Neue Airline «Gambia Bird» Germania expandiert nach Afrika

07.05.2012 - 12:19 0 Kommentare

Germania plant den Aufbau einer Fluggesellschaft in Gambia. Die Airline soll Europa mit dem westafrikanischen Land verbinden und vor allem auch innerafrikanische Zubringerdienste fliegen.

Die auf Nischenmärke spezialisierte Germania will nach Afrika expandieren. Das erfuhr airliners.de am Rande des „Aviation Events“ auf Sylt. Die neue Airline soll unter dem Namen Gambia Bird zunächst von der gambischen Hauptstadt Banjul aus Feederdienste zu wichtigen Drehkreuzen in der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) anbieten.

Man engagiere sich in einer stark wachsenden Region Westafrikas, um vor Ort einen „nachhaltigen Beitrag zum Unternehmensergebnis“ zu erwirtschaften, sagte der Germania-Generalhandlungsbevollmächtigte Karsten Balke.

Die neue Airline werde derzeit in Gambia registriert und voraussichtlich zum Sommer mit einem eigenen AOC starten, so Bahlke. Die neue Airline ist zu 90 Prozent im Besitz der Germania-„Schwestergesellschaft“ Flynext. Die restlichen zehn Prozent gehören einer lokalen Tourismusgesellschaft.

In der Region gebe es eine starke Nachfrage für verlässliche Flugverbindungen zu angemessen Preisen, erläutert Balke das Konzept. Die neue Fluggesellschaft werde davon profitieren, dass es bislang noch keinen Linienverkehr zwischen Gambia und verschiedenen boomenden ECOWAS-Wirtschaftszentren gibt, obwohl der Luftverkehr in der Staatengemeinschaft dereguliert sei.

Geplant seien aber auch Flüge nach Europa. Dabei liege der Fokus jedoch nicht auf touristischen Verkehren ab Deutschland, betont Balke. Man wolle generell unabhängiger von den „Zwangslagen“ am Heimatmarkt Deutschland werden und baue daher bei den Europaverbindungen der Gambia Bird vor allem auf Geschäftsreisende bzw. ethnische Verkehre zwischen Gambia und Großbritannien sowie Spanien.

Für die Verbindungen zwischen Gambia und Europa will Germania ab November 2013 den ersten von zwei werksneuen Airbus A321 übernehmen und über Flynext nach Afrika verleasen. Die A321-Maschinen sollen den Angaben zufolge mit Zusatztanks ausgestattet werden, um genügend Gepäckvolumen sowie die notwendige Reichweite sicherzustellen. Zwei frühere A319-Bestellungen wurden entsprechend abgeändert.

Für den Start sollen nun aber zunächst zwei Airbus A319 der Flynext im Wetlease für die neue Airline nach Banjul entsandt werden. Die Wartung der Gambia-Bird-Maschinen soll bei Germania Technik stattfinden, wobei in Banjul eine Line-Maintenance-Station aufgebaut wird. Management und Personal kommen zunächst aus Deutschland.

Germania setzt derzeit stark auf den Aufbau neuer Geschäftszweige. Neben einer Stärkung des Einzelplatzverkaufs will sich die Airline auch durch langfristige Werksverträge für Firmen wie Airbus und Ford vom Preisdruck des Chartermarktes emanzipieren.

Von: airliners.de
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