Routenüberprüfung Germanwings führt zwei Sitz-Kategorien ein

10.09.2010 - 12:39 0 Kommentare

Germanwings rüstet ihre A319-Flotte um. Bis Reihe elf gibt es mehr Fußraum. Dort sollen ausschließlich die Gäste mit teureren Tarifen sitzen. Zubringer für die Lufthansa will deren Low Cost-Tochter nicht werden. Zugleich überprüft der Billigflieger wegen der Luftverkehrsabgabe das innerdeutsche Streckennetz.

Rumpf eines Germanwings-A319 - © © Germanwings -

Rumpf eines Germanwings-A319 © Germanwings

Der in Köln ansässige Billigflieger Germanwings wird künftig durchgängig zwei Arten von Sitzkomfort anbieten und diese „unterschiedlich bepreisen“, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Thomas Winkelmann, am Donnerstag abend in Hamburg vor dem Luftfahrt-Presse-Club. 19 der zur Zeit 30 Flugzeuge umfassenden Airbus A319-Flotte der Gesellschaft seien bereits umgebaut, die elf verbleibenden würden rasch folgen.

In der neuen Kabinenauslegung beträgt der Sitzabstand von der ersten bis zur elften Reihe, in der sich auch die Notausstiege befinden, 32 Zoll (81,2cm), dahinter nur noch 29 Zoll (73,6cm). Die Gesamtzahl der Sitze an Bord beträgt in der neuen Auslegung 150 anstatt 144 in der alten Konfiguration. Es sei nur natürlich, dass man jene Passagiere, die zu höheren Tarifen reisten, hier platzieren würde oder auch eine Extra-Gebühr für die bequemeren Plätze einführen könnte, so Winkelmann.

Ein Drittel bucht bereits Best-Tarife

Als großen Erfolg sieht der Airline-Chef die neuen Best-Tarife von Germanwings, die auf Geschäftsreisende abzielen und für 12,99 Euro alle Leistungen wie Gepäckaufgabe, Sitzplatzreservierung sowie Verpflegung und Getränk enthalten. „Ein Drittel unserer Kunden buchen das bereits“, erklärte Winkelmannn. Mit fast 42 Prozent aller jährlich acht Millionen Fluggäste machten die Geschäftsreisenden die mit Abstand größte Klientel aus. Auch die jüngst eingeführte Kooperation mit dem Lufthansa Miles & More-Vielfliegerprogramm sei bisher erfolgreich gewesen, gerade bei diesem Kundenkreis. In den ersten acht Tagen hätten sich die Hälfte aller Buchenden dafür entschieden, statt bei Germanwings lieber bei Lufthansa Meilen zu sammeln.

Routenüberprüfung

Aufgrund der neuen Luftverkehrsabgabe blicke man „sehr vorsichtig“ in den Markt und werde im kommenden Sommer nicht wie zuletzt zwei Boeing 737-800 von TUIfly im Wet Lease betreiben. Gleichzeitig kündigte Winkelmann in diesem Zusammenhang an: „Wir werden Strecken ausdünnen und aufgeben.“ Dies könne vor allem auf innerdeutschen Routen der Fall sein, als Beispiel nannte Winkelmann die Verbindungen von Köln/Bonn und Stuttgart nach Rostock, die man überprüfen müsse.

Er betonte, man würde auch künftig nicht zum Zubringer für Lufthansa werden, zumal man nur München als einziges Drehkreuz der Muttergesellschaft anfliege. Dadurch, dass Germanwings ab Januar 2011 in den Computer-Reservierungssystemen buchbar sei werde es aber möglich, etwa Umsteigeverbindungen mit Germanwings zur Lufthansa in München zu buchen. Dies werde aber nicht aktiv beworben.

Von: airliners.de, Andreas Spaeth
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