Lufthansa Group trotzt Problemen und fährt Rekordgewinn ein

16.03.2017 - 09:30 0 Kommentare

Einigung mit Wirkung: Die Lufthansa Group erzielt dank der Umstellung der Betriebsrenten im Geschäftsjahr 2016 einen Rekordgewinn. Geld kostet weiterhin der Ausbau der Billigtochter Eurowings.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr (li.) und Finanzvostand Ulrik Svensson - © © dpa - Bildfunk -

Lufthansa-Chef Carsten Spohr (li.) und Finanzvostand Ulrik Svensson © dpa - Bildfunk

Die Lufthansa Group hat 2016 trotz Pilotenstreik und Terrorangst erneut einen Rekordgewinn erzielt. Dank eines Sondereffekts bei den Betriebsrenten der Flugbegleiter blieben unter dem Strich 1,8 Milliarden Euro Gewinn übrig und damit fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Vorstand um Lufthansa-Chef Carsten Spohr jetzt in München berichtete.

Die Einigung im Streit mit den Piloten dürfte den Überschuss 2017 ebenfalls einmalig nach oben treiben. Doch das Tagesgeschäft bleibt schwierig. Fallende Ticketpreise und steigende Spritkosten zehren am operativen Gewinn.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Zum Handelsstart kletterte die Lufthansa-Aktie um 3,8 Prozent und war damit bester Wert im Dax. Die Aktien haben seit Anfang Februar einen nahezu ungebrochen guten Lauf und hatten bereits am Vortag durch die tarifpolitische Einigung mit der Pilotengewerkschaft Cockpit Auftrieb erhalten.

Nicht nur Streik belastet Ergebnis

Während der Umsatz auch wegen gesunkener Ticketpreise um gut ein Prozent auf 31,7 Milliarden Euro zurückging, sank der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (Adjusted Ebit) um rund vier Prozent auf 1,75 Milliarden Euro. Das lag vor allem an einem 50-Millionen-Euro-Verlust der Frachtsparte Lufthansa Cargo und einem Gewinnrückgang bei der Wartungstochter Lufthansa Technik.

Das Passagiergeschäft warf trotz des sechstägigen Pilotenstreiks im Herbst etwas mehr ab als im Vorjahr. Der Ausstand hatte die Lufthansa rund 100 Millionen Euro gekostet.

Analysten hatten ein operatives Ergebnis in dieser Höhe erwartet, sich aber bei der Dividende etwas mehr ausgerechnet. Die Lufthansa will ihre Aktionäre mit 50 Cent je Anteilsschein genauso stark am Gewinn beteiligen wie im Vorjahr.

© Lufthansa Bildarchiv, Gregor Schlaeger Lesen Sie auch: Lufthansa und Piloten einigen sich in allen Streitpunkten

Ein wichtiger positiver Sondereffekt von 652 Millionen Euro war im vergangenen Jahr die Entlastung bei den Betriebsrenten der Flugbegleiter. Lufthansa zahlt ihren Beschäftigten nur noch Festzuschüsse zur Altersversorgung, statt wie bislang die Betriebsrenten in voller Höhe zu garantieren. Das am Mittwoch verabredete Abkommen mit den Piloten soll im laufenden Geschäftsjahr einen ähnlichen Einmaleffekt in hoher dreistelliger Millionenhöhe bringen, sagte Finanzvorstand Ulrik Svensson.

Für 2017 rechnet Spohr erneut mit einem leichten Rückgang beim operativen Ergebnis. Als Gründe führte der Vorstand höhere Treibstoffkosten und weiter sinkende Ticketpreise an. Die Kerosinrechnung dürfte im Vergleich zum Vorjahr um 350 Millionen auf etwa 5,2 Milliarden Euro steigen, sagte der neue Finanzvorstand Ulrik Svensson. Das könne die Lufthansa mit Einsparungen an anderer Stelle voraussichtlich nicht ganz auffangen können.

Eurowings macht noch Verluste

Weiteres Geld kostet die Lufthansa auch der Ausbau ihrer Billigmarke Eurowings. Im vergangenen Jahr schrieb die Tochter einen operativen Verlust von 91 Millionen Euro. Auch im neuen Jahr rechnet Svensson mit roten Zahlen.

Dies liege allerdings an weiteren Ausbaukosten und der jüngst begonnenen Integration von 33 Flugzeugen von Air Berlin. Eurowings mietet die Mittelstreckenjets samt Besatzung von ihrer angeschlagenen Rivalin. Hinzu kommt die jüngste Lufthansa-Tochter Brussels Airlines, die bis 2019 in Eurowings integriert werden soll.

© Brussels Airlines, Lesen Sie auch: Eurowings integriert Brussels Airlines bis 2019

Mit der Billigtochter, bei der vor allem die Piloten deutlich weniger verdienen als bei der Kernmarke Lufthansa, will Konzernchef Spohr den großen Low-Cost-Carriern Ryanair und Easyjet Paroli bieten. Eurowings soll auf mehr als 160 Flugzeuge wachsen und damit zum drittgrößten Billigflieger in Europa werden.

Von: ch, dpa-AFX
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