Übersicht

Ex-Germania-Maschinen überwiegend am Boden

03.06.2019 - 17:08 0 Kommentare

Von 30 Germania-Maschinen haben die Leasinggeber bis jetzt nur für elf Flugzeuge neue Betreiber gefunden, unter anderem in den USA und Russland. Die meisten Jets sind noch geparkt. Drei Boeing-Maschinen werden wohl nie mehr abheben.

Germania-Flugbegleiter - © © airliners.de - Oliver Pritzkow

Germania-Flugbegleiter © airliners.de /Oliver Pritzkow

Vor knapp vier Monaten hat Germania den Betrieb eingestellt. Damit blieben auch alle Flugzeuge im Betrieb der Germania am Boden. Im Besitz des ehemaligen Berliner Ferienfliegers befand sich zu diesem Zeitpunkt keine einzige Maschine mehr, teilte ein Sprecher von Germania-Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg jetzt auf airliners.de-Anfrage mit: "Alle waren geleased."

Insgesamt hatte die Airline dabei Verträge mit 14 verschiedene Leasingfirmen. Von den zuletzt 30 Flugzeugen im Einsatz der Germania-Gruppe wurde nach airliners.de-Recherche nur für elf Maschinen neue Betreiber gefunden, acht A319 und drei A321 fliegen aktuell in Europa und den USA. Die übrigen 19 Jets - elf A319, vier A321 und vier Boeing 737-700 sind an verschiedenen Plätzen weltweit geparkt.

Ex-Germania-Maschinen fliegen Airbus-Werk-Shuttle

Vor der Einstellung des Flugbetriebs bediente Germania mit zwei Airbus A319 das Airbus-Werk-Shuttle. Den Auftrag mit zwei werktäglichen Umläufen zwischen Hamburg-Finkenwerder und Toulouse hatte die Airline seit 2011 inne. Die zwei Flugzeuge – D-ASTC und D-ABGO - hat die Charterairline Hi-Fly Malta übernommen und bedient damit weiterhin die Werkshuttle-Flüge, jetzt mit der Registrierung 9H-LOL und 9H-XFW.

Die ehemalige Germania-Flotte in der Übersicht
Flugzeugtyp Alte Kennung Neue Kennung Betreiber geparkt in
A319 D-ASTL E7-FBB  Fly Bosnia
A319 D-ASTC 9H-LOL Hifly Malta
A319 D-ABGO 9H-XFW Hifly Malta
A321 D-AGMA VP-BAN Red Wings Airlines
A321 D-ASTE D-ATCG Thomas Cook Aviation
A321 HB-JOI D-ATCF Thomas Cook Aviation
A319 LZ-AOC N870UB United Airlines
A319 D-ASTJ LZ-AWU Volotea
A319 D-ASTQ LZ-AWV Volotea
A319 HB-JOG HB-JOG Germania Flug
A319 HB-JOH HB-JOH Germania Flug
A319 LZ-AOA EI-GOH Nürnberg
A321 D-ASTM Lourdes/Tarbes Pyrénées
A319 D-ASTU Lourdes/Tarbes Pyrénées
A319 D-ASTT Lourdes/Tarbes Pyrénées
A319 D-ASTK Lourdes/Tarbes Pyrénées
B737 D-AGEL Kemble Cotswold
B737 D-AGEN Kemble Cotswold
B737 D-AGEP Kemble Cotswold
A319 D-ASTG Greenwood Leflore (GWO)
B737 D-AGER Castellón
A321 D-ASTW Castellón
A321 D-ASTP Castellón
A319 D-ASTR Berlin-Tegel
A319 D-ASTO Al Fujairah International
A319 D-ASTN Al Fujairah International
A321 D-ASTV Castellón Costa Azahar
© airliners.de, Quellen: CH-Aviation, Flightradar24.com

Zwei weitere Maschinen vom Typ Airbus A319, die D-ASTJ und die D-ASTQ, sind heute für die spanische Billigfluggesellschaft Volotea unter den Registrierungen LZ-AWU und LZ-AWV im Einsatz. Eine weitere A319 (D-ASTL) fliegt derweil für Fly Bosnia (E7-FBB). Einen Airbus A319 aus dem AOC der Bulgarian Eagle hat es sogar nach Amerika verschlagen: Die ehemalige LZ-AOC ist jetzt unter N870UB für United Airlines in den USA unterwegs.

Thomas Cook sichert sich zwei A321

In Deutschland hat derweil Condor zwei Ex-A321 aus Beständen der Germania Fluggesellschaft mbH übernommen. Beide Maschinen fliegen im AOC von Thomas Cook Aviation und sollen demnächst in Leipzig und Hannover stationiert werden. Der Ex-Germania-Jet D-ASTE hat bei Condor die Registrierung D-ATCG und kommt direkt aus den Beständen der Germania.

Der zweite A321 für Thomas Cook flog für den Schweizer Ableger Germania Flug und wird gerade in Erfurt für den Betrieb vorbereitet. Die Airline musste nach der Pleite der deutschen Germania nicht Insolvenz anmelden, sondern wurde vom Schweizer Reiseveranstalter Air Pristina übernommen. Sie betreibt auch weiterhin zwei A319 aus den Beständen der Germania-Gruppe - plus eine weitere A319, die nach der Pleite der Mutter als Ersatz für die wegfallende A321 hinzugeleast wurde.

Der dritte Airbus A321 aus dem Bestand der Germania, der wieder fliegt, ist die D-AGMA. Heute betreibt die russische Red Wings Airlines die Maschine (VP-BAN).

Drei Boeings werden zerlegt

Die elf übrigen Maschinen sind weiterhin an verschiedenen Plätzen geparkt. In Deutschland steht noch ein Airbus A319 in Berlin-Tegel und ein weiterer in Nürnberg. Je vier weitere Maschinen befinden sich auf den Flughafenparkplätzen in Lourdes (vier A319) sowie im spanischen Castellon (drei A321, ein A319). In den Vereinigten Arabischen Emiraten stehen zudem zwei A319 ebenso wie in Prag. Ein Airbus A319 hat zwischenzeitlich Platz im britischen St. Athan gefunden.

Im englischen Kemble Cotswold warten derweil drei Boeing 737-700 auf ihre Verschrottung, wie ein Mitarbeiter von Air Salvage International, einem Unternehmen, das sich auf die Demontage von Flugzeugen spezialisiert hat, gegenüber airliners.de bestätigte. "Die Motoren wurden bereits entfernt."

Von: br
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