Germania tritt Insolvenzgerüchten entgegen

08.01.2019 - 19:31 0 Kommentare

Seit längerer Zeit ranken sich diverse Gerüchte um die Finanzkraft von Germania. Nun tritt die Airline den Spekulationen offensiv entgegen: Man prüfe derzeit Optionen, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern. Die Probleme kündigten sich nach airliners.de-Recherchen lange an.

A319 von Germania. - © © AirTeamImages.com - Moises Mendoza

A319 von Germania. © AirTeamImages.com /Moises Mendoza

Germania geht in die Offensive und hat eine Pressenotiz mit der Überschrift "aus aktuellem Anlass" verschickt. Darin konstatiert die Airline, dass man aktuell "mehrere Optionen einer Finanzierung" prüfe, "um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern. Dabei gehe es um die Frage, "wie wir als mittelständisches Unternehmen auch weiterhin in einem Marktumfeld schlagkräftig bleiben, das von Fluggesellschaften mit konzernähnlichen Strukturen geprägt ist".

Was die Mitteilung konkret bedeutet, war am Dienstagabend nicht zu erfahren. Laut Germania hat die Situation allerdings keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb - "alle Germania-Flüge finden planmäßig statt".

"Große Herausforderungen 2018"

In der jüngsten Zeit habe sich die Luftverkehrsbranche stark verändert, konstatiert die Airline. "Insbesondere das Jahr 2018 war bekanntermaßen mit großen Herausforderungen verbunden." Die gesamte Branche befinde sich in einer Umbruchphase, von der auch Germania betroffen ist. Dazu zählten "unvorhersehbare Ereignisse" wie unter anderem der angestiegene Ölpreis bei gleichzeitiger Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar.

Hinzu kommen "erhebliche Verzögerungen bei der Einflottung von Fluggerät sowie eine außergewöhnlich hohe Anzahl technischer Serviceleistungen an unserer Flotte". All dies "waren für unser Unternehmen große Belastungen".

Ausflottung

Ungeachtet der finanziellen Schwierigkeiten treibt Germania den Umbau der Flotte voran. So sollen im Januar nach airliners.de-Informationen die ersten beiden Boeing-737-Jets die Flotte der Airline verlassen. Die übrigen vier 737-Maschinen würden erst im Sommer ausgemustert. Ursprünglich wollte die Berliner Airline ab Anfang 2019 eine reine Airbus-Flotte betreiben. Dazu sollten alle verbliebenen 737-Jets die Flotte verlassen. Anfang November wurde jedoch bekannt, dass aus diesem Plan nichts wird.

© AirTeamImages.com, HAMFive Lesen Sie mehr: Germania flottet einige Boeing 737 später aus

Seit längerer Zeit ranken sich um die Finanzen der Airline Germania diverse Gerüchte, zuletzt soll sie nach airliners.de-Informationen kurz vor der Insolvenz gestanden haben. Zahlen zeigen, dass die finanzielle Situation schon länger angespannt ist. Für das Geschäftsjahr 2016 wies Germania einen Fehlbetrag von rund 7,7 Millionen Euro aus. Auch weil sich die liquiden Mittel von 2,4 auf gut 7,4 Millionen Euro erhöht hatten, attestierte der Wirtschaftsprüfer damals ein geringes Liquiditätsrisiko.

Den Jahresabschluss zum Stichtag 31. Dezember 2017 musste Germania bis Ende 2018 offenlegen. Wie ein Sprecher Anfang der Woche auf Anfrage unserer Redaktion sagte, habe man dies auch fristgerecht getan. Bezüglich der Veröffentlichung verweise man auf den "Bundesanzeiger".

Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag
Angaben in Euro
2014 8803175
2015 5598663
2016 13340392

Quelle: Germania

Germania befördert nach eigenen Angaben jährlich mehr als vier Millionen Passagiere. Die Airline vertreibt die Tickets sowohl im Einzelverkauf, als auch über Reiseveranstalter. Mit 37 Flugzeugen bedient sie mehr als 60 Ziele. Derzeit arbeiten gut 1150 Mitarbeiter für die Fluglinie.

Von: cs, br
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