Germania zahlt aktuell keine Gehälter aus

Exklusiv 31.01.2019 - 17:41 0 Kommentare

Offenbar ist die finanzielle Krise der Germania noch nicht überwunden. Laut eines internen Schreibens verzögert sich aktuell die Auszahlung der Löhne und Gehälter. Indes melden sich viele Mitarbeiter von Airline-Chef Balke krank.

Karsten Balke ist CEO der Germania-Fluggesellschaft.

Karsten Balke ist CEO der Germania-Fluggesellschaft.
© airliners.de - David Haße

Boeing 737 der Germania.

Boeing 737 der Germania.
© AirTeamImages.com - Paul Buchroeder

Die zuletzt in finanzielle Schwierigkeiten geratene Berliner Fluggesellschaft Germania zahlt ihren Mitarbeitern aktuell kein Geld aus. "Im Zusammenhang mit dem aktuellen Finanzierungsprozess verzögert sich die Auszahlung der Löhne und Gehälter", heißt es in einem Brief von Airline-Chef Karsten Balke und Germania-COO Clauspeter Schwarz an die Angestellten. Das Schreiben liegt airliners.de vor.

Man bedauere dies ausdrücklich und "bemühen uns nach Kräften, den Eingang der Zahlung auf Eurem Konto so schnell wie möglich sicherzustellen". Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt ein Sprecher die Existenz des Schreibens; die Frage, warum die Info an die Mitarbeiter erst am letzten Tag des Monats verschickt wurde, beantwortet das Unternehmen nicht.

Mitarbeiter melden sich krank

Mehrere Mitarbeiter berichten unserer Redaktion, dass sich aktuell viele Angestellte vom Dienst krank melden. Offiziell heißt es, es hätten sich im Laufe des Tages über 50 Crew-Mitglieder trotz Urlaubs- oder Off-Tagen Dienstbereitschaft angemeldet. Massenhafte Krankmeldungen hatten kurz nach der Insolvenzanmeldung von Air Berlin deren Betrieb vorübergehend stark beeinträchtigt.

Die Berliner-Fluggesellschaft hatte Anfang Januar einen finanziellen Engpass gemeldet. Wenige Wochen später hatte Germania mitgeteilt, dass man einen Geldgeber gefunden hat, der mehr als die aktuell benötigten 15 Millionen Euro abdeckt.

Zudem liege die Zahl der Vorausbuchungen für den Sommer über dem Vorjahreswert. Von welchen Investoren das Geld kommt, möchte man auf Nachfrage von airliners.de nicht sagen.

Finanzen litten unter gestiegenem Ölpreis

Schon länger ranken sich in der Branche Gerüchte um die angespannte finanzielle Situation von Germania. Anfang Januar teilte die Airline mit, dass man aktuell verschiedene Optionen prüfe, "um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern".

Besonders das vergangene Jahr sei "mit großen Herausforderungen" verbunden gewesen. Germania nannte "massive Kerosinpreissteigerungen" während des Sommers bei gleichzeitiger Abwertung des Euros gegenüber dem Dollar sowie eine "außergewöhnlich hohe Anzahl technischer Serviceleistungen" an der eigenen Flotte als Belastungen für das Unternehmen.

Nach airliners.de-Informationen sind in den vergangenen beiden Geschäftsjahren mehrere Flugzeuge für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag verkauft worden. Einen Verkauf des kompletten Fluggeschäfts schloss Eigentümer Balke jedoch jüngst aus.

Germania war als Airline im Chartermarkt groß geworden. In der Vergangenheit generierte die Airline mit zuletzt 37 Flugzeugen immer mehr Umsatz im Liniengeschäft. Reiseveranstalter und Flughäfen hielten trotz der finanziellen Turbulenzen an Germania fest:

© AirTeamImages.com, Dominik Spuller Lesen Sie auch: Airports setzen weiter auf Germania

Von: cs
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