Krakau, London-Gatwick, Malaga, Malta, Manchester, Olbia, Philadelphia, Pisa, Preveza, Sarajevo, Singapur, Toulouse, Venedig
Eingestellte Destinationen: Bagdad, Cardiff, Doncaster/Sheffield, Funchal, Jersey, Kaliningrad, Ljubljana, Newquay

Berlin-Schönefeld*
Neue Destinationen: Adana, Ancona, Ankara, Banja Luka, Brno, Gaziantep, Kiew-Boryspil, Kiew-Igor Sikorsky, Lappeenranta, Ljubljana, Paris-CDG, Samsun, Santa Cruz de La Palma, Tallinn, Turin
Eingestellte Destinationen: Bodrum, Burgas, Dubai, Ibiza, Kos, Leeds, Marsa Alam, Newcastle, Odessa, Paphos, Paris-Orly, Sharm el Sheikh, Stavanger, Teheran, Venedig, Verona, Zürich

Bremen
Neue Destinationen: Danzig, Kiew, Skopje, Toulouse
Eingestellte Destinationen: Adana, Ankara, Alanya/Gazipasa, Athen Fès, Funchal, Teneriffa, Korfu, Lanzarote, Lissabon, Neapel, Reykjavik, Riga, Tallinn, Tampere, Varna

Dortmund
Neue Destinationen: Ohrid, Palanga, Usedom Eingestellte Destinationen: -

Düsseldorf:
Neue Destinationen: Bangkok, Bologna, Florenz, Genua, Havanna, Las Vegas, Puerto Plata, Santa Clara, Samaná, Varadero
Eingestellte Destinationen: Bristol, Cork, Jönköping, Mytilene, Porto Santo, Umea

Dresden
Neue Destinationen: -
Eingestellte Destinationen: Athen, Barcelona, St. Petersburg, Bastia, Thessaloniki, Keflavik/Reykjavik, Lamezia Terme, Faro, Funchal, Malaga, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, Teneriffa , Monastir, Larnaka

Frankfurt
Neue Destinationen: Banjul, Diyarbakir, Elazig, Gazipasa, Kuala Lumpur, Tivat, Triest, Tromsö
Eingestellte Destinationen: Bristol, Jankoping, Karlstadt, Osaka, Murcia, Nador, Perpingan, Peruggia, Puerto Plata, Pune, Samana, San Jose, Sitia

Hamburg
Neue Destinationen: Friedrichshafen, Kalamata, Krakau, Zadar
Eingestellte Destinationen: Beirut, Bristol, Gazipasa, Klagenfurt, New York, Paphos, Pula, Samos, Santorin, Sharm el Sheik , Tel Aviv

Hannover
Neue Destinationen: Ankara, Brindisi, Helsinki, Kavala, Lamezia Terme, Moskau, Preveza/Lefkas, Samos, Tivat, Thessaloniki, Venedig, Zadar
Eingestellte Destinationen: London-Stansted, Teneriffa

Karlsruhe/Baden-Baden
Neue Destinationen: Kiew-Borispol, Sibiu, Skopje, Timisoara
Eingestellte Destinationen: -

Köln/Bonn
Neue Destinationen: Bordeaux, Enfidha, Erbil, Knock, Porto Santo, Zafer
Eingestellte Destinationen: Antwerpen, Arrecife, Bangkok, Cancún, Djerba, Dubai, Havanna, Karpathos, Las Vegas, London-Southend, Marsa Alam, Mauritius, Montego Bay, Preveza, Puerto Plata, Punta Cana, Reus, Rostock-Laage, Seattle, St. Petersburg, Sylt/Westerland, Tiflis, Varadero, Windhoek, Zakynthos

Leipzig/Halle
Neue Destinationen: Banjul, Alanya, Enfidha, Kiew
Eingestellte Destinationen: Dalaman, London-Stansted, Sharm el Sheikh

Memmingen
Neue Destinationen: Bukarest, Chania, Ohrid, Suceava, Tirana
Eingestellte Destinationen: -

München
Neue Destinationen: Baghdad, Banjul, Biarritz, Bogota, Dallas, Gazipasa, London-City, Osaka, Rimini, Santa Clara, Straßburg
Eingestellte Destinationen: Almeria, Antwerpen, Beirut, Bern, Bristol, Brünn, Cancun, Dubai, Fort Myers, Groningen, Grosny, Karpathos, Kreta/Sitia, Las Vegas, Lublin, Luxor, Mailand/Bergamo, Maribor, Mauritius, Montego Bay, Montpellier, Moskau, Mytilini, Norrköping, Paphos, Philadelphia, Puerto Plata, Punta Cana, Saarbrücken, Santiago de Compostela, Sharm El Sheikh, Tallinn, Teheran, Tromsö, Windhoek

Münster/Osnabrück
Neue Destinationen: -
Eingestellte Destinationen: Faro, Istanbul-Atatürk, Malaga, Thessaloniki

Paderborn/Lippstadt
Neue Destinationen: -
Eingestellte Destinationen: Bodrum, Burgas,Varna

Nürnberg
Neue Destinationen: Crotone, Marrakesch, Neapel, Pisa, Split, Timișoara, Zadar
Eingestellte Destinationen: Athen, Bastia, Bodrum, Brüssel, Catania, Dubai, Djerba, Faro, Ibiza, Keflavík (Island), Lanzarote, Manchester, Monastir, Paphos, Samos, Tel Aviv

Stuttgart
Neue Destinationen: Alghero, Beirut, Mailand-Bergamo, Bologna, Diyarbakir, Göteborg, Konya, Marseille, Marrakesch, Riga, Podgorica, Venedig-Treviso, Verona
Eingestellte Destinationen: Agadir, Dubai (DWC), Dublin, Kalamata, Manchester, Marrakesch, Rostock-Laage, Sharm El Sheik, Tivat, Wroclaw

Weeze
Neue Destinationen: Lwiw
Eingestellte Destinationen: Agadir, Bergamo, Burgas, Bydgoszcz, Comiso, Fuerteventura, Gran Canaria, Corfu, Lamezia Terme, Lanzarote, Nis, Santander, Teneriffa Süd

Alle Angaben laut Flughäfen. Nicht aufgeführt sind Routen, zu denen es lediglich einen neuen Anbieter gibt (Airline x fliegt statt oder zusätzlich zu Airline y). Frequenzanpassungen sind ebenfalls nicht aufgeführt. Der Sommerflugplan 2019 ist vom 31.03. bis 26.10.2019 gültig.
*= laut Flugplandatenvergleich

Germania-Aus trifft zwölf Airports

Das Germania-Aus betrifft im Sommerflugplan insgesamt zwölf deutsche Flughafenstandorte, von denen der insolvente Ferienflieger im vergangenen Jahr rund 1,6 Millionen Sitze angeboten hatte.

Die geringsten Kapazitätseinbußen durch das Germania-Aus verzeichnet dabei der Flughafen Düsseldorf. So teilte ein Flughafensprecher auf Anfrage von airliners.de mit, dass mit Tel Aviv, Porto Santo, Mytilene und Almeria lediglich noch drei ehemalige Germania-Ziele "vakant" seinen.

Für alle weiteren 20 Verbindungen wurden in Düsseldorf bereits alternative Carrier gefunden. So fliegt künftig Sun Express nach Beirut sowie zu allen übrigen Zielen in Anatolien. Zonguldak wird von Atlas Global übernommen. Alle weiteren Warmwasser-Ziele, die Germania in ihrem Portfolio hatte, werden von anderen Leisure-Carriern übernommen.

Nürnberg passt wegen Germania Passagierprognose an

Größter Germania-Standort war mit knapp 260.000 Plätzen der Flughafen Nürnberg. Von den ehemals 16 Germania-Destinationen flog der Ferienflieger elf sogar exklusiv. Für acht Ziele konnten in Nürnberg bereits andere Airlines gefunden werden. Besonders Tuifly und Lauda haben ihr Angebot am Platz ausgebaut. Trotz der Alternativen ist das Sitzplatzangebot in Nürnberg nun im Vergleich zum Vorjahr allerdings um neun Prozent geschrumpft. Der Airport hat angekündigt, für 2019 mit einem geringeren Passagierwachstum zu planen.

Ebenfalls um neun Prozent oder knapp 40.000 Plätze ist auch das Angebot ab dem Flughafen Münster/Osnabrück zurückgegangen. Germania bot hier im vergangenen Sommer mit 122.000 Plätzen rund ein Drittel aller Kapazitäten an. Am NRW-Airport konnte bereits 60 Prozent der entstanden Lücken wieder geschlossen werden. Neu am Platz ist Corendon Airlines, die einen Großteil der Strecken wie Fuerteventura, Gran Canaria, oder die griechischen Inseln Kos und Kreta übernommen hat und auch eine Boeing 737-800 dafür am FMO stationiert. Aber auch Eurowings und die Ryanair-Tochter Lauda haben ihre Kapazitäten auf den Mallorca-Strecken aufgestockt.

Sundair stationiert Flugzeuge in Bremen und Dresden

In Bremen konnte für die Hälfte der ehemaligen rund 20 Germania-Routen alternative Anbieter gefunden werden. Neu am Airport ist der Stralsunder Charter-Carrier Sundair sowie auch Corendon Airlines. Sundair hat eine Maschine am Airport stationiert und bedient damit Ziele wie Mallorca, Kreta, Rhodos und Antalya.

Neben dem Germania-Aus sorgt aber auch die Schließung der Ryanair-Basis in Bremen weiter für rückläufige Sitzplatzangebote in der Hansestadt. So war Ryanair im vergangenen Sommer mit rund 340.000 Plätzen noch die klare Nummer Eins in der Hansestadt. Jetzt bieten die Iren nur noch knapp 265.000 Plätze an und sind nach Lufthansa nur noch zweitrößter Carrier am Platz. Insgesamt verlor Bremen dadurch 15 Prozent des Kapazitätsangebots.

© Bremen Airport, Lesen Sie auch: Ryanair schließt Basis in Bremen

Sundair übernimmt am Flughafen Dresden mit den Strecken nach Antalya, Kos, Korfu und Rhodos vier der 15 im vergangenen Sommer angebotenen Germania-Strecken. Dafür positioniert die Airline einen Airbus A320 fest am Airport. Darüber hinaus fliegt Corendon Airlines nach Hurghada und Lauda nach Mallorca. Antalya, Kos, Korfu und Rhodos. Das reicht aber nicht, um den Wegfall zu kompensieren. Der Gesamtverlust im Sitzplatzangebot beträgt 123.000 Plätze, beziehungsweise 17 Prozent.

Betroffen von der Pleite ist auch der Flughafen Friedrichshafen. Germania bot hier über 90.000 Plätze an, was knapp der Hälfte aller Kapazitäten von im vergangenen Sommer über 210.000 Sitzplätzen entsprach. In diesem Sommer werden es nun mit 190.000 rund zwölf Prozent weniger. Größte Airline am Platz am Bodensee-Airport ist mit 72.000 Plätzen Lufthansa, vor Wizz Air und Turkish Airlines.

Kleinste Flughäfen am stärksten betroffen

Am stärksten von der Germania-Pleite betroffen sind aber die Airports Rostock-Laage und Erfurt/Weimar. An den Flughäfen war Germania mit 46 Prozent und sogar 72,5 Prozent jeweils mit großem Abstand stärkste Airline.

In Rostock kommt hinzu, dass neben Germania auch die Regional-Carrier Fly BMI und VLM Airlines den Flugbetrieb einstellen mussten. In der Folge sinkt das Sommer-Angebot auf rund 43.000 Sitzplätze. Lauda fliegt in diesem Sommer ab Rostock nach Mallorca und Wien und auch Lufthansa hat angekündigt, wieder mindestens einmal täglich nach München zu starten.

Nochmal deutlich schwieriger ist die Situation am Flughafen Erfurt/Weimar. Dieser hat mit der Pleite 73 Prozent der angebotenen Sommerkapazitäten verloren. Statt rund 100.0000 Sitzen im vergangenen Sommer besteht das Angebot ab Erfurt derzeit nur noch aus rund 28.000 Plätzen. Lauda fliegt wieder regelmäßig nach Mallorca und auch Reiseziele in die Türkei stehen im Flugprogramm.

Von: br

Datum: 03.04.2019 - 07:03

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