Germania hat erste Finanzspritzen in Aussicht

10.01.2019 - 10:45 0 Kommentare

Nach den Gerüchten über eine Insolvenzgefahr zeigt sich Germania-Chef Balke optimistisch, die Zahlungsfähigkeit sichern zu können. Erste Geldbeträge seien bereits angewiesen. Doch der Fehlbetrag ist wohl höher als bislang angenommen.

Karsten Balke, CEO der Germania. - © © Germania -

Karsten Balke, CEO der Germania. © Germania

Die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft Germania zeigt sich zuversichtlich, dass sie ihre Liquidität kurzfristig sichern und damit ihre Existenz retten kann. "Unsere Gespräche mit potentiellen Investoren, die uns finanziell unterstützen wollen, verlaufen positiv", erklärten Airline-Chef Karsten Balke und Betriebschef Clauspeter Schwarz am Mittwoch in einer Mitteilung an die Belegschaft, die airliners.de vorliegt.

Demnach habe die Airline nicht nur erste verbindliche Zusagen, "die darauf ausgerichtet sind, unseren kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu decken", bereits für Donnerstag sollen auch die ersten beiden größeren Beträge angewiesen sein, so die Geschäftsführung.

"Wir sind zuversichtlich, die darüber hinaus noch ausstehenden Mittel in Kürze ebenfalls sichern zu können", heißt es weiter in der Mitteilung. Deshalb sei man "optimistisch, auch weiterhin als unabhängige Fluggesellschaft in einem überwiegend von großen Konzernen geprägten Markt bestehen zu können. Gerüchte, wonach Germania bereits einen Insolvenzantrag ausarbeite, wies die Airline am Mittwochabend zurück.

Kreise: Fehlbetrag von 65 Millionen Euro

Der Fehlbetrag bei Germania könnte allerdings deutlich höher sein, als zunächst angenommen wurde. Wie airliners.de aus Kreisen erfuhr, ist er 2018 auf 65 Millionen Euro angestiegen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2016, dem letzten, für das die Gesellschaft bislang ihre Bilanzzahlen offengelegt hat, belief sich der Fehlbetrag auf 32 Millionen Euro.

© Germania, Lesen Sie auch: Was an den Germania-Zahlen gut ist - und was nicht Analyse

Germania hatte am Dienstag mitgeteilt, dass man aktuell "mehrere Optionen einer Finanzierung" prüfe, "um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen lag der Finanzbedarf zur langfristigen Sicherung des Flugbetriebs zum Jahresende bei 20 Millionen Euro.

Germania befördert nach eigenen Angaben jährlich mehr als vier Millionen Passagiere. Die Airline vertreibt die Tickets sowohl im Einzelverkauf, als auch über Reiseveranstalter. Mit 37 Flugzeugen bedient sie mehr als 60 Ziele. Derzeit arbeiten gut 1150 Mitarbeiter für die Fluglinie.

Von: pra
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