Germania klagt gegen Air-Berlin-Überbrückungskredit

29.08.2017 - 16:11 0 Kommentare

Die Berliner Fluggesellschaft Germania hat Klage gegen Kredite der Bundesregierung für Air Berlin eingereicht. Der in Aussicht gestellte KfW-Kredit für die insolvente Airline ist in der Branche stark umstritten.

Airbus A319 der Germania. - © © AirTeamImages.com - Simon Willson

Airbus A319 der Germania. © AirTeamImages.com /Simon Willson

Germania zieht wegen der Bürgschaft der Bundesregierung zugunsten von Air Berlin vor Gericht. Die Berliner Konkurrentin der insolventen Fluggesellschaft habe beim Landgericht Berlin ein Eilverfahren eingeleitet, teilte die Justizpressestelle am Dienstag mit.

Mit der Klage wolle Germania erreichen, dass keine staatlichen Gelder an die insolvente Air Berlin ausgezahlt werden, bevor die EU-Kommission diese Form der Beihilfe genehmigt habe. Als Begründung gebe Germania an, dass die Bundesregierung die Lufthansa einseitig bevorzuge.

Der Antrag der Germania richtet sich gegen das Verkehrsministerium, das Wirtschaftsministerium sowie das Finanzministerium. Sowohl Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) als auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatten sich zuvor öffentlich für einen schnellen Verkauf an die Lufthansa Group ausgesprochen. Die mündliche Verhandlung über den Antrag wurde auf den 15. September angesetzt.

Nach dem Insolvenzantrag der Air Berlin vor knapp zwei Wochen hatte die Bundesregierung einen kurzfristigen Überbrückungskredit der KfW-Förderbank in Höhe von 150 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Damit soll der operative Betrieb gesichert werden. Noch ist der Kredit aber angeblich weder genehmigt noch ausgezahlt.

Kredit ist stark umstritten

Der KfW-Kredit für die insolvente Airline ist in der Branche stark umstritten. Ryanair-Chef Michael O’Leary hatte die Pläne der Regierung als "historischen Fehler" bezeichnet und vor einer Monopolstellung der Lufthansa gewarnt. Ähnlich äußerten sich auch Hans Rudolf Wöhrl und Niki Lauda, die ebenfalls Interesse an Air Berlin angekündigt haben. Germania hat sich bislang noch nicht öffentlich als Interessent für Teile der insolventen Konkurrentin geäußert.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: Überbrückungskredit für Air Berlin wohl noch nicht fix

Im Poker um die insolvente Air Berlin geht es offenbar in die heiße Phase. Schon Mitte September könnten die Gläubiger Medienberichten zufolge eine Aufteilung beschließen. Derweil gibt es Zweifel, dass sich Air Berlin noch sehr lange in der Luft halten kann. Geld für eingehende Buchungen stehen nicht zur Zwischenfinanzierung zur Verfügung und viele Lieferanten verlangen inzwischen Vorkasse. Aber auch reguläre Zahlungen drohen zum nahenden Monatsende zum Problem zu werden.

Von: dh mit AFP
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