Germanwings-Kabinenmitarbeiter stimmen über Streik ab

17.06.2013 - 08:15 0 Kommentare

Im Tarifstreit mit den Mitarbeitern in der Kabine droht bei Germanwings ein Streik. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat zur Urabstimmung aufgerufen. Hintergrund sind die Umstellungen bei der Lufthansa-Tochter.

Airbus A319 der Germanwings

Airbus A319 der Germanwings
© dpa - Nicolas Armer

Eine Stewardess steht am 19.12.2012 vor einem Airbus A319 der Germanwings.

Eine Stewardess steht am 19.12.2012 vor einem Airbus A319 der Germanwings.
- Rolf Vennenbernd

Germanwingsmaschinen auf dem Vorfeld des Hamburger Flughafens.

Germanwingsmaschinen auf dem Vorfeld des Hamburger Flughafens.
© Flughafen Hamburg - M. Penner

Zu Beginn der Hauptreisezeit drohen der Lufthansa neue Streiks. Betroffen ist diesmal die Tochtergesellschaft Germanwings. Die Kabinengewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) bestätigte am Sonntag einen "Spiegel"-Bericht, wonach sie ihre Mitglieder ab Montag dieser Woche zur Urabstimmung aufruft. UFO-Chef Nicoley Baublies sagte der Nachrichtenagentur dpa, wenn 70 Prozent der Abstimmenden dafür votierten, könne es ab dem 6. Juli zu Arbeitsniederlegungen kommen.

UFO teilte in einem Schreiben an ihre Mitglieder bei Germanwings mit, dass für die Beschäftigten alles beim Alten bleiben solle, obwohl Germanwings den kompletten Direktverkehr der Lufthansa übernehme. Seit nunmehr neun Monaten schleppten sich die Verhandlungen über den Mantel- und Vergütungstarifvertrag mit den Arbeitgebern hin. Anscheinend sei mit Verhandlungen allein eine tragfähige Lösung nicht zu erreichen.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem fünf Prozent mehr Vergütung für die Flugbegleiter der Lufthansa-Billigtochter. Daneben geht es UFO um die Eindämmung von befristeten Arbeitsverträgen, Regelungen zu Wechselmöglichkeiten zur Mutter-Airline Lufthansa und neue Vergütungsstufen.

"Die anstehende Urabstimmung ist ein deutliches Signal an die Geschäftsleitung, dass wir im Falle weiterer Blockaden gewappnet sein werden, in einen Arbeitskampf einzutreten", warnte die Gewerkschaft. Bis zum 5. Juli müsse zumindest eine "Groblösung" gefunden werden. Abgestimmt werde nun "über die Streikbereitschaft für den Fall eines abschließenden Scheiterns der Tarifverhandlungen zu den Themenkomplexen Vergütungstarifvertrag und Manteltarifvertrag".

Germanwings-Sprecher Heinz Joachim Schöttes sagte: "Wir sind verwundert darüber, weil wir uns in konstruktiven Gesprächen befinden und auch weitere Gesprächstermine schon vereinbart sind."

Lufthansa will künftig alle Europa-Verbindungen, die nicht über die Drehkreuze München und Frankfurt gehen, von Germanwings fliegen lassen. Die Kölner Lufthansa-Tochter bietet dafür ab dem 1. Juli ein dreistufiges, stärker Internet-orientiertes Ticketmodell an und übernimmt 60 Flugzeuge von Lufthansa, so dass die Flotte auf rund 90 Maschinen wachsen wird.

Von: dpa-afx, AFP, airliners.de
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