Gericht verbietet Tricks bei Kreditkartengebühren

26.04.2019 - 12:10 0 Kommentare

Die EU-Zahlungsdiensterichtlinie verbietet Gebühren bei der Onlinebuchung auf gängige Zahlungsarten. Verbraucherschützer haben nun mit einem Fall vor Gericht gesiegt, bei dem ein Reiseportal das trickreich zu umgehen versuchte.

EU-weit sind Zusatzgebühren bei Online-Zahlungen nicht mehr zulässig. - © © pixabay - stevepb

EU-weit sind Zusatzgebühren bei Online-Zahlungen nicht mehr zulässig. © pixabay /stevepb

Reiseportale dürfen für die Zahlung per Sofortüberweisung, Giropay und Kreditkarte keine Gebühren kassieren. Das hat das Landgericht Berlin in einem Urteil bestätigt (Az.: 52 O 2423/18) Das Verbot von Entgelten für gängige Zahlungsarten darf nicht mit angeblichen Rabatten für bestimmte Karten umgangen werden. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Nach einer neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie dürfen seit Mitte Januar 2018 Gebühren für die Bezahlung per Kreditkarte (Visa, Mastercard), Lastschrift und Überweisung nicht mehr an die Verbraucher weitergegeben werden. Das regelt die neue EU-Richtlinie "Payment Service Directive". Einzig gegenüber Unternehmen können weiterhin Gebühren erhoben werden.

In dem verhandelten Fall wollte Opodo diese Vorgabe umgehen, indem man einen vermeintlichen Rabatt auf die Zahlung mit einer seltenen Kreditkarte anbot - diese Karte war als Zahlungsmittel voreingestellt. Wer dagegen am Ende der Buchung eine der gängigen Bezahlarten wählte, musste gut 40 Euro mehr für den Flug zahlen.

Das Gericht folgte der Argumentation des Unternehmens nicht. Ein Kunde rechne nicht damit, dass der anfangs gezeigte Flugpreis nur mit einer wenig verbreiteten Zahlkarte gelte.

Von: dh mit dpa
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