Germanwings-Absturz: Angekündigte Klage in den USA wird eingereicht

23.03.2016 - 11:44 0 Kommentare

Kurz vor dem Jahrestag des Germanwings-Absturzes geht es auch um Schadenersatz. Ansprüche von Angehörigen sollen in den USA eingeklagt werden. Dort sitzt eine Flugschule der Lufthansa.

Grob G-120 der Lufthansa Flight Training am Phoenix Goodyear Airport in Arizona. - © © airteamimages.com - Felix Gottwald

Grob G-120 der Lufthansa Flight Training am Phoenix Goodyear Airport in Arizona. © airteamimages.com /Felix Gottwald

Unmittelbar vor dem Jahrestag des Germanwings-Absturzes an diesem Donnerstag (24. März) soll die von Rechtsanwalt Christof Wellens angekündigte Klage in den USA eingereicht werden. Die millionenschwere Zivilklage werde noch am heutigen Mittwoch (US-Zeit) in Phoenix im Bundesstaat Arizona vorgelegt. Eine US-Anwaltskanzlei sei damit beauftragt, teilte Wellens mit, der 34 Opferfamilien vertritt.

Die Klage richte sich gegen die in der Nähe von Phoenix gelegene Flugschule der Lufthansa in Goodyear in Arizona. Dort soll der Co-Pilot ausgebildet worden sein, der den Ermittlern zufolge die Maschine absichtlich zum Absturz brachte. Die Klage war Anfang des Monats von Wellens angekündigt worden.

Germanwings lehnt Verhandlung in den USA ab

Der Co-Pilot der Germanwings-Maschine habe seine Pilotenausbildung 2009 wegen psychischer Probleme unterbrochen. "Aus unserer Sicht hätte er danach keine Fluglizenz bekommen dürfen", sagte der Rechtsanwalt.

Die Lufthansa-Tochter Germanwings hatte bereits Anfang März mitgeteilt: "Germanwings wird keine Verhandlungen mit US-amerikanischen Anwälten führen, da weder amerikanisches Recht Anwendung findet noch sich ein Gerichtsstand in den USA begründen lässt."

Anwälte lehnen Entschädigungsangebote ab

Für jedes Opfer war nach Angaben von Germanwings eine Soforthilfe von 50.000 Euro gezahlt worden. Dazu sollen 25.000 Schmerzensgeld für jeden Toten gezahlt werden. Nächste Angehörige sollten ohne weitere Prüfung 10.000 Euro bekommen.

Wellens und der Anwalt Elmar Giemulla, der weitere Angehörige vertritt, hatten diese Entschädigungsangebote der Lufthansa jedoch als zu niedrig abgelehnt. In den USA sei teilweise mit dem 20- oder 30-fachen Entschädigungsbetrag des deutschen Schadenersatzrechts zu rechnen, hieß es.

© dpa, EPA/F. BALSAMO / SIRPA GENDARMERIE / MINISTERE DE L'INTERIEUR Lesen Sie auch: Abschlussbericht zu Germanwings-Absturz vorgelegt

Die Germanwings-Maschine war am 24. März 2015 an Bord auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf an einem Berg zerschellt. Es gab keien Überlebenden. Die Ermittler halten es für erwiesen, dass der Co-Pilot das Flugzeug absichtlich auf Crashkurs steuerte.

Alle Meldungen zum Germanwings-Unglücksflug 4U9525.

Von: ch, dpa
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