Germanwings-Mitarbeiter noch im Ungewissen

11.08.2017 - 11:06 0 Kommentare

Eurowings übernimmt den Platz der Germanwings. Die Marke verschwindet sukzessive. Für die Mitarbeiter bedeutet das vor allem Unsicherheit - denn sie wissen nach wie vor nicht, wo sie im Lufthansa-Konzern wieder unterkommen.

Ein Mann sitzt in Köln im Flughafenterminal vor einem Leitwerk eines Germanwings-Airbus. - © © dpa - Oliver Berg

Ein Mann sitzt in Köln im Flughafenterminal vor einem Leitwerk eines Germanwings-Airbus. © dpa /Oliver Berg

Die Zukunft der Germanwings-Mitarbeiter ist nach wie vor ungeklärt. "Das ist eine extrem unbefriedigende Situation, über Jahre hinweg in der Schwebe zu hängen", sagte Nicoley Baublies, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Luftverkehr nun im Gespräch mit airliners.de. "Durch die Grundsatzeinigung mit den Konzernpiloten sind viele neue Szenarien entstanden", so Baublies weiter. "Letztlich wird die Situation für viele Mitarbeiter dadurch nur noch verwirrender."

Bisher haben sich Piloten und Lufthansa laut Verhandlungskreisen auf Folgendes geeinigt: Der Konzern garantiert den streikenden Piloten 325 Maschinen, die mit Konzernpiloten bereedert werden. Außerdem sollen Nachwuchspiloten eingestellt und Kapitänsstellen "in gewissem Umfang" geschaffen werden. Im Gegenzug haben die Piloten Sparmaßnahmen durch unter anderem unbezahlte Mehrarbeit und Kürzungen bei der Übergangsversorgung zugestimmt. Eine detaillierte Einigung hierzu steht noch aus.

Die Mitgliedsgewerkschaft Ufo hat eine Jobgarantie für die Mitarbeiter erstritten: "Wir haben uns mit dem Arbeitgeber auf einen Sozialplan geeinigt, der die Anstellung der Germanwings-Kabinenmitarbeiter im Lufthansa-Konzern zur gleichen Bezahlung sichert." Ufo vertritt die Interessen der Kabinen-Crews – die mit dem Konzerntarifvertrag ausgestatteten Germanwings-Piloten hingegen werden vor allem durch die Vereinigung Cockpit vertreten.

Es existiert weiter kein Zeitplan

Seit zwei Jahren ist klar, dass die Marke der ehemaligen Lufthansa-Billigtochter Germanwings sukzessive abgebaut werden und in der Billigplattform Eurowings aufgehen soll. Seit Beginn des Winterflugplans 2015/16 vermarktet Eurowings die Flüge der Germanwings. Eine Sprecherin der Lufthansa-Billigtochter sagte jetzt zu airliners.de, dass es jedoch weiterhin keinen festen Zeitplan für das Germanwings-Ende gebe.

"Je nachdem, wie viele Piloten von Germanwings zur Lufthansa wechseln, geht der Abbau der Germanwings schneller oder langsamer." Alle Germanwings-Piloten hätten eine Jobgarantie im Lufthansa-Konzern, "und auch die Kabinenmitarbeiter können zu Eurowings oder Lufthansa wechseln". Darüber hinaus soll auch das Bodenpersonal der Germanwings übernommen werden.

dpa, Maurizio Gambarini Lesen Sie auch: Germanwings bildet keine Flugbegleiter mehr aus

Das Ende der Germanwings war schon vor der Tragödie um Flug 4U9525 beschlossen worden, so dass die Tragödie in den französischen Alpen den Umbau eher verzögert als beschleunigt hat. In der Strategie von Lufthansa-Chef Carsten Spohr spielte die Germanwings zuletzt keine führende Rolle mehr. An ihrer Stelle machte er die bislang deutlich kleinere Schwestergesellschaft Eurowings zur Leitplattform eines neuen Billigfliegers.

Von: cs
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