Germania konkretisiert Umflottung

24.05.2018 - 15:01 0 Kommentare

Der Flottenumbau bei Germania schreitet voran: Den ersten Airbus A320neo übernimmt die Airline im Januar 2020. Wann die letzte Boeing 737 ausgemustert wird, ist nun ebenfalls klar.

Airline-Chef Karsten Balke vor einem Airbus A319 auf dem Airbus Gelände in Hamburg. - © © airliners.de - Benjamin Recklies

Airline-Chef Karsten Balke vor einem Airbus A319 auf dem Airbus Gelände in Hamburg. © airliners.de /Benjamin Recklies

Germania wird ab Januar 2020 die ersten zehn der insgesamt 25 bestellten Airbus A320neo Maschinen übernehmen. Dies kündigte Airline-Geschäftsführer Karsten Balke am Rande eines Pressegesprächs auf dem Hamburger Airbus-Gelände. Eigentümer aller Jets, inklusive der 15 weiteren optionierten Maschinen, wird Germania selbst: "Wir wollen wieder dahin zurückzukommen wo wir 2010 waren. 100 Prozent Eigentum am eigenen Fluggerät."

2022 Flottentausch wohl abgeschlossen

Die Auslieferung der 25 Jets werde in drei Chargen erfolgen. Die ersten zehn A320neos werde die Airline ab Januar 2020 in Dienst stellen können. Im ersten Halbjahr 2021 folgten dann weitere fünf Maschinen. Die finalen zehn Jets erhält die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2022. Germania erhalte die Maschinen immer in der ersten Jahreshälfte, da gerade für das Image als Ferienflieger das Sommergeschäft wichtig sei, so Airline-Chef Balke.

Airbus-Werksshuttle

Germania fliegt den Airbus-Werkshuttle zwischen den beiden Airbus-Standorten in Hamburg und Toulouse. Seit November 2011 bietet die Airline zehn wöchentliche Rotationen (werktags) auf der Strecke an und hat dafür einen Airbus A319 fest in Hamburg-Finkenwerder stationiert.Foto: © airliners.de

Die neuen Airbus-Maschinen sollen alle Flugzeuge der aktuellen Flotte ersetzen. Mit US-Hersteller Boeing endet damit auch die Zusammenarbeit nach über 30 Jahren. Ein Hauptkriterium für die Wahl von Airbus-Flugzeugen sei der technologische Fortschritt der Maschinen.

Auch die äußeren Performance-Daten wie Aerodynamik und den sparsameren Triebwerken - all das habe die Airline überzeugt. Bei den Treibwerken setzt Germania auf die modernen Geared Turbofan Antriebe des Herstellers Pratt & Whitney, da diese 15 Prozent weniger Kerosin benötigen.

Letzte Boeing wird im Januar 2019 ausgeflottet

Aktuell betreibt Germania eine Mischflotte von rund 34 Maschinen. Die Airline nutzt die Airbus-Muster A319 und A321 sowie neun Boeing 737-700. Im Januar hatte Germania angekündigt, alle Boeing-Jets in den kommenden 15 Monaten auszuflotten. Dabei sollten bis Ende April drei Maschinen die Flotte verlassen. Laut Balke hätte jedoch bisher nur eine Maschine die Flotte verlassen, da es aktuell schwierig sei, Flugzeuge am Markt zu bekommen. Dennoch halte man an dem Plan fest, bis Ende Januar 2019 keine Boeing-Maschinen mehr zu betreiben.

Die Germania-Flotte

aktuell
Airbus A319
20
Airbus A321
5
Boeing 737
9
gesamt
34

Im Laufe des Sommers sollen es 36 Maschinen werden. Die Boeing-Flugzeuge haben bereits den Eigentümer gewechselt. Derzeit gehören Germania nur noch fünf Airbus-Jets. Sollte im kommenden Sommer Bedarf an weiterem Fluggerät bestehen, sei man flexibel aufgestellt, um durch Leasing oder Kauf, Maschinen einzugliedern.

Flottenvereinheitlichung birgt erhebliches Einsparpotenzial

Die Vereinheitlichung der Flotte biete eine Menge Einsparpotenzial, sagte Balke. Diese liege, bezogen auf die Gesamtkosten für die Flugzeugwartung, bei circa fünf Prozent. Die Crew-Kosten könne man nicht richtig schätzen, da das Flugprogramm wechsele, aber man können von erheblichen Einsparungen ausgehen. An Standorten, an denen Germania Airbus- und Boeing-Maschinen stationiert, muss man Crews für beide Flugzeugtypen vorhalten, dadurch entstünden doppelte Kosten, die man mit einer Einheitsflotte nicht habe.

Personalbedarf für den Sommer gedeckt

Germania ist aktuell nicht von einem Piloten- oder Crew-Mangel betroffen. Im Rahmen der Air-Berlin-Insolvenz habe die Airline für diesen Sommer alle Stellen besetzten können. Allen Boeing-Piloten habe man Angebote gemacht, sich auf Firmenkosten auf das zukünftige Airbus-Muster umschulen zu lassen.

Von: br
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