Germania-Verhandlungen gehen in entscheidende Phase

21.03.2019 - 09:11 0 Kommentare

Die Kaufverhandlungen mit einem potenziellen Investor für Germania sind in der entscheidenden Phase: Bei Erfolg soll die Airline mit einer reduzierten Flotte starten. Intern wird den Mitarbeitern sogar ein Startdatum in Aussicht gestellt.

Ein Airbus A319 der Germania. - © © AirTeamImages.com - Alun Morris Jones

Ein Airbus A319 der Germania. © AirTeamImages.com /Alun Morris Jones

Um die Zukunft der Fluggesellschaft Germania scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. Laut einem internen Schreiben an die Mitarbeiter, das airliners.de vorliegt, sollte es am Mittwoch Gespräche zwischen der Germania-Geschäftsführung, dem Insolvenzverwalter und dem letzten verbliebenen Investor für eine Gesamtübernahme geben.

Inhaltlich soll es dabei um die Fortführung "Marke Germania in allen Bestandteilen" gehen. Nach den Plänen könnte Germania mit einer deutlich reduzierten Flottengröße wieder an den Start gehen. In dem Schreiben wird eine "reine Airbus-Flotte mit circa zehn Maschinen" genannt. Die Germania-Flotte bestand zuletzt aus rund 30 Flugzeugen.

Im Falle eines positiven Abschlusses der Verhandlungen soll der Betrieb bereits zum 1. Mai wieder aufgenommen werden, heißt es in dem Brief, der von den Mitarbeitergremien der Bereiche Crew, Technik und Admin verfasst wurde. Die für den Start benötigten Mitarbeiter würden für April weiter ihr Gehalt bekommen, heißt es. Die Gespräche waren in Düsseldorf geplant.

Ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters wollte auf airliners.de-Anfragen nicht kommentieren, ob das angekündigte Gespräch tatsächlich stattgefunden hat. Man äußere sich grundsätzlich nicht zu laufenden Investorenprozessen, könne aber sagen, dass es nach wie vor Verhandlungen mit einem Interessenten über eine Gesamtlösung gebe.

Gesamtlösung nur bis Ende März möglich

Die Zeit drängt, denn bis 31. März muss eine Lösung gefunden werden. Dann läuft die Überbrückungsphase aus, in der die Mitarbeiter der insolventen Teile der Airline Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit erhalten. Die Gesellschaft habe anschließend nicht mehr die finanziellen Möglichkeiten, weiterhin betriebsbereit gehalten zu werden, hieß es in einer Mitteilung des Insolvenzverwalters vergangene Woche.

© Airport Nürnberg, Lesen Sie auch: Zeit für Germania-Verkauf wird knapp

Insolvenzrechtlich ist ein Verkauf der Airline erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens möglich. Wahrscheinlich erfolge die Eröffnung des Verfahrens Anfang April. Über den Eröffnungstermin entscheidet aber das Berliner Amtsgericht.

Der Verkauf als Gesamtpaket umfasst einen Großteil des Streckennetzes der Germania Fluggesellschaft mbH sowie Wartungs- und Service-Kapazitäten der Germania Technik GmbH und der Germania Flugdienste GmbH besteht. Sollte der Investor es zu dieser Lösung kommen, blieben die nötigen luftfahrtrechtlichen Genehmigungen sowie die wesentlichen Slots gesichert. Dann könnte der Investor kurzfristig wieder starten.

Anfang Februar hatte die Berliner Fluggesellschaft mit fast 1700 Mitarbeitern Insolvenz angemeldet. Germania steuerte viele Reiseziele im Mittelmeerraum an. Jährlich beförderte sie nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Passagiere. Zunächst hatten sich rund 30 Interessenten für die Airline beim vorläufigen Insolvenzverwalter gemeldet. Daraus wurden später nur noch zwei. Zudem gibt es etliche Interessenten für Teile der Berliner Airline, etwa für die Technik.

Von: br
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