Germanwings will Kostenvorsprung halten

27.03.2013 - 10:58 0 Kommentare

Die Lufthansa-Tochter Germanwings strukturiert derzeit ihr Streckennetz um. Airline-Chef Thomas Winkelmann will dabei den Kostenvorsprung vor der Mutter Lufthansa unbedingt halten. Langfristig soll aber der Gewinn steigen.

Thomas Winkelmann, Geschäftsführer von Germanwings, posiert am 19.12.2012 auf dem Rollfeld des Flughafens Köln/Bonn (Nordrhein-Westfalen) an einem Airbus A319 von Germanwings.

Thomas Winkelmann, Geschäftsführer von Germanwings, posiert am 19.12.2012 auf dem Rollfeld des Flughafens Köln/Bonn (Nordrhein-Westfalen) an einem Airbus A319 von Germanwings.
© dpa - Rolf Vennenbernd

Airbus A319 der Germanwings

Airbus A319 der Germanwings
© AirTeamImages.com - Steve Flint

Die Lufthansa-Tochter Germanwings will auch nach der Übernahme von großen Teilen des Europageschäfts von der Konzernmutter mit deutlich niedrigeren Kosten arbeiten. Der Vorsprung gegenüber Lufthansa von 20 Prozent müsse gehalten werden, weil die Mehrzahl unserer Wettbewerber nicht in Deutschland sitzt und deshalb niedrigere Kosten hat, etwa bei den Lohnnebenkosten, sagte Germanwings-Chef Thomas Winkelmann dem «Handelsblatt» am Mittwoch.

Bis 2015 solle das Europa-Geschäft profitabel werden. Der Konzern will seinen Gewinn bis dahin auf 1,5 Milliarden Euro hochschrauben. Spekulationen, die Europa-Sparte mache derzeit 300 Millionen Euro Verlust im Jahr, wollte Winkelmann nicht kommentieren.

Germanwings muss im Markt den Spagat zwischen Billigairline und dem Qualitätsanspruch des Mutterkonzerns schaffen und Bedenken von Vielfliegern ausräumen, die den Standard der Lufthansa gewöhnt sind. Dafür führt Germanwings zum 1. Juli ein dreistufiges Tarifsystem ein, dass unterschiedliche Bedürfnisse abdecken soll. Zum Start könne es dabei Probleme geben, sagte Winkelmann. "Wir sind wie ein Hotel mitten in der Renovierungsphase", erklärte er. "Ich weiß, das Hotel wird richtig schön. Aber ich weiß auch, dass es in der Übergangsphase mal rumpeln kann."

Um ihr defizitäres Europageschäft wieder in die Spur zu bringen, wird die Lufthansa einen Großteil ihrer Flüge auf dem Kontinent mit der Tochter Germanwings abwickeln. Die setzt auf Direktverbindungen ohne Umsteigen, kurze Standzeiten der Flugzeuge und weniger kostenlosen Service an Bord. Neben niedrigeren Personalkosten will Germanwings laut Winkelmann auch durch weniger Aufwand für IT, Vertrieb oder die Gepäckverladung sparen.

Von: dapd, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • A330 von Eurowings hebt in Düsseldorf ab. Eurowings übernimmt weitere Lufthansa-Langstrecke

    Eurowings übernimmt in Düsseldorf die letzte Langstrecke von Lufthansa. Durchgeführt werden die New-York-Flüge von Brussels. Der belgische Carrier kündigt zeitgleich an, die eigene A330-Flotte modernisieren zu wollen.

    Vom 03.12.2018
  • Viele verschiedene Airlines waren in diesem Sommer am Himmel zu sehen - hier 15 von ihnen plus die verschwundene Air Berlin. So performten die Airlines im Sommer

    Bilanz 30 Prozent mehr Flüge als im Sommer 2017 haben die 15 wichtigsten Airlines auf dem deutschen Markt in diesem Sommer angeboten. Gleichzeitig wuchsen auch die Probleme massiv. Mit schweren Folgen.

    Vom 26.10.2018
  • CRJ-900 der Lufthansa Cityline. Neue Verhandlungen bei Cityline nötig

    Die Tarifverhandlungen bei Lufthansa Cityline stocken - sowohl fürs Cockpit- als auch fürs Kabinenpersonal. Dabei geht es vor allem um eine langfristige Perspektive für die Airline. Denn in der Vergangenheit war sie Hebel eines anderen Konflikts im Konzern.

    Vom 11.10.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus