Überblick

Geschäftsreisende haben wieder die Wahl

29.01.2018 - 16:02 0 Kommentare

Die Air-Berlin-Pleite hinterlässt im innerdeutschen Verkehr eine offene Flanke. Doch Easyjet, Ryanair und Co. stehen bereit, diese Lücke zu schließen. Um Kunden buhlen aber nicht nur Airlines.

 Der Begriff Big Data wird auch für die Luftfahrtbranche immer wichtiger. - © © Fotolia.com - IckeT

Der Begriff Big Data wird auch für die Luftfahrtbranche immer wichtiger. © Fotolia.com /IckeT

Geschäftsreisende werden nach dem Aus der Air Berlin seit Jahresbeginn von verschiedenen Airlines umworben. Denn gerade im innerdeutschen Flugverkehr hat die Insolvenz des Carriers inklusive des Endes vom selbstverwalteten Flugbetrieb eine große Lücke hinterlassen. Ende vergangenen Jahres fehlten täglich rund 60.000 Sitze sowohl im innerdeutschen als auch -europäischen Verkehr. airliners.de gibt einen Überblick über die wichtigsten Player.

Direkt die Initiative ergriffen und ein Programm zugeschnitten auf Business Kunden angeboten hat Easyjet. Die Briten bedienen seit Anfang des Jahres auch den Berliner Cityairport Tegel. Erklärtes Ziel des Low-Cost-Carriers sei es, vor allem Geschäftsreisende anzusprechen, betonte Europachef Thomas Haagensen bei der Basis-Eröffnung.

Wir freuen uns über den Markteintritt von Easyjet, denn endlich haben Geschäftsreisende auf wichtigen Strecken wieder die Wahl.

Rene Vorspohl vom Geschäftsreiseverband VDR

Zu Beginn hat Easyjet unter anderem vier deutsche Ziele von Tegel aus im Portfolio: Düsseldorf, Frankfurt, München und Stuttgart. Zum Sommer sollen es noch mehr werden, bislang ist aber nicht bekannt, auf welchen innerdeutschen Routen die Briten aktiv werden. Experten rechnen ebenfalls mit der Verbindung Düsseldorf-München.

Bisherige innerdeutsche Air-Berlin-Routen (beide Richtungen)
Route
Passagiere
(Millionen pro Jahr)
Zahl der
wöchentlichen Flüge
Berlin Düsseldorf
0,55
135
Frankfurt
0,3
60
Köln/Bonn
0,55
135
München
0,75
140
Stuttgart
0,55
115
Hamburg Stuttgart
0,25
(im Mai eingestellt)
München Düsseldorf
0,6
135
Hamburg
0,55
95
Köln/Bonn
0,35
85

BVA: Kuhne

Auch Ryanair will ein Angebot für Business-Kunden schaffen. In der aktuellen Flugplanperiode liegt die einzige innerdeutsche Strecke der Iren (Berlin-Köln) aufgrund von Engpässen bei der Piloten-Urlaubsplanung brach. Ab Ende März steht die Verbindung wieder im Plan. Hinsichtlich weiterer Inlandrouten gibt man sich bedeckt:

Wir sind immer an neuen Routen interessiert, aber die deutsche Reisesteuer ist extrem hinderlich, wenn es um die Planung von Inlandsrouten geht.

Robin Kiely, Sprecher von Ryanair

Den Anteil der Geschäftskunden am Kundenmix beziffert Ryanair mit knapp 30 Prozent.

Ebenfalls ein Stück vom Business-Kuchen abbekommen, will die deutsche Thomas-Cook-Airline Condor. "Wir werden immer unserer DNS als Ferienflieger treu bleiben", so ein Sprecher auf Anfrage. Allerdings beobachte man auch den Markt der Geschäftsreisenden sehr genau. "Wir haben unsere Comfort Class in Business Class umbenannt, um auch in diesem Segment besser anzukommen."

Und auch an anderer Stelle wolle man zukünftig verstärkt Business-Kunden ansprechen: So hat Condor für den Sommer zahlreiche Nordamerika-Routen im Programm. "Denn neben Ferien und Familie buchen die vor allem Geschäftsreisende."

Eurowings und die Bahn

Dass sich die Sparte Business nicht nur auf innerdeutsche Flüge reduzieren lässt, zeigt auch Eurowings. Die Lufthansa-Billigtochter startet im Frühjahr zu USA-Zielen mit einer eigenen Business Class, der "Bizz Class". Diese soll im März auf der ITB vorgestellt und spätestens Ende April zum Einsatz kommen

Blick in die "Bizz Class" von Eurowings. Foto: © Eurowings

Ebenfalls nicht vergessen sollte man für den innerdeutschen Business-Verkehr die Bahn. Gerade auf der Strecke Berlin-München, die nun unter vier Stunden gefahren werden kann, hat es seit der Air-Berlin-Pleite eine große Verschiebung vom Flugzeug auf die Schiene gegeben.

"Wir gehen davon aus, dass sich langfristig betrachtet Teile des Geschäftsreiseverkehrs vor allem auf der Strecke Berlin-München dank des verbesserten Angebots auf die Bahn verlagern werden", so VDR-Mann Vorspohl.

Von: cs
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