Germanwings sorgt für Aufwind im Markt der Billigflieger

09.12.2013 - 15:42 0 Kommentare

Die Germanwings und der Flughafen Berlin-Tegel haben dem Markt der Low Cost Airlines deutliche Steigerungen beschert. Die Nase vorn haben in Deutschland und Europa aber immer noch andere Fluggesellschaften.

Airbus A319 der Germanwings im Endanflug

Airbus A319 der Germanwings im Endanflug
© airliners.de - Oliver Pritzkow

Flugzeuge der Air Berlin am Flughafen Hamburg

Flugzeuge der Air Berlin am Flughafen Hamburg
© Air Berlin

Ein Airbus A320 der Easyjet im Steigflug.

Ein Airbus A320 der Easyjet im Steigflug.
© AirTeamImages.com - Ray McFadyen

Boeing 737-800 der Ryanair im Landeanflug

Boeing 737-800 der Ryanair im Landeanflug
© dpa - Patrick Pleul

Im Sommer haben Billigflieger 658 Strecken in und ab Deutschland bedient und nähern sich den Werten aus dem Rekordsommer 2010 an. Der Marktanteil blieb im Vergleich zum traditionellen Flugbetrieb mit 31 Prozent weitgehend stabil. Die Lufthansa-Tochter Germanwings und der Flughafen Berlin-Tegel dominieren die Entwicklung mit deutlichen Steigerungen. Europaweit baut Ryanair seine Marktführerschaft zu einem Rekordangebot aus. Dies geht aus dem jetzt erschienenen "Low Cost Monitor 2/2013" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervor. Das DLR veröffentlicht den Bericht seit 2006 jeweils im Frühling und Herbst.

"Die Sommermonate brachten zehn neue Strecken im Low Cost Verkehr", sagt Studienleiter Dr. Peter Berster vom DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr. Um zehn Prozent habe die Strecke Deutschland-Spanien auf zuletzt 108 Verbindungen zugelegt. Italien dominiere als Reiseziel weiter und komme auf 116 verschiedene Verbindungen. Die innerdeutschen Strecken schrumpften hingegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 20 Prozent.

Air Berlin kann Spitzenplatz in Deutschland behaupten

"Deutlich ins Gewicht fällt die Neustrukturierung der Germanwings", erläutert Berster. "Die Lufthansa-Tochter bot in diesem Sommer 23 Prozent mehr Flüge an." Mit insgesamt 1.200 Starts pro Woche belegt die Airline, die zahlreiche klassische innerdeutsche Verbindungen der Lufthansa übernommen hat, Platz zwei hinter dem Low Cost Segment von Air Berlin. Die Berliner Fluggesellschaft fährt ihr Angebot zwar weiter zurück, kann aber dennoch ihren Spitzenplatz behaupten. 43 Prozent aller Günstigflüge finden sich noch immer im Angebot der Air Berlin. Insgesamt vereinen die sieben größten Low Cost Carrier (Air Berlin, Germanwings, Ryanair, Easyjet, Intersky, Vueling und Wizz) in diesem Sommer 94 Prozent des deutschen Marktes auf sich.

Knapp 30 Millionen Passagiere im ersten Halbjahr

Im ersten Halbjahr nutzten auf den 26 internationalen und regionalen Verkehrsflughäfen in Deutschland knapp 30 Millionen Passagiere Günstigflieger. Das entspricht einem Anteil von 31 Prozent bei insgesamt 95 Millionen Passagieren. "Am Flughafen Berlin-Tegel gab es ein deutliches Plus von 17 Prozent", sagt Berster. Weitere Strecken wurden von Schönefeld nach Tegel verlagert. Mit 758 Flügen pro Woche ist Tegel Spitzenreiter im Low Cost Verkehr, gefolgt vom Flughafen Köln/Bonn, der sein Angebot um neun Prozent auf 607 Starts in der Woche steigerte. Der verkehrsreichste Flughafen Deutschlands, Frankfurt am Main, spielt weiter nur eine untergeordnete Rolle im Low-Cost-Bereich. Grund ist seine Drehkreuzfunktion im klassischen Linienverkehr.

Die Airlines gestalten ihr Low Cost Angebot oft sehr unterschiedlich. Dadurch lassen sich nur wenige eindeutige Abgrenzungskriterien definieren: beispielsweise ein niedriger Preis und seine generelle Verfügbarkeit oder ein Direktvertrieb über das Internet. Die Geschäftsmodelle einiger Gesellschaften verschmelzen zudem mit denen traditioneller Airlines. Dies trifft besonders auf die Fluggesellschaft AirBerlin zu, die als Hybridcarrier neben dem Low Cost Segment auch traditionellen Linien- und Charterverkehr anbietet sowie Mitglied der Luftfahrtallianz Oneworld ist. Der Niedrigpreis-Bereich der Berliner Fluggesellschaft ist weiter klar erkennbar und somit im aktuellen DLR-Monitor berücksichtigt.

Großbritannien bietet das größte Billigflugangebot in Europa

Großbritannien bleibt europaweit das Land, das mit 10.000 Starts pro Woche das größte Billigflugangebot vorweist. Auf den weiteren Plätzen folgen Spanien, Italien und Deutschland. Ryanair baut seine europaweite Spitzenposition auf Rekordniveau aus: 2.700 Strecken nennt die irische Airline mittlerweile ihr Eigen und schafft es dabei auf rund 12.000 Flüge pro Woche. Der Marktanteil liegt nun bei 25 Prozent.

Der Konkurrent Easyjet schafft es immerhin noch auf 20 Prozent. Doch direkten Wettbewerb unter den Billigfluglinien gibt es kaum. Nur neun Prozent aller Verbindungen werden durch mehrere Gesellschaften bedient. Europaweit kommt der Flughafen Barcelona mit rund 1800 Starts auf die meisten Billigflüge. "Das starke Angebot von Vueling und Ryanair macht sich dort bemerkbar", so Berster. Berlin-Tegel landet im europäischen Vergleich auf Platz sieben. Die genannten Ergebnisse der Studie basieren auf Daten einer Referenzwoche im Juli.

Von: airliners.de mit DLR
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