Air-Berlin-Kredit: Germania reicht EU-Beschwerde ein

31.08.2017 - 09:23 0 Kommentare

Germania legt im Streit um den staatlichen Überbrückungskredite für Air Berlin nach. Nach einer Klage in Deutschland geht die Berliner Konkurrenzairline nun auch nach Brüssel.

Germania-CEO Karsten Balke. - © © airliners.de - David Haße

Germania-CEO Karsten Balke. © airliners.de /David Haße

Im Streit um staatliche Finanzhilfe für die insolvente Air Berlin hat der Konkurrent Germania ihre Kritik am Kredit der Bundesregierung verschärft. "Der Flugbetrieb von Air Berlin wird auf Kosten des Steuerzahlers künstlich aufrechterhalten", sagte Germania-Chef Karsten Balke der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Germania habe daher bereits am vergangenen Freitag eine Beihilfebeschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.

Am Dienstag hatte die Fluggesellschaft zudem einen Eilantrag gegen den Kredit beim Landgericht Berlin eingereicht. Die Bundesregierung hatte Air Berlin einen Überbrückungskredit in Höhe von 150 Millionen Euro zugesichert, um den Flugbetrieb aufrechterhalten zu können.

Air Berlin bietet aktuell Flüge zu Dumpingpreisen an.

Germania-CEO Karsten Balke

Air Berlin verzerre nun mit der staatlichen Hilfe "in eklatanter Weise den freien Wettbewerb", sagte Balke der Zeitung. Angebotspreisen von 79 Euro für Hin- und Rückflüge zu deutschen und europäischen Zielen seien nur möglich, weil die Gehälter für die Air-Berlin-Beschäftigten nach dem Insolvenzantrag von der Agentur für Arbeit abgesichert seien und auch Leasingraten nicht mehr bezahlt werden müssten.

Wie auch Ryanair-Chef Michael O'Leary wirft Balke der Air Berlin, Lufthansa und der Bundesregierung vor, im Zuge der Insolvenz gemeinsame Sache bei der Aufteilung der Airline zu machen: "Strecken, die zum Portfolio des Lufthansa-Konzerns passen, sollen weiter bedient werden, um die dazugehörigen Start- und Landerechte zu erhalten", sagte er.

© dpa, Bernd von Jutrczenka Lesen Sie auch: Ryanair-Chef fordert transparentes Air-Berlin-Insolvenzverfahren

Sollte die Lufthansa-Billigtochter Eurowings den Zuschlag für Niki bekommen, dominiere sie beispielsweise auf Mallorca den Marktzugang, warnte der Germania-Chef. Die verbleibenden Mittags-Slots würden es anderen Fluggesellschaften nicht möglich machen, die beliebte spanische Ferieninsel wirtschaftlich anzufliegen. Germania hatte nach dem Rückzug der Air Berlin selbst eine Basis auf Mallorca eingerichtet und nach der Insolvenz des Berliner Konkurrenten Flüge nach Tegel angekündigt.

Germania selbst habe kein Gebot für den Air-Berlin-Flugbetrieb abgegeben, schreibt die Zeitung. Die Airline sei aber in die Gespräche involviert, da sie in Berlin-Schönefeld eine gemeinsam Wartung betreibe. Germania fliegt auf zahlreichen Strecken in direkter Konkurrenz zu Air Berlin und Niki.

© dpa, Federico Gambarini Lesen Sie auch: Air-Berlin-Pleite: Ursachen und drohende Probleme Apropos (19)

Von: dh mit dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus