Gesellschafter planen Finanzspritze für Flughafen Friedrichshafen

08.12.2015 - 11:12 0 Kommentare

Weniger Passagiere, weniger Einnahmen: Die Intersky-Insolvenz stellt den Bodensee-Airport in Friedrichshafen vor finanzielle Probleme. Die beiden größten Gesellschafter wollen das ändern.

Am Bodensee-Airport sind 20 Prozent der Passagiere weggebrochen. - © © FDH -

Am Bodensee-Airport sind 20 Prozent der Passagiere weggebrochen. © FDH

Der Flughafen Friedrichshafen kann mit neuem Geld rechnen. Das bestätigte der Bodensee-Airport auf Anfrage von airliners.de. Die Stadt Friedrichshafen und der Bodenseekreis bereiten demnach in ihrer Funktion als Gesellschafter eine finanzielle Unterstützung vor.

Höhe und Konditionen des Gesellschafterdarlehens stehen nach Airport-Angaben aber noch nicht fest. "Über den kurzfristigen Finanzierungsbedarf findet derzeit ein intensiver Austausch mit allen Gesellschaftern statt", hieß es.

Die Stadt Friedrichshafen und der Bodenseekreis halten knapp 80 Prozent der Flughafen-Anteile. Die Entscheidung über ihr geplantes Darlehen fällt im Gemeinderat Friedrichshafen und im Kreistag. Aber auch die anderen sieben Gesellschafter - darunter auch das Land Baden-Württemberg - müssen zustimmen, hieß es von Seiten des Airports.

Airport auf der Suche nach Intersky-Ersatz

Grund für die finanziellen Probleme ist die Insolvenz und das damit verbundene Grounding der Intersky. Die österreichische Regionalairline sorgte für rund 20 Prozent der Passagiere am Airport in Friedrichshafen.

Nicht nur die direkten Flughafenentgelte/Abfertigungsumsätze würden wegfallen, sondern auch die Mieten für Intersky-Hangar und -Büros, sagte ein Airport-Sprecher. Außerdem würden durch die ausbleibenden Passagiere auch Erlöse bei zusätzlichen Serviceleistungen wie Parken, Gastronomie und Shopping fehlen.

© AirTeamImages.com, Danijel Jovanovic Lesen Sie auch: Intersky-Insolvenzverfahren ist eröffnet

Der Bodensee-Airport will schnellstmöglich einen Ersatz für die Intersky finden. Nach deren Insolvenz hatte zunächst die Eurowings angekündigt, die Lücke schließen zu wollen. Die Lufthansa-Tochter zog das Angebot jedoch wieder zurück.

Es würden derzeit Gespräche und Verhandlungen mit verschiedenen Fluggesellschaften laufen, sagte der Airport-Sprecher. Aber es gebe noch keine endgültige Entscheidung.

Crowdfunding für neue Bodensee-Airline

Mit einem Crowdfunding werden derzeit Spenden für eine Regional-Airline gesammelt, die die Intersky-Lücke schließen soll. Die neue Gesellschaft soll den Namen "Team Sky" tragen. Ziel des Projekts ist es, 6,7 Millionen Euro zu sammeln. Bisher wurde die angestrebe Summe allerdings nicht mal annähernd erreicht. Hinter dem Projekt stehen ein Wirtschaftsjournalist und eine Selbstständige, die nach eigenen Angaben einen engen Bezug zur Intersky hat.

Von: ch

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