Germanwings bringt Lufthansa schon 2013 voran

04.10.2013 - 14:00 0 Kommentare

Die Lufthansa spart und baut ihren Konzern aus. Vor allem die Verlagerung von Europaflügen auf die kostengünstigere Germanwings spart Millionen und kreiert neue Umsätze.

Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Flughafen in Düsseldorf.

Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Flughafen in Düsseldorf.
© dpa - Federico Gambarini

Airbus A319 der Germanwings

Airbus A319 der Germanwings
© AirTeamImages.com - Steve Flint

Die Lufthansa sieht sich in ihrem Sparprogramm auf Kurs. Vor allem der konzerneigene Billigflieger Germanwings soll bereits im laufenden Jahr deutliche Beiträge zur Verbesserung des Ergebnisses bringen, wie Passage-Chef Carsten Spohr am Freitag bei einer Analystenkonferenz in London erläuterte. Die Verlagerung der Europaflüge auf die Billigtochter werde das Ergebnis bereits im laufenden Jahr um 90 Millionen Euro verbessern. Im Jahr 2015 werde Germanwings schwarze Zahlen schreiben, kündigte Europas größter Luftverkehrskonzern an.

Seit 1. Juli übernimmt Germanwings schrittweise Kurzstreckenjets und die europäischen Direktflüge der Kranichlinie, sofern diese nicht über Frankfurt und München führen. Laut Germanwings-Chef Thomas Winkelmann steigen in diesem Jahr die Auslastung der Maschinen um 2,9 Prozent und die Durchschnittserlöse pro Passagier um 4,5 Prozent. Im kommenden Jahr werde vor allem die Auslastung im Freizeitsektor am Wochenende steigen. Der Umbau des Europaverkehrs ist Teil des Sparprogramms «Score», das den operativen Gewinn des Lufthansa-Konzerns bis 2015 auf 2,3 Milliarden Euro heben soll.

Beitrag zur Stabilisierung des Marktes

Das Flugangebot der Kernmarke Lufthansa einschließlich Germanwings will Spohr in den kommenden Jahren wieder stärker ausbauen, aber dennoch mit einem Durchschnitt von drei Prozent unter der Marktentwicklung bleiben. «Das ist unser Beitrag zur Stabilisierung des Marktes», sagte Spohr. Man habe erst im vergangenen Jahr entschieden, die Flotte der Lufthansa Passage bis 2016 nicht zu vergrößern. Die Angebotssteigerung 2014 um fünf Prozent sei allein auf größere neue Maschinen zurückzuführen, die kleinere ersetzten. 2015 soll das Angebot um vier Prozent und 2016 um drei Prozent wachsen.

Spohr betonte die Bedeutung der künftig weit weniger komplexen Flotte mit 8 statt bislang 15 verschiedenen Flugzeugtypen. Allerdings muss die Lufthansa für die neue Business Class auf der Langstrecke und andere Verbesserungen bis zum Jahr 2015 Belastungen von mehr als einer halben Milliarde Euro schultern.

Großteil der Einmalkosten soll im kommenden Jahr anfallen

Bei diesen Kosten geht es etwa um Wartung, notwendige Zulassungen und den Ausfall der Flugzeuge, während sie mit neuen Sitzen oder neuer Internet-Technik für die Passagiere ausgestattet werden. Die Investitionen selbst sind in der Summe nicht enthalten. Der Großteil der Einmalkosten soll mit 300 Millionen Euro im Jahr 2014 anfallen.

Im Jahr darauf will Lufthansa nach Spohrs Worten die erste europäische Airline mit einem Fünf-Sterne-Rating werden. Das Premium-Angebot bleibe zentral für das Unternehmen, sagte Spohr. Auf der anderen Seite gibt Lufthansa auf ausgewählten Verbindungen insbesondere nach Asien die besonders teure First Class auf.

Die aktuelle Präsentation der Lufthansa gibt es hier.

Von: dpa
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