Germanwings kehrt nach Pilotenstreik zum Normalbetrieb zurück

17.10.2014 - 09:59 0 Kommentare

Der Pilotenstreik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings ist in der Nacht zu Ende gegangen. Eine Lösung im Tarifkonflikt ist aber nicht in Sicht. Neue Streiks und damit Flugausfälle sind wahrscheinlich.

Abfertigung eines Flugzeugs der Germanwings auf dem Flughafen Hannover. - © © dpa - Ole Spata

Abfertigung eines Flugzeugs der Germanwings auf dem Flughafen Hannover. © dpa /Ole Spata

Nach zwölf Stunden ist der Pilotenstreik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings am frühen Freitagmorgen zu Ende gegangen. Gegen 1.00 Uhr seien zwei Maschinen vom Flughafen Köln/Bonn und eine in Hannover wieder gestartet, teilte die Fluglinie mit. Der weitere Flugbetrieb werde voraussichtlich wie geplant ablaufen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte zugesichert, dass mit Streikende um Mitternacht die Piloten die Arbeit wieder aufnehmen. In dem Tarifkonflikt um Vorruhestandsregelungen hatte Germanwings am Donnerstag wegen des Streiks rund 100 Flüge streichen müssen, vor allem im Inland. Betroffen waren nach Angaben der Fluglinie etwa 13.000 Passagiere. In Köln fielen je 23 An- und Abflüge aus, in Stuttgart 21, in Hamburg und Berlin je 17.

Germanwings erklärte, dass trotz des Streiks etwa 80 Prozent der für Donnerstag vorgesehenen Flugverbindungen absolviert worden seien. In den Cockpit hätten Piloten von Eurowings sowie freiwillige Piloten der Germanwings und Lufthansa gesessen. «Germanwings hatte per SMS oder E-Mail nahezu alle der von Streichungen betroffenen Fluggäste erreicht und vorab informiert», hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. An den Flughäfen sei die Situation während des Streiks der Piloten ruhig geblieben. «Dennoch entstand der Airline ein großer wirtschaftlicher Schaden.»

In dem Tarifkonflikt zeichnet sich trotz der inzwischen schon siebten Streikwelle bei der Lufthansa und ihren Tochterunternehmen weiter keine Lösung ab. Arbeitgeber und Gewerkschaft machen sich gegenseitig Vorwürfe. Neue Streiks sind wahrscheinlich. Die Lufthansa will, dass ihre Piloten später als bisher in den bezahlten Vorruhestand gehen - die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit wehrt sich dagegen.

Mehr als eine halbe Million Passagiere von Lufthansa und Germanwings haben wegen der Pilotenstreiks seit April ihre Reisepläne ändern müssen. Rund 4400 Flüge wurden bisher gestrichen, wie Europas größte Fluggesellschaft am Freitag mitteilte.

Die Höhe des Gesamtschadens nach sieben Streikwellen bezifferte Lufthansa nicht. Allein für den dreitägigen Vollstreik zum Auftakt im April hatte sie von einem Verlust in Höhe von rund 60 Millionen Euro berichtet.

Alles zur aktuellen Auseinandersetzung der Lufthansa mit ihren Piloten finden Sie auf unserer Themenseite zum Pilotenstreik.

Von: dpa, dpa-AFX, airliners.de
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